Urtext des Neuen Testaments aramäisch?

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    • Ja, aber der Brief war wohl nur in einer Sprache abgefasst.

      Das mit den Sprachen ist glaube ich nicht jedem klar. Im Ostteil des röm. Reiches war griechisch (Koine) Handelssprache, nie Amtssprache.
      Umgangssprache war immer die jeweilige. In Ägypten z.B. Demotisch, in Judea Hebräisch (nicht Aramäisch), in Syrien Aramäisch (=Altsyrisch), ...
      D.h. das normale Volk wuchs nicht bilingual auf.
      Die Kreuzinschrift war auch auf drei Sprachen: Hebräisch (Umgangssprache), Griechisch (Handelssprache im Ostteil) und Lateinisch (Amtssprache).

      Dass man die Juden besser auf Griechisch erreicht hätte, als auf Aramäisch ist Historisch falsch.


      Jetzt könnte man sicherlich ins Detail gehen und versuchen Aramäisch und Hebräisch zu trennen, was sicherlich nicht falsch wäre, aber ich bezweifle, dass es brauchbare Resultate geben würde.
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

      Alle Bibelstellen, soweit nicht anders angegeben, aus NeueLuther-Bibel.
    • Aramäische Bibel in einfachem Englisch belegt, dass JESUS = JEHOVAH(JAHWEH) ist!

      Johannes schrieb:

      Ich halte es jedenfalls für sehr sehr wahrscheinlich, dass es auch einen aramäischen Urtext gab.

      Because of this, God has also greatly exalted him and he has given him The Name which is greater than all names, That in The Name of Yeshua, every knee shall bow, which is in Heaven and in The Earth and which is under The Earth, And every tongue shall confess that Yeshua The Messiah is THE LORD JEHOVAH to the glory of God his Father. (Philippians 2,9-11; Aramaic Bible in Plain English)
      Diese "Aramäische Bibel in einfachem Englisch" belegt, dass JESUS = JEHOVAH(JAHWEH) ist!

      PS: Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es ein sogenanntes "Ur-Evangelium des Matthäus in hebräischer Sprache" gäbe, welches wesentlich älter sei als die NTlichen Evangelien - und das der Vatikan in seinem "Geheim-Archiv" in Rom unter Verschluss halte, um es vor der Öffentlichkeit zu verbergen und geheim zu halten. Welcher Insider weiß hierüber Bescheid? Er möge es bitte hier im Forum mitteilen. Danke.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Norbert Chmelar schrieb:

      ... das der Vatikan in seinem "Geheim-Archiv" in Rom unter Verschluss halte, um es vor der Öffentlichkeit zu verbergen und geheim zu halten. Welcher Insider weiß hierüber Bescheid? Er möge es bitte hier im Forum mitteilen. ....

      Ich werd' mal versuchen einen Termin beim Papst zu bekommen und Zugang zu den Verschlußakten. Melde mich dann wieder. :sad:
      Liebe Grüße, Heimo
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Zitat von »Johannes«



      Ich halte es jedenfalls für sehr sehr wahrscheinlich, dass es auch einen aramäischen Urtext gab.

      Because of this, God has also greatly exalted him and he has given him The Name which is greater than all names, That in The Name of Yeshua, every knee shall bow, which is in Heaven and in The Earth and which is under The Earth, And every tongue shall confess that Yeshua The Messiah is THE LORD JEHOVAH to the glory of God his Father. (Philippians 2,9-11; Aramaic Bible in Plain English)
      Diese "Aramäische Bibel in einfachem Englisch" belegt, dass JESUS = JEHOVAH(JAHWEH) ist!
      Wenn man die Trinität anerkennt, ist doch klar, dass auch Jesus Elohim ist und somit auch JHWH (יהוה) ist.

      In den bekannten griechische Schriften steht in Philipper 2,11 einheitlich κυριος, was Herrscher bedeutet. Wenn in der Peschitta noch JHWH steht, halte ich das eher für einen Nachtrag der Übersetzer, da Paulus an die Philipper in Griechisch schrieb und dann den Namen JHWN nicht verwendet hätte. Aber ein Problem habe ich damit nicht.
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

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    • Bitte einen Neutestamentler her !

      Heutzutage erkennt jeder damit Befasste, dass ein deutscher Text eine Übersetzung aus dem Englischen ist; ein englischer Text knann nur von einem stamen , dessen Muttersprache Deutsch ist.

      Egen Drewermann hat versucht das Markusevangelium mit allen "Fehlern" wiederzugeben . (Walter, Olten und Freiburg 1989) : " das alles ist im griechischen Original bereits für griechicshe Ohren "ungriechisch" und so hat man kein Recht, daraus "gutes" Deutsch zu machen - - " - - - und auf der Rückseite des Covers : "Das Markusevangelium ist in einer Umgangssprache abgefasst, die zum Teil dem Gassengriechsich enstammt -

      Vor Urzeiten war ich in der Vorlesung "Neues Testament I" bei Kosnetter Katholisch - theologische Fakultät der Uni Wien). Da wurden genau die Hebraismen in den Evangelien aufgezeigt - wozu man aus dem ff Hebräisch und Griechsich können muss.

      Mein eprersönlicher Lieblingsfall : Der Brief an die Hebräer . In der King James Übersetzung steht voran : Der Brief des Paulus an die Hebräer. Eine Umfrage erbrachte mir : "Darüber habe ich noch nie nachgedacht" - "Wäre er nicht von Paulus, würde ich ihm nicht glauben" - "Drei mal erwäht Schwester White, dass der Hebräerbrief von Paulus ist, Daher habe ich keine Schwierigkeiten, ihn Paulus zuzuschreiben" - " In Epheser 6,17 und Hebräer 4, 12. kommt das "Schwert" in etwa in der gleichen übetragenen Bedeutung vor - das ist paulinisch" - - -

      Die Diskussion ist fast zweitausend Jahre alt.

      Ich lese schon zum Anfang einne gar nicht paulinische Sprachmelodie - so auch dann besonders im 7. Kapitel; endlose Sätze , so Kapitel 10, 19. - 24.; und zuletzt auch eine Häufung von Hapaxlegomena = ein einzigens Mal in der Bibel vorkiommender Vokabel. Dazu ebenfalls gleich die ersten Worte : polymerws kommt nach meinen Konkordanzen in der griechsischen Literatur nüberhaupt nur hier vor, scheint also eine Neubildung, angelehnt an das folgende polytropws z u sein. (Man müsste im "Thesauros" dem noch genauer nachgehen) -

      Die Diskussion um die Autorschaft dieses Buches ist fast zweitausend Jahre alt und :

      und ich würde gerne die von ihm selbst begründedte Meinung eines kompetenten Neutestamentlers hören.
    • Ich kann Stephans Beitrag gut zustimmen.

      Hier der Link zum Anklicken:

      Stephan Zöllner schrieb:

      aramäisches Urevangelium jenseits der beweisbarkeit oder logischen Erwartungen


      NULL Zustimmung!

      [...]
      [...]

      Quelle (Stephan): Urtext des Neuen Testaments aramäisch?

      Es scheint mir weder ein Evangelium noch eine andere neutestamentliche Schrift zuerst in aramäisch oder hebräisch geschrieben worden zu sein.

      LG :greet:
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Jude schreibt für Juden

      Vitez Kojo schrieb:

      Matthäus hat sicher auf Aramäisch geschrieben (bezeugen sog. Kirchenväter). Und der Hebräerbrief? Ein Jude schreibt an anderen Juden auf Griechisch - sorry aber das ist lächerlich.


      Der flüssigen Sprache, der Satzmelodie und der Formenvielfalt - eine Unmenge Hepaxlegomena - (Vokabel, welche nur einmal im NT vorkommen) nach: Das hat einer mit sehr guten Griechisch-Kenntnissen und sehr persönlichem Stil geschrieben.

      Und Jude an Juden ? Mein Namenspatron Philo Alexandrinus schrieb seine Wälzer über Schöpfung, Erzväter, Gesetz, - - für seine Juden - - griechisch! (Kostet als Buch leider ein paar tausend Euro, angeblich will die Universität Ulm eine Online - Version ins Net hängen)

      Lächerlich?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • philoalexandrinus schrieb:

      Der flüssigen Sprache, der Satzmelodie und der Formenvielfalt - eine Unmenge Hepaxlegomena - (Vokabel, welche nur einmal im NT vorkommen) nach: Das hat einer mit sehr guten Griechisch-Kenntnissen und sehr persönlichem Stil geschrieben.
      Schau die bitte die wörtlichen Übersetzungen an. Die sind überseht mit Hapax legomena. Vor allem die Wort-für-Wort-Übersetzungen. Da geht man sogar soweit Wortneuschöpfungen zu verwenden.
      Die flüssigen Sprache, der Satzmelodie und der Formenvielfalt ist ein Beweis gegen Griechisch als Ursprache. Die Sprache ist tatsächlich so flüssig, ..., dass man eigentlich von einem Muttersprachler ausgehen muss.

      philoalexandrinus schrieb:

      Und Jude an Juden ? Mein Namenspatron Philo Alexandrinus schrieb seine Wälzer über Schöpfung, Erzväter, Gesetz, - - für seine Juden - - griechisch! (Kostet als Buch leider ein paar tausend Euro, angeblich will die Universität Ulm eine Online - Version ins Net hängen)
      Namenspatron??? egal.
      Philon von Alexandria war durch und durch Hellenisiert. Er wurde hellenistisch geschult. Er war zwar Jude, aber heute würde man ihn einen Synkretisten nennen. Er versuchte den Griechen zu Beweisen, dass Sie und die Juden im Prinzip das gleiche glauben. Seine Argumente war die grichische Philosophie. Philon schrieb philosophische Werke, Paulus einen persönlichen Brief. Ich bleibe dabei - lächerlich.
      Auch 'dank' Philons Werken hat sich das Christentum in Alexandrien sehr schnell ausgebreitet und ebenso auch 'dank' Philon war Alexandrien ein Zentrum des frühen Abfalls (bereits um 50 n. Chr.).
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

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    • Der Brief an die Hebräer

      Vitez Kojo schrieb:

      Die flüssigen Sprache, der Satzmelodie und der Formenvielfalt ist ein Beweis gegen Griechisch als Ursprache. Die Sprache ist tatsächlich so flüssig, ..., dass man eigentlich von einem Muttersprachler ausgehen muss.

      Lieber Vitez, mir scheint Dein Satz widersprüchlich. Welche Sprache soll die Muttersprache des Verfassers des Hebräerbriefes gewesen sein? Schon die ersten Worte sind bemerkenswert: "polymerws kai polytropws" sind "klassisch", aber im NT nur einmalig verwendet. Und sie haben eine Melodie.

      Eine genaue Erklärung wird uns nur ein in Griechisch UND Hberäisch/Aramäisch sehr gut Eingelesener geben können. Hebräismen in den Evangelien hat uns schon Kosnetter demonstriert und Sprachkundige können Dir sofort sagen, dies sei eine Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche oder der englisch schreibende Autor ist deutscher Muttersprache. - Nur, "paulinisch" klingt mir der ganze Hebräerbrief nicht. Dazu ein Fehler: Das goldene Rauchfass in Allerheiligsten - Heb. 9,4 oder Vers 12: "- sowie der Böcke und der Kälber Blut -", worauf ein STA - Theologe die Theorie aufbaute, es handle sich hier nicht um den Grossen Versöhnungstag, sondern um die Ersteinweihung der Stiftshütte.

      Zu Philo alexandrinus : Nun, die hatten ja ihre eigenen Vorstellungen - so sollen sie einen ägyptischen Tempel gekauft und adaptiert haben um dort ihre eigenen Versöhnung zu feiern.

      Philo ist für mich ein Sprachbeispiel. Hermas der Schäfer schreibt in Rom auch Griechisch. Josephus Flavius schreibt Griechisch. Ja, und Paulus unwidersprochen auch. Und Julius Caesar soll nach Liber Graecus nicht gesagt haben: "Alea jacta est", sondern "Aneryphtw o kybos" ( = Der Würfel sei gefallen). Und Pilatus in Joh. 19, 5: Nicht "Ecce homo", sondern "idou o anthrwpos". (Wieso eigentlich im ersten und nicht im vierten Fall? - Darüber wäre nachzudenken)
      Eine Menge von Hinweisen, dass der Schreiber oder Schreibende im Griechischen nicht so gut zuhause war, sehe ich im Markusevangelium und in der Offenbarung. (Der Neutestamentler Kosnetter: "Schreiben's das net in einer Schularbeit, da bekommen's ein "Nicht genügend"!)

      Gut fundiertes Wissen der Sprachen tut gut: siehe Lukas 23, 43. - wo steht im klassischen Griechisch, das der Lukanier elegantest beherrschte, eine Zeitangabe? Müsste die STA - favorisierte Version nicht lauten: "Amen shmeron legw soi" und nicht - wie im Grundtext: "Amen legw soi shmeron"? Da habe man zuerst Josephus Flavius oder Xenophona Anabsis als erzählende Prosatexte im kleinen Finger (oder im Computer), und dann deute - deutle man.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • Ich habe deinen Beitrag nur Überflogen, aber eigentlich stimme ich mit dem Meisten überein.

      philoalexandrinus schrieb:

      Nur, "paulinisch" klingt mir der ganze Hebräerbrief nicht.

      Genau das ist der Punkt. Du hast richtig erkannt, dass der Herbräerbrief in der uns bekannten Fassung nur von einem Muttersprachler geschrieben oder Übertragen werden konnte. Es gibt nur zwei Möglichkeiten:




      a: Paulus hat den Herbräerbrief nicht geschrieben sondern ein hochgebildeter Grieche oder
      b: Paulus hat den Herbräerbrief auf Hebräisch/Aramäisch geschrieben und ein hochgebildeter Grieche hat ihn ins griechische Übertragen.


      Das wars!

      Ich glaube (ich weiss, dass das kein Beweis ist), dass Gott in den letzten 1800 Jahren (die älteste erhaltene Abschrift wurde um 200 gemacht) auf die eine oder andere Art uns mitgeteilt hätte, dass der Brief nicht von Paulus ist. Also nehme ich an, dass Paulus den Brief geschrieben hat und dass unsere "Version" eine Übertragung ist.
      Natürlich würde ich mich niemals mit jemand streiten, der anderer Meinung ist, da weder ich noch derjenige Beweise vorlegen können.
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

      Alle Bibelstellen, soweit nicht anders angegeben, aus NeueLuther-Bibel.
    • Ich denke, es ist deutlich, dass hier ein Jude schreibt. Paulus war es sicher nicht.

      Wieso der Brief nicht auf Griechisch verfasst worden sein soll, habe ich noch nicht verstanden... (?)
      Es gab hellenistische Juden und hebräische Juden. Griechisch war die Welt- und Handelssprache damals.

      Der oder die Verfasser scheinen Jünger der Apostel gewesen zu sein. In Kapitel 4 heißt es: Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen. Aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten.
      In meinen Augen schreibt hier ein Judenchrist an Judenchristen, mit Abgrenzung von jenen (Juden), denen auch gepredigt wurde (durch die Apostel), die aber nicht glaubten.

      Dass es um ein "jüdisches Thema" geht, zeigt der ganze Brief. Die Tempel- und Priestertypologie, die Erfüllung der Verheißung, Gottesruhe, usw., sind erstmal keine Inhalte, die an Heiden adressiert sind. Auch wird ja in dem Brief geklagt, dass man ihnen (Judenchristen) immernoch weiche Speise geben muss und von den ersten Dingen lehren muss, obwohl sie doch weiter sein sollten, denn sie kennen die Schriften ja eigentlich und sind damit groß geworden (Hebr 5,11-14).
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      hellenistische Juden
      Ich vermute das du mit hellenistische Juden, die Juden meinst, welche in griechischen Städten (z.B. Alexandria) lebte. Hellenistische Juden sind was anderes, aber das ist off-topic. Die Juden in der Fremde, sprachen natürlich die Sprachen der Nachbarn, aber im Privaten und in der Schule sprach man Hebräisch. Juden wurden wurde nicht in heidnischen Schulen ausgebildet! Man blieb unter sich.

      Seele1986 schrieb:

      Wieso der Brief nicht auf Griechisch verfasst worden sein soll, habe ich noch nicht verstanden... (?)
      Es wurde in den vorigen Post doch ausführlich behandelt, dass der Autor/Überträger ein Muttersprachler mit philosophischer Schulung sein musste. Dazu musste er noch sehr gut das jüdische Leben kennen. Das passt nicht. Daher nehme ich an, dass der Brief Übersetzt/Übertragen wurde.

      Seele1986 schrieb:

      Griechisch war die Welt- und Handelssprache damals.
      Das ist falsch. Man kann es drehen wie man will, es wird nicht richtig.

      Im ganzen Römischen Reich war Latein die einzige Amtssprache. Auch auf Jesu Kreuz war die Inschrift am Kreuz Jesu war, neben Griechisch und Hebräisch/Aramäisch, auf Latein.

      Im Ostteil des Reiches war Griechisch die verbreitetste Handelssprache (unter 3% der Bevölkerung), außer in den von Griechen besiedelten Gebieten (Teile Süditaliens und Siziliens, Griechenland, Teile Kleinasiens, Küstengebiete des Nahen Ostens und Alexandria - mehr nicht) wo es natürlich auch Umgangssprache war.


      Im Westteil des Reiches, konnte nur ein Bruchteil (wohl unter 1%) mehr als rudimentär Griechisch. Unter den wohlhabenden Römern war es In, den Kindern einen griechischen Haussklaven zu kaufen, aber das ist etwa so wie unser Schulenglisch. Formal müsste sich jeder zumindest auf Englisch unterhalten können, aber nur etwa 15% könnten englische Zeitungen verstehen.


      Es nervt, wenn ich immer wieder lese, vor allem von Kollegen, dass Griechisch im Prinzip allgemein verstanden wurde. Das entbehrt jeglicher Grundlage.
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

      Alle Bibelstellen, soweit nicht anders angegeben, aus NeueLuther-Bibel.
    • Es nervt, wenn ich immer wieder lese, vor allem von Kollegen, dass Griechisch im Prinzip allgemein verstanden wurde. Das entbehrt jeglicher Grundlage.
      Zunächst einmal: ganz ruhig. Keiner will dich nerven. Du kennst dich offensichtlich sehr gut aus und das finde ich sehr spannend.

      Du hast bis in genaue Prozentzahlen hinein Angaben über die damalige Situation gemacht:

      was ich sehe bzw. verstehe ist, dass wir einen Verfasser haben, der sich offensichtlich im jüdischen Kreis sieht; können wir davon ausgehen? Einfach nur ein "Kenner" scheint es nicht zu sein, denn er zählt sich zu den Juden.

      Meine erste, schlichte Schlussfolgerung wäre (da wir den Text auf griechisch haben), dass es ein Jude ist, der Griechisch konnte oder einen Sekretär hatte (wissen wir doch, dass einige Autoren gar nicht selbst geschrieben, sondern diktiert haben). Ist das abwegig?

      Zum Bildungsstand etwas Generelles: in meinen Augen ist es generell seltsam, wie "einfache Leute" solche Texte schreiben konnten, wie wir sie in der Bibel haben. Denn das ist ziemlich hohes, literarisches Niveau; von der Bibel als Gesamtkunstwerk ganz zu schweigen.

      Es kann durchaus eine aramäische Grundfassung des Hebräers geben, ich sehe nur die Begründung nicht. Warum nicht ein Hebräer/ Aramäer, der das Griechisch beherrscht?

      Ein Muttersprachler muss es meines Erachtens nicht sein. Es gibt Menschen, die sprechen und schreiben fließend andere Sprachen, samt der Eigentümlichkeiten.

      Aber wie auch immer...

      Lg
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • P.S.: wenn ich mal ganz plump Wikipedia anführen darf, dann scheint dort der gleiche Gedankengang angenommen zu sein:

      Als mögliche Verfasser wurden daher vorgeschlagen: Apollos,[4] Priszilla,[5] Lukas oder Clemens von Rom,[6] Barnabas,[7] Petrus,
      Philippus, Judas, Aristion, Timotheus. Weil aber weder von den
      Genannten (wenn von ihnen überhaupt Werke erhalten sind) noch sonst ein
      dem Hebräerbrief vergleichbares Schriftstück erhalten ist, er also
      völlig singulär in Form wie Inhalt dasteht und im Brief selbst über den
      Verfasser nichts ausgesagt wird, kann keine dieser Hypothesen
      verifiziert werden. Aufgrund des ausgezeichneten griechischen Stils, des
      umfangreichen Wortschatzes und der eingehenden Kenntnis des Alten Testaments in der Form der Septuaginta ist als Verfasser ein griechisch gebildeter Judenchrist anzunehmen, der dem hellenistischen Flügel angehörte.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Vermutlich war Barnabas der Verfasser des Hebräerbriefes

      Seele1986 schrieb:

      was ich sehe bzw. verstehe ist, dass wir einen Verfasser haben, der sich offensichtlich im jüdischen Kreis sieht; können wir davon ausgehen? Einfach nur ein "Kenner" scheint es nicht zu sein, denn er zählt sich zu den Juden.

      Meine erste, schlichte Schlussfolgerung wäre (da wir den Text auf griechisch haben), dass es ein Jude ist, der Griechisch konnte oder einen Sekretär hatte (wissen wir doch, dass einige Autoren gar nicht selbst geschrieben, sondern diktiert haben). Ist das abwegig?

      Seele1986 schrieb:

      Als mögliche Verfasser wurden daher vorgeschlagen: Apollos,[4] Priszilla,[5] Lukas oder Clemens von Rom,[6] Barnabas,[7] Petrus,
      Philippus, Judas, Aristion, Timotheus. Weil aber weder von den
      Genannten (wenn von ihnen überhaupt Werke erhalten sind) noch sonst ein
      dem Hebräerbrief vergleichbares Schriftstück erhalten ist, er also
      völlig singulär in Form wie Inhalt dasteht
      und im Brief selbst über den
      Verfasser nichts ausgesagt wird, kann keine dieser Hypothesen
      verifiziert werden.
      Meine ELBERFELDER STUDIENBIBEL MIT SPRACHSCHLÜSSEL - NEUES TESTAMENT - revidierte Fassung, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, 4. Auflage 2000
      schreibt auf Seite 570 zur Einleitung zum Hebräerbrief folgendes: "In jedem Fall steht hinter diesem Brief, dessen Sprache eine gute hellenistische Bildung erkennen läßt, die Autorität einer anerkannten geistlichen Führerpersönlichkeit...Neben Paulus werden als mögliche Verfasser auch Barnabas, Stephanus, Silas oder Apollos genannt. Aus Stellen wie 8,13; 9,9 ist zu schließen, daß zur Zeit der Abfassung der Tempel in Jerusalem noch steht....Vermutet wird 67 n.Chr., nach dem Tod des Petrus und des Paulus in der Verfolgung unter Nero."
      Auf Grund dieses letzten Satzes müsste somit Paulus(der ca. 65 n.Chr. enthauptet wurde!) eigentlich ausscheiden. Gegen Paulus als Verfasser spricht auch das Wort "hegeomai" in Hebr.13,7+17+24, das "Führer, im Sinne von Gemeindeleiter" bedeutet(--->siehe NR. 2213 im Sprachschlüssel auf Seite 829). Paulus hat für "Gemeindeleiter" in seinen Briefen aber immer "presbyteros" oder "episkopos" geschrieben!
      Für Paulus als Verfasser spräche Hebr.10,34("Denn ihr hattet Mitleid mit mir in meinen Ketten bewiesen") Aber vielleicht war auch der Apostelkollege des Paulus, Barnabas damals (67 n.Chr.) Gefangener Neros?

      Stephanus als Verfasser scheidet aus, da er 35 n.Chr. schon gesteinigt wurde. Deshalb halte ich persönlich Barnabas für den Verfasser des Hebräerbriefes, der als "Levit, aus Zypern gebürtig" (Apostelgeschichte 4,36), als Verfasser doch besonders in Frage kommt, da im Hebräerbrief v.a. vom Opferdienst und vom Hohenpriestertum gesprochen wird; das passt auf den Leviten(!!!) Joses Barnabas doch in ganz hervorragender Weise! Und als in Zypern Geborener, sprach er selbstverständlich auch Griechisch!===> Daher deuten alle Indizien auf Barnabas als Verfasser des Hebräerbriefes hin!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Norbert Chmelar schrieb:

      Daher deuten alle Indizien auf Barnabas als Verfasser des Hebräerbriefes hin!
      ... außer dass es äußerst unwahrscheinlich (eigentlich ausgeschlossen) ist, dass er als Levit philosophisch geschult war.


      Ich befasse mich seit langem mit der Ursprache des NT und verstehe wirklich nicht, wieso das ganze NT in Griechisch sein muss! Manchmal scheint mir, dass die Verfechter dieser Annahme, die griechische Sprache als heilsrelevant sehen (ähnlich dem Muslimen mit Arabisch).

      Oft ist es eindeutig griechisch (Paulusbriefe außer Hebräer, Markus, Lukas+Apostelgeschichte, Offenbarung), aber der Rest???

      Ich denke das Gott dafür gesorgt hat, dass unsere Bibel OK ist; also ob Griechisch, Hebräisch, Aramäisch oder ... ist lediglich interessant - mehr nicht.
      Josua 24,15:
      Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter ... gedient haben, oder den Göttern ..., in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

      Alle Bibelstellen, soweit nicht anders angegeben, aus NeueLuther-Bibel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vitez Kojo ()

    • @Vitez Kojo:

      es hängt nicht am Griechisch, sehe ich genauso. Aber man nimmt halt das, was man hat.
      Bekannt ist, dass wir von keinem Text der biblischen Bücher und Briefe die Originale haben. Es hat also zweifelsohne vorige Manuskripte gegeben.
      Auch wird angenommen, dass viele Texte nicht aus "einem Guss" sind, sondern fort-geschrieben und überarbeitet wurden. Die Bibelkritik nimmt das teilweise derartig auseinander, dass ich dem nicht mehr folgen kann bzw. folgen will, aber man kann nicht ganz leugnen, dass da auch etwas dran ist. Manche Passagen sehen doch sehr eingefügt aus, als gehörten sie nicht zum ursprünglichen Textverlauf.

      Warum der Autor des Hebräers philosophisch gebildet sein musste, sehe ich nicht. Wir haben beim Hebräerbrief eigentlich recht simple Typologie. Der Tempel- und Priesterkult wird komplett typologisch auf die Person Jesu abgebildet. Der Autor muss also das Judentum kennen und natürlich an Jesus glauben.
      Ein Jude würde damals wie heute sagen: "Er kennt das Judentum nicht richtig!" - Ist es nicht so? Ein recht geschlossenes System (das Judentum) wird aufgebrochen und auf Jesus als Antitypos übertragen. Dazu muss man erstmal gläubig sein, denke ich.

      Zur "Bildung" darf ich vielleicht mich selbst mal anführen: Ich habe nie studiert; ich bin Kind aus einer Arbeiterfamilie. Kurzer Gymnasiumsbesuch, dann aber Realschulabschluss gemacht; Pflegeausbildung und nun Diakonenschule. 90% meines (theologischen) Wissens ist selbst angelesen, wieder verworfen, wieder angelesen, usw. - Ich würde dir so einen Text schreiben wie im Hebräerbrief. Könnte ich fließend Englisch (das ist Übungssache), dann würde ich ihn dir auf Englisch schreiben.

      Worauf ich hinaus will: ich finde es nicht so undenkbar, wie du es hier andeutest. Du machst (das tut die Bibelkritik übrigens auch) eine recht logische Schlussfolgerung, die auf Gesellschafts- und Sprachbild der damaligen Kultur und ihrer offiziellen (oder behaupteten) Zahlen beruht.
      Gott wird sich schon die richtigen Personen ausgesucht haben. Sein Sohn war ein Handwerker... Paulus war Zeltmacher, Petrus war Fischer...

      Das müssen keine Genies gewesen sein, aber scheinbar hatten sie die richtigen Worte. Das tut der Geist, nicht der Mensch.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Liegt lange zurück :

      Man sprach in gehobenen Schichten Griechisch. Wie ich aus zwei Zitaten des Liber Graecus, dessen Verfasser ich persönlich als redlichen Sprachwissenschaftler kannte, lese : Aneryphtw kybos" stattl "Alea jacta esto!" oder "Kai sy, teknon" anstelle "Tu quoque, Brute, mi fili ?" (Beide Juius Caesar) - - Oder Pilatus : "Idou, o anthropos" anstelle "Ecce homo!"
    • Seele1986 schrieb:

      Warum der Autor des Hebräers philosophisch gebildet sein musste, sehe ich nicht. Wir haben beim Hebräerbrief eigentlich recht simple Typologie. Der Tempel- und Priesterkult wird komplett typologisch auf die Person Jesu abgebildet. Der Autor muss also das Judentum kennen und natürlich an Jesus glauben.
      Ein Jude würde damals wie heute sagen: "Er kennt das Judentum nicht richtig!" - Ist es nicht so? Ein recht geschlossenes System (das Judentum) wird aufgebrochen und auf Jesus als Antitypos übertragen. Dazu muss man erstmal gläubig sein, denke ich.
    • Die Muttersprache, bearizismen im griechischen Text - -

      Vitez Kojo schrieb:

      aber der Rest???



      Mo, das at mit Kosnetter beigebracht : Die Hebarizisen in den veangelien herazszufunden; die grammatikalischen fehler in Markus -Evangelium ud Offebarung, deren beider Autorne nicht einmal korrket Griechisch - mi Hebraismen drinnen - beherrachren - : "Schreibens`s das net in einer Schularbeit, des gabert a "NIchtgeügend")

      Für Interessierte : Eutgen Drewermann : Das Markus - evangelium in der Übersetzung von ege Drewermann, Walter verlah Olten und Freibudrg im Breisgau 1989.