Heiligtumslehre, Untersuchungsgericht, 1844

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    • Die sogenannte "Heiligtumslehre" der Adventpioniere und E. Whites nach 1844 weist einen entscheidenden Schwachpunkt auf.

      In Offenbarung 11:2. ist vom äußeren Vorhof die Rede.

      Gemäß der Typologie der Adventpioniere müsste die Bedeutung des "Vorhofs" mit der Auferstehung und Entrückung Jesu "abgetan" sein. Offensichtlich ist er aber noch von entscheidender Bedeutung für die Erfüllung der symbolischen 3 1/2 Zeiten = 42 Monate =1260 Jahre und für die "Rechtfertigung des Heiligen" Daniel 8:14.

      Nach der "Nichterfüllung" des typologischen Entsühnungstages/Wiederkunft Christi 1844 suchten die Adventpioniere eine Erklärung für das "Ausbleiben". Ihre Erklärung meinten sie Hebräer 9 zu entnehmen. Leider beschreibt dieses Kapitel nicht den Entsühnungstag sondern erwähnt ihn nur am Rande Verse 7 und 27.28. Hebräerbrief spricht nur von der Tatsache, dass Jesus seit seiner Auferstehung im "Himmel selbst", im "Heiligen" dient, nicht im Allerheiligsten. Der "Vorhof" existiert weiter. Mit Hebräer 9:8. ist nicht der typologische Vorhof allein gemeint sondern die ganze "erste" mosaische Stiftshütte/Tempel.

      Das heißt, das typologische "Heiligtum" interessierte die späteren STA nur unter der Frage, inwiefern Jesus den "beständigen Dienst" oder den "Entsühnungsdienst" (des Yom Hakippurim) erfüllt, der "Vorhof" erschien ihnen mit dem Opfer Jesu "abgetan".

      Das mosaische Heiligtum hat aber eine viel größere typologische Bedeutung. In seiner Rede an die Athener deutet Paulus die umfassende biblische Bedeutung der Stiftshütte an: (Apg. 17:24. - 31.) Demnach bedeutet "Vorhof" den Bereich, in dem die Menschen "Gott suchen sollen ..." Ursprünglich war die "ganze Schöpfung" Gottes Heiligtum, nicht nur die "Himmel" sondern auch "Erde".


      Die Beschränkung des Heiligtums auf "Heiliges" und "Allerheiligstes" durch die Adventpioniere war ihrer Herkunft aus dem Puritanismus/Pietismus geschuldet. So kam die einseitige Deutung von Daniel 8:14. als rein "himmlisches" Geschehen auf.


      Noch William Miller hatte ein umfassenderes Verständnis des Heiligtums, da er Jesu "Erscheinen" zur Rettung der Seinen aus dem "Vorhof" 1844 erwartete. Damit hatte er die ursprüngliche/richtige Auffassung von "Entsühnungstag".


      Leider erwies sich Millers Zusammenlegung von "Entsühnungstag" mit der "Rechtfertigung des Heiligen" Daniel 8:4. als Irrtum.


      Deshalb schlage ich für Daniel 8:14. "Heiliges" eine Deutung vor, die sowohl Paulus Sicht (Apg. 17:24.-28.) einschließt als auch dem Danielbuch entspricht: Heiliges = heiliger Bund = Erlösungsbund von "Adam an"
    • freudenboten schrieb:

      Heiliges = heiliger Bund = Erlösungsbund von "Adam an"
      Vor Jesu Tod war der Hohepriester der Mittler der Entsühnung zwischen Erde und Himmel.

      Nach Jesu und seinen Tod ist das Himmelreich auf die Erde gekommen. Durch das wirken des Hl.Geistes und seiner Gemeinde als priesterliches Geschlecht, helfen wir Jesus Menschen mit dem Hohen Priester Jesus einen Bund einzugehen. Das Ganze streben Gottes war und ist den Menschen mit Gott zu versöhnen um Ihm wieder in einen Paradiesischen Zustand zu bringen...nehmen wir Jesu Auftrag ernst und verkündigen das baldige Wiederkommen unseres Herrn! Allen einen schönen Sabbat!
    • Bogi111 schrieb:

      Das Ganze streben Gottes war und ist den Menschen mit Gott zu versöhnen um Ihn wieder in einen Paradiesischen Zustand zu bringen...
      nehmen wir Jesu Auftrag ernst und verkündigen das baldige Wiederkommen unseres Herrn!
      Ja - So sei es - Amen!

      MARANATHA - UNSER HERR KOMMT! (1Kor 16,22)
    • Hallo Norbert.

      Ob das damals (um 1844) so gesehen wurde, wie Du es beschreibst, kann ich jetzt nicht mehr nach prüfen, Dafür fällt mir das Lesen allmählich zu schwer. Aber selbst wenn es so wäre, so muss das nicht heißen, dass man das heute immer noch so sieht. Die STA-Glaubenspunkte sind nicht starr, sondern dynamisch.

      Was Paulus den Athenern betr. des Vorhofes sagt, bedeutet nicht automatisch, dass man die bei der Auslegung des Heiligtums auf den Dienst Jesu genau so sehen muss..

      Ich errkenn jedenfalls, dass das Ganze ein Lehrstück ist, aus dem man vielerlei entnehmen kann.

      Jesus ist "das Lamm Gottes". Er ist das wahre Opfer. Das tierische Lamm war nur ein Symbol.

      Jesus ist der wahre Priester. Der irdische Tempel Priester war auch nur ein Symbol.

      Das Gleiche gilt für den Hohenpriester.

      Der irdische Tempel war ein "Schatten" des himmlischen Heiligtums. Dabei war in einigen Einzelheiten der salomonische Tempel anders als die Stiftshütte. Und bei der Messung des himmlischen Tempels in der Offb. fällt mir auf, dass der Vorhof nicht mehr gemessen wird. Er hat mach dem Tod Jesu keine Bedeutung mehr.

      Der Brandopfer Altar stand im Vorhof. Dort fand durch das Bestreichen der Hörner des Altars die Versöhnung statt. Jesus starb auf dieser Erde, außerhalb der heiligen Stadt. Auf unserer Erde fand die Versöhnung durch das Lamm Gottes statt. Und dieses einmalige Opfer (sagt der Hebräer Brief) reicht für alle Zeiten. Es braucht nicht wiederholt zu werden (wie in der RKK im Messopfer)

      Die letzte Versöhnung, die Beseitigung der im Heiligtum aufgehäuften Schuld, fand am Ende des Jahres-Zyklus statt, ein Symbol für das Ende der Welt. Dann wurde alle versöhnte Schuld auf den Bock Asasel gelegt (das war kein Symbol für Jesus, Asasel war kein Opferlamm. Nach meinem Verständnis ist der Bock Asasel ein Symbol für den Satan, dem mit Übertragung aller versöhnten Schulden quasi sein "Eigentum" zurück gegeben wird. Er hat ja alle Sünden verursacht. Und er kommt mit ihnen um. Den Ort seines Gerichtes und alles Bösen nennt die Bibel dann symbolisch den "feurigen Pfuhl".

      Damit ist dann die Welt wieder rein von aller Sünde.

      Zeitlich gesehen geschieht das in Offb. 20, 7ff.

      Liebe Grüße von benSalomo-