Nacktheit und Intimität

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    • Seele1986 schrieb:

      Es gibt ja überall solche & solche, den Satz kennt man ja, aber bei den STA habe ich manchmal den Eindruck, in zwei Welten zu blicken..?


      Dein Eindruck täuscht Dich nicht. Auch nach der Auseinandersetzung 1888 in Minneapolis haben sich immer wieder
      Splittergruppen gegründet,ausserhalb und innerhalb der Kirche, die "Wahrheit" unterschiedlich auslegen.

      Eigentlich hat sich bis heute nicht viel geändert...

      "Wahrheit als Lehre der Kirche der Übrigen" und "Wahrheit" als Beziehung zur Jesus Christus. Ich bin die Wahrheit und....

      de.adventistworld.org/index.ph…ntent&view=article&id=143
    • Hi

      Nachdem ich doch nun des öfteren zitiert wurde, weil ich behauptet habe, dass Nacktheit in der Gesellschaft schon immer negativ belastet sei, möchte ich diese Aussage noch etwas präzisieren.
      Klar gibt es Urwaldvölker, die praktisch nackt umherlaufen, aber selbst diese bedecken ihre Genitalien. Im weiteren war die Aussage so gemeint, dass im öffentlichen Raum Nacktheit negativ belastet war und ist. Anders sieht es da mit den dafür vorgesehenen "Zonen" aus. FKK Strand wäre so etwas, aber auch Sauna oder die Bäder zur Zeit der Römer. Ich selbst habe kein Problem mit Saunas oder dergleichen, ich war da auch schon, wenn auch nicht allzu häufig, aber das hat andere Gründe als die Nacktheit. Ich war auch schon in gemischten Saunas, alles kein Problem. Jeder der mal in einer gemischten Saune war, kann bestätigen, dass da nicht mehr sexuelle Stimulation vorhanden ist, als bei einer komplett bedeckten Frau, ich würde sogar eher sagen, dass das Gegenteil der Fall ist, da einem in einer Saune die Fantasie weniger einen Streich spielen kann, denn man sieht ja alles, auch das unvollkommene, das jeder Mensch hat.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Was bedeutet das, welcher Euphemismus ?

      Seele1986 schrieb:

      Sie deckt ja nicht sich auf, sondern Boas, oder?



      Ich bin segr vorsichtig, kann ich doch kein Wort des Hebräischen, geschweige denn Redewebdubngen.

      Bei Lutherv steht : "Decke auf zu seinen Füssen und lege dich - - ", so Naomi Und dann Ruth : " - und deckte auf zu seinen Füssen und legte sich - " Denke ich, dass die Schamhaare in Jesaia 7, 20. als "die Haare an den Füssen" bezeichnet werden oder dass in 1. Mose 24, 9. und 47,29. der Eid durch das Handanlegen an einer sehr intimen Stelle, diese umschreibend, beschrieben wird- - so hat Ruth nicht nur den Zipfel des besonders langen Mantels von Boas so umgeschlagen, dass seine grossen Zehen unbedeckt waren. (Lange Erklärung eines USA - Exegeten)

      Sa wurde schon - so oder so - eine verfängliche Situation inszeniert und Boas erwies sich als Ehrenmann.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Intimität

      Im Strafgesetzbuch , dort § 121 , wird zu diesem Punkt derart Stellung genommen, dass man auf die beengten Wohnverhältnisse (Zimmer, Küche, Gangklosett) Bedacht nimmt : Die Mehrzahl der Leute hatten eben kein Wohnzimmer - Salon - Herrenzimmer - Schlafzimmer - Badezimmer. Intimität zwischen zwei Personen geschah zwangsläufig in vielelen Fällen in der Hoffnung, dass die Kleinen am Fussende der Betten eh schon schliefen.

      Salomo hatte sechzig Starke aus den Starken in Israel um das Bett herumstehen - fein. Sulamith will ihren Freund in das Haus ihrer Mutter bringen; Isaak führte Rebekka in das Zelt seiner Mutter.

      Und wenn die ganze Familie nur ein Zelt hatte ? Oder eine einzige Schlafkammer ? ( Lukas 11, 7.)

      Vielleicht war man viel diskreter im Wegschauen, in der Civil Inattention Gofmanns.
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    • Vielleicht war man viel diskreter im Wegschauen,
      ich denke kaum. Bis heute wird bei den Sinti und Roma kurz nach der Trauung (eines meist recht jungen Paares) im "Nebenzimmer" während der Feierlichkeiten die Hochzeitsnacht vollzogen.
      Wenn sie fertig sind (keine Ahnung, wie man das zeitlich fest macht) kommen die Mütter und Großmütter, Schwestern und Cousinen, und begutachten, ob auf dem weißen Laken auch ein roter Fleck ist. Wenn dem so ist, rennen sie mit dem Laken raus und zeigen es der gesamten Feiergemeinde.
      Das Paar geht zurück zur Feier (die Braut ist fix und fertig).

      Roma sind zwar keine Semiten, aber wir dürfen im Nahen Osten wohl ähnliche Sitten vermuten, zumindest in damaliger Zeit. Im heutigen Judentum wird dies nur bei den Ultraorthodoxen in ähnlicher Weise gemacht, glaube ich.

      Man braucht doch nur in nem Dorf zu leben, auf dem Land, und die ganze Sippe weiß, wer wann mit wem; oder im Bauwagen der Schaustellerfamilie.

      Man lebte früher in Kollektiven. Diese Dinge waren Gemeinschaftsinfos.

      Privaträume sind sehr modern bzw. es gab sie nur bei sehr wenigen: die Germanen verblüfften die Forscher bei Ausgrabungen, weil tatsächlich jeder Bewohner einen eigenen Bereich hatte, eigene Waffen, Spielzeuge, Kleidung, die nur ihm gehörte. Sehr selten für damalige Kulturen.

      Auch die Monogamie ist von uns und mitnichten von den Orientalen! Ein Germane hatte immer nur eine Frau, die nicht seine Putze, sondern eine treue Kriegsgenossin war, bereit, für ihren Mann und die Kinder zu sterben. Man schenkte sich Waffen als Mitgiften. Aber das nur am Rande.
    • .
      Man braucht doch nur in nem Dorf zu leben, auf dem Land, und die ganze Sippe weiß, wer wann mit wem; oder im Bauwagen der Schaustellerfamilie.

      Man lebte früher in Kollektiven. Diese Dinge waren Gemeinschaftsinfos.

      - - Ich habe eher den Familienalltag (Lukas 11, 7.) vor Augen gehabt.


      Hochzeit : Da wurde schon zur Zeit der Mosebücher (unter Umständen) genau veröffentlicht : 5. Mose 22, 15. - 17. Jedenfalls hatte der Brautvater auf alle Fälle das "Beweismittel" in Verwahrung. Spätere, nachexilische Juden sollen zur Not eine Hahn zur Schlachtung bereitgehalten haben.

      Und : ich hatte eine sehr gescheite, kooperative, vertrauenswürdige Ambulanzschwester - vom tiefsten Land : Was die - gelegentlich zu unserem Thema - an Weisheiten, von ihrer Grossmutter vermittelt - herausschob : Die lebte in glücklicher Ehe mit Mann und Söhnen im "Speckgürtel" - ohne vorherigen "Sexualkundeunterricht".

      Letztendlich hat uns erst das "Bürgerliche Jahrhundet" verdorben.
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    • Madragora officinarium

      Da fällt mir noch eine Geschichte ein - man transponiere die in die heutige Zeit (ausser vielleicht - ohne Sohn - bei den "Vorstadtweibern" ) :
      1. Mose 30,14. : Da bringt Ruben seiner Mutter ein Aphrodisiacum mit nach Hause, fürsorglich ! Un die eine Schwester will von der anderen Schwester auch von diesen Früchten haben - -
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Ich glaube auch, dass heute alles prüder geworden ist und zwar auf eine Schizophrene Art und Weise. Einerseits sind Nacktfotos, erotische Filme etc. überall verfügbar, aber auf der andern Seite ist die Gesellschaft wahnsinnig prüde, so dass es bereits aufschreie gibt, wenn eine Mutter ihr Baby an einem öffentlichen Ort stillt. Ich bin in der tiefsten Provinz aufgewachsen und klar wussten da alle alles, man ging sicherlich auch lockerer mit der Nacktheit um, aber trotzdem war Nacktheit eher negativ konotiert.
      Wenn man Bspw. Geschlechtsverkehr in hellhörigen Räumen hatte hat man die betroffenen Personen auf keinen Fall damit konfrontiert, aber man hat es jedem im Dorf erzählt, nur die eigentlichen Verursacher haben es dann irgendwann über Umwege mitbekommen. Alleine das zeigt doch, welche Scham Menschen entwickeln.

      Liebe Grüsse
      DonDomi