Der Kongress der Zeugen Jehovas in Wien

    • Der Kongress der Zeugen Jehovas in Wien

      Hallo zusammen,

      Bin über folgenden Artikel (ein Fotoblog) gestoßen:

      derstandard.at/1341526815431/F…on?_slideNumber=1&_seite=

      Zitat zum Text in Bild 9 (das mit dem Taufbecken):

      Gottes Wort sei wahr, weil es immer Bibelstellen gibt, die sich aufeinander beziehen und sich gegenseitig bestätigen, sagt Hannes Weinberger. Ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, eine Behauptung in einem Buch mit einer anderen Behauptung im selben Buch zu beweisen, und so verstricken wir uns am Taufbecken, in dem bisher nur knöcheltief Wasser steht, in eine Diskussion über den Wahrheitsgehalt der Bibel.

      Ich frage nach dem fünften Buch Mose, wo unter dem Speiseverbot "Alle reinen Vögel dürft ihr essen. Diese aber sind es, von denen ihr nicht essen sollt" neben Adlern, dem Käuzchen und dem Schwan auch die Fledermaus aufgezählt wird. Heute wissen wir, dass die Fledermaus kein Vogel ist. Vielleicht wussten es die, die Gottes Wort niedergeschrieben haben, einfach noch nicht, und die Bibel ist tatsächlich bloß ein Werk der Menschen, werfe ich ein. Weinberger ist diese Stelle auf Anhieb leider nicht bekannt.



      Was hättet ihr geantwortet? Fledermaus...Vogel?

      viele Grüße

      Tricky

      P.S. Ich beneide die ZJ manchmal um ihre "Presse", die sie haben. JEDER in Österreich weiß, was ein Zeuge Jehovas ist. Wer weiß, was ein Adventist ist?
    • tricky schrieb:

      Was hättet ihr geantwortet? Fledermaus...Vogel?

      Also Tatsache ist, dass die Fledermaus unter den Vögel aufgezählt wird, kann man ja nicht leugnen. Dass Gott seine Geschöpfe nicht kennt, halte ich für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher halte ich, dass man die Fledermaus wegen seiner Fliegefähigkeit zu den Vögel (fliegenden Geschöpfe) gezählt hat. Die Einteilung Säugetier, Wirbeltier hat es damals vielleicht noch nicht gegeben. Wenn man die geflügelten Tiere mit den verschiedenen Übersetzungen vergleicht, merkt man, dass die Tiere nicht überall gleich genannt sind. Eventuell war der Bibelschreiber/Übersetzer kein Zoologe und hat nach seinem Verständnis (Beobachtung?) die Tiere beschrieben und aufgeschrieben. Das würde auch die verschiedenen Tiernamen erklären, die in den Übersetzungen zu finden sind.

      Die Bibel spricht auch davon, dass der Hase unrein ist, weil er ein Wiederkäuer ist. Nach heutigem Verständnis ist der Hase ein Nagetier.

      Ich hörte mal die Ansicht: Der Hase (wie auch das Meerschweinchen) frißt bestimmte Kotkügelchen die er direkt vom After holt und nochmals frißt. Das hat den Grund, weil diese bestimmten Kotkugeln wichtige Vitamine oder Spurenelemente enthalten, die der Hase braucht. Und er kennt genau, welche er fressen soll und welche nicht. Der Hase kaut also nicht wieder wie z.b. die Kuh, aber auf andere Art wiederholt er den Kauvorgang auch.

      Was lernen wir daraus? Dass dieser Bericht keine Verbalinspiration ist.


      tricky schrieb:

      P.S. Ich beneide die ZJ manchmal um ihre "Presse", die sie haben. JEDER in Österreich weiß, was ein Zeuge Jehovas ist. Wer weiß, was ein Adventist ist?
      Ich denke, wenn wir mal so öffentlich aktiv sind, wie die Zeugen Jehovas, dann wird auch jeder wissen, was ein Adventist ist. :P

      Michaela und ich waren in Praternähe auf Besuch. Am Nachhauseweg waren die Zeugen Jehovas auch gerade am Nachhauseweg. Es waren so viele, dass wir den Bus nicht nutzen konnten. Wir gingen dann zu Fuß zur U-Bahn. Sehr diszipliniert war die Riesengruppe!

      ***
    • Fledermäuse

      Wir dürfen nicht vergessen, dass jedes Buch der Bibel zuerst mal für die Menschen geschrieben wurde, die in der Zeit der Abfassung lebten. Und da musste der (inspirierte) Schreiber und auch Gott die Worte wählen, die der zur damaligen Zeit lebende Gläubige verstand.


      Die Sache mit der Fledermaus ist ja nicht die einzige solche Bibelstelle.

      Natürlich haben wir heute an Wissen gewonnen. Also streiche ich für mich ganz selbst und persönlich die Fledermaus aus der "Kategorie "Vögel" und ordne sie bei "Säugetiere" ein. Aber ungenießbar bleibt sie trotzdem, denn sie spaltet nicht die Klauen und wiederkäut auch nicht.

      Und ich freue mich, wenn sie abends laut schreiend um unser Haus fliegen und die Insekten weg fangen, die uns Schaden zu fügen.

      Ein Glaubensproblem ist die Fledermaus überhaupt nicht. Gott hat mir doch als Mensch einen Verstand mit gegeben!

      benSalomo
    • Ich denke, dass die Einteilung zur Zeit des AT nicht nach Säugetier oder Vogel gemacht wurde. Könnte man es auf einfache Dinge herunterbrechen:

      Was fliegt und aussieht wie ein Vogel, ist ein Vogel

      Was schwimmt, ist ein Fisch, wenn es aussieht wie ein Fisch

      Ein Tier, das wiederkäut, oder es sieht so aus als würde es wiederkäuen = Wiederkäuer


      Ich denke, dass die Tiere damals eher nach ihrer sichbaren Eigenschaft kategorisiert wurden und nicht nach ihrer Zellstruktur bzw. ihrem Aufzuchtverhalten. Insofern habe ich mit diesem Text überhaupt keine Probleme.


      Was mich aber schon mehr bewegt ist der Journalist, der gerade dieses Beispiel aus der Bibel erwähnt hat und sich offensichtlich viel mit der Bibel beschäftigt haben muss, denn so aus dem Stand fällt einem das doch nicht ein, oder? Und allein das haben die ZJ mit ihrem öffentlichen Kongress geschafft. Da blättert ein Journalist, der sonst nichts mit der Bibel am Hut hat, in Gottes Wort. Super Effekt, oder?
    • die Bibel von Gott inspiriert ist

      gemeint ist wohl 3. Buch Mose Kapitel 11, Verse 13 f.:


      Und diese sollt ihr verabscheuen unter den Vögeln, dass ihr sie nicht esst, denn ein Gräuel sind sie: den Adler, den Habicht, den Fischaar,
      den Geier, die Weihe mit ihrer Art
      und alle Raben mit ihrer Art,
      den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art,
      das Käuzchen, den Schwan, den Uhu,
      die Fledermaus, die Rohrdommel, den Storch,
      den Reiher, den Häher mit seiner Art, den Wiedehopf und die Schwalbe.


      Nach der damaligen Taxonomie sind die fliegenden Tiere gemeint soweit es sich nicht um Insekten handelt.


      im 1. Buch Mose 1, 21 ist auch ein Taxonomie-Fehler.
      Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art,


      Wale sind lebend gebärende Säugetiere und keine Kiemen atmenden Fische.

      Ich denke mal, dass die Bibel von Gott inspiriert ist und von Menschen nach damaligem Wissenstand nach bestem Wissen und Gewissen niedergeschrieben wurde. Und Menschen machen Fehler.
    • Das die ZJ bekannter als die STA sind liegt doch daran, dass sie sich "bekannter machen". Wer sich den Leuten mit Gewalt aufdrängt der ist natürlich bekannter. Umgekehrt stellt sich natürlich auch die Frage, was schief läuft, dass wir in den Gemeinden viel über Mission sprechen aber kaum diese praktizieren. Ich z.b. habe von meiner philippinischen Frau, die Adventistin war zum ersten mal von den STA gehört, da war ich über 30 Jahre alt. Ich bin aber z.b.mehrere Jahre in einer Stadt zur Schule gegangen die auch eine größere STA-Gemeinde hat ohne jemals einem Adventisten während dieser Jahre begegnet zu sein. In der Fußgängerzone waren immer die ZJ und ab und zu eine Abordnung der Mormonen als Chor zu sehen und zu hören, STA´s nie. An der Haustür waren immer (so oft das es einem lästig wurde die ZJ), aber einen STA hab ich nie vor meiner Haustür erlebt....
    • Pinoy Klaus schrieb:

      Das die ZJ bekannter als die STA sind liegt doch daran, dass sie sich "bekannter machen". Wer sich den Leuten mit Gewalt aufdrängt der ist natürlich bekannter.

      Da Zeugen Jehovas das Missionsgebot - nicht zu Unrecht - an Hand der Bibel erkannt haben, handeln sie biblisch. Ich denke nicht, dass es ihnen um den Bekanntheitsgrad als Menschengruppe geht. Sie wollen Gott bekannt machen. Und die Bibel sagt nicht: Das Evangelium soll alleine unter denen gepredigt werden, die es ohnehin schon kennen und angenommen haben oder solchen, die es hören wollen. Auf der ganzen Welt muss das Evangelium gepredigt werden. Allen Völkern und Nationen. Ob sie es nun wollen oder nicht. Die Völker und Nationen können dann für oder gegen entscheiden. Genau zu diesem Zweck wird es nämlich ALLEN Menschen gepredigt werden.


      Umgekehrt stellt sich natürlich auch die Frage, was schief läuft, dass wir in den Gemeinden viel über Mission sprechen aber kaum diese praktizieren.
      Genau! Vielleicht sollten wir uns mal ernsthaft hinterfragen, warum wir gerne über die Zeugen Jehovas auf Grund ihres den Menschen lästigen empfundenen Missionierens "lästern" oder zumindest mit negativem Unterton über sie reden und sie "beneiden", dass sie durch ihre Mission so bekannt wurden, anstatt uns Gedanken machen und endlich mal selbst zur Tat schreiten! Wir tun "innerbetrieblich" sehr viel für die Mission. Lassen aber gerne die anderen oder bestimmte Abteilungen dafür arbeiten und halten uns stille und bedeckt im Hinter- oder gar Untergrund.



      Ich z.b. habe von meiner philippinischen Frau, die Adventistin war zum ersten mal von den STA gehört, da war ich über 30 Jahre alt.
      Eben? Du bist sicher nicht der Einzige, mit deiner Erfahrung. Das muss doch eine Ursache haben, die wir nicht im negativem Sinn bei den Zeugen Jehovas suchen sollten.



      Ich bin aber z.b.mehrere Jahre in einer Stadt zur Schule gegangen die auch eine größere STA-Gemeinde hat ohne jemals einem Adventisten während dieser Jahre begegnet zu sein. In der Fußgängerzone waren immer die ZJ und ab und zu eine Abordnung der Mormonen als Chor zu sehen und zu hören, STA´s nie.
      Wir müssen uns fragen: Warum schämen wir uns für das Adventist sein? Wir schämen uns nicht? Dann frage ich mich, warum wir uns so verstecken. Nicht mal jeder Autofahrende Adventist hat ein Adventistenlogo auf seinem Auto. Und als bei uns mal ein Bruder Anstecknadeln mit unserem Logo in die Gemeinde brachte, hielt sich die Begeisterung sehr in Grenzen. Warum eigentlich? Haben wir Angst auf unsere Kirche, auf unseren Glauben angesprochen zu werden? Zeugen Jehovas haben diese Scheu nicht. Mormonen auch nicht, obwohl sie in der Bibel nicht so gut "zu Hause sind, wie die Zeugen Jehovas.


      An der Haustür waren immer (so oft das es einem lästig wurde die ZJ), aber einen STA hab ich nie vor meiner Haustür erlebt....
      So ist es! Nach meinem heutige Wissen, war bei mir lange bevor ich - über das Internet - mit Adventisten in Kontakt kam, eine BE bei mir. Ich ließ sie in die Wohnung. (Ich lasse auch Zeugen Jehovas in die Wohnung. Wir sprachen sehr lange und viel. Ich kaufte ihr euch eine Menge Bücher ab. Aber mir war nicht klar, dass sie von ihrer Kirche, der Kirche der sibenten Tags Adventisten kam.

      Dass ihre Konferenz so bekannt ist, wundert mich auch nicht. Sie laden zu diesem "Fest" ein. Sie mieten öffentliche Stadien und sie tragen beim Hinweg wie auch beim Nach Hause Weg ein Abzeichen, dass sofort zeigt: Sie sind Zeugen Jehovas und gehen oder kommen gerade zu oder von ihrer Konferenz.

      Ich habe nicht im Sinn, dass wir zur Konferenz öffentlich einladen. Ich war das erste Mal auf einer Konferenz, da war ich bereits Adventist. Vorher nicht, obwohl ich da die STA auch schon einige Jährchen kannte.

      Wäre mal wert und wichtig, darüber nachzudenken und als Fragen oder als Denkanstoß im "Missionsbereich" ansprechen.

      Ich habe gehört - besser gesagt ich weiß, dass es Gemeinden gibt, die sich die Mühe machen und einige Tausend Bücher "Vom Schatten zum Licht" per Post verschicken. Wäre es nicht eine tolle Möglichkeit, diese Bücher den Leuten persönlich anzubieten? Mit der Einladung, gemeinsam darüber zu sprechen? Der Kontakt zum Menschen ist wichtig. Der ist am Postweg zwar nicht umsonst, aber lange nicht so effizient wie die persönliche Begegnung.

      ***