Todesstrafe - Was hat sich durch das Opfer Christi geändert

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    • Nachtperle schrieb:

      Jetzt wäre mal die Frage: Woran macht man heute biblisch fest, dass die Todesstrafe von Seiten Gottes nicht (mehr) gewünscht/erlaubt/vorgesehen ist?

      Das ist wieder mal so ein heikles Thema, welches die Sachlichkeit erschwert. Dabei ist gerade diese so nötig, bei solchen Themen.
      ***



      Nachtperle, was war der Sinn der Todesstrafen im AT. Wenn du diese Antworten hast, kannst du besser beurteilen ob es auch heute noch, unter unseren Umständen, von Gott gewünscht ist, Todesstrafen zu vollstrecken. So gehe ich zumindest an die Angelegenheit heran.
    • conradi schrieb:

      Die Diskussion um die Todesstrafe ist eher auf der politischen Ebene zu führen als auf der etwas theoretisch wirkenden Seite der biblischen Exegese.
      DA kann ich nicht mit, für mich ist die Auslegung der Bibel (Exegese) nicht "theoretisch wirkend" sondern Grundlage meiner Lebensentscheidungen und zwar VOR der politischen Ebene. Wenn das für dich umgekehrt ist, dann möge das so sein.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Jonajim schrieb:

      Nachtperle, was war der Sinn der Todesstrafen im AT. Wenn du diese Antworten hast, kannst du besser beurteilen ob es auch heute noch, unter unseren Umständen, von Gott gewünscht ist, Todesstrafen zu vollstrecken. So gehe ich zumindest an die Angelegenheit heran.
      Und wenn ich von etwas den Sinn heute nicht mehr zu finden meine, dann ist es ungültig? Wie z.B. für viele Christen Rein/Unrein (wofür sie sogar meinen noch Texte zu finden), oder der Sabbat, der seinen Sinn verloren hat da er vom Gedenktag an die Auferstehung abgelöst wurde etc.???
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • conradi schrieb:

      Dazu bedarf es auch ein etwas Mehr an Intelligenz als das verbreitete rüpelhafte Stammtisch Gejohle unter dem Motto "Rübe ab"
      Wenn du das Wort Gottes in die Kategorie "rüpelhaftes Stammtischgejohle" einreihst oder damit gleichsetzt ist das schade. Ich kann jedenfalls Texte wie 4 Mo 35 16.-19. oder 4 Mo 35,30 (der Mörder soll unbedingt getötet werden) nicht einfach abbeuteln, wie ein nasser Hund sein Fell und dann Menschen die etwas vergleichbares fordern (für einen geständigen selbstgefälligen Massenmörder) abqualifizieren. Aber nett, wie hier die Ethik unserer säkularen Gesellschaft höher geachtet wird, als das Wort Gottes!
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      Liebe Grüße, Heimo
    • ingeli schrieb:

      Nur eine Frage habe ich dann doch noch, akzeptieren die Adventisten die Todesstrafe allgemein oder ist dies nur ein Bibelverständnis jedes einzelnen.
      Dazu eine gemeinsame Erklärung des NDV und SDV:

      „Wir glauben an einen Schöpfergott, der diese Welt und das Leben auf ihr geschaffen hat und es erhält.“ Die Schöpfung sei ein Geschenk Gottes, „das uns zu verantwortungsbewusstem Umgang mit ihr verpflichtet“.
      Da der Mensch als Teil der Schöpfung mit Würde ausgestattet sei, wende sich die Leitung der deutschen Adventisten „gegen Folter, Todesstrafe, Vertreibung und alle entwürdigenden Praktiken, die Menschen ihres Lebens oder Lebensraumes berauben.
      Wir akzeptieren keinen Rassismus, weder in der Gesellschaft noch in unserer Freikirche.“

      http://www.apd.info/wp-content/uploads/2009/12/APD_OktoberNovember200901.pdf


      mit lieben Grüßen
      conradi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • HeimoW schrieb:

      ingeli schrieb:

      @Heimo, ... und wem spreche ich den Glauben ab. ....
      Hier, wie von mir zitiert:

      ingeli schrieb:

      Wer an Jesus glaubt, mit ihm lebt wird niemals ein Befürworter der Todesstrafe sein
      Damit sprichst Du dem Befürworter der Todesstrafe den Glauben an Jesus ab, und lehnst etwas ab, was Gott angeordnet hat (Todesstrafe).
      .
      Heimo, ich spreche dir nicht den Glauben an Jesus ab und auch niemand anderen.

      Ein Beispiel: ich spreche im Du, aber spreche keinen Menschen direkt an damit.
      Es wird jemanden die Todesstrafe verhängt, du oder du bist Christ, hast Jesus dein Leben übergeben, gehst mit Jesus durch den Alltag und du müßtest die Todesstrafe ausführen und den Menschen töten. Zum einen bist du dann ein Mörder. Und zum anderen würdest du das ausführen ?
      Den Menschen hast du vor dir, müßtest du die Gefühle und den Verstand und das Gewissen ausschalten um diese Tat zu vollbringen oder tust du es, weil es in der Bibel steht ?
      Wäre Jesus in dir der Befürworter zur Tat ?
      Kann Jesus überhaupt der Befürworter der Todesstrafe sein?
    • HeimoW schrieb:

      Ich kann jedenfalls Texte wie 4 Mo 35 16.-19. oder 4 Mo 35,30 (der Mörder soll unbedingt getötet werden) nicht einfach abbeuteln, wie ein nasser Hund sein Fell und dann Menschen die etwas vergleichbares fordern (für einen geständigen selbstgefälligen Massenmörder) abqualifizieren. Aber nett, wie hier die Ethik unserer säkularen Gesellschaft höher geachtet wird, als das Wort Gottes!
      Solltest du das von mir zitierte "Stammtisch Gejohle" auf dich beziehen bitte ich um Verzeihung. Eine Gesellschaft, welche Massenmörder nicht gleich hinrichtet als "beschämend" zu beschimpfen geht jedoch mit meinem christlichen Verständnis nicht zusammen. War da nicht auch ein gewisser "Norweger" mit dem Namen Jan Paulsen, der als Präsident der GK besonders intensiv die Werte Toleranz und Menschenrechte betonte? Unter seiner Leitung wurde sogar die geplante Todesstrafe in Uganda für Homosexuelle entgegen einigen Intentionen des lokalen Vorstehers von der GK in offiziellen Stellungnahmen kritisiert, obwohl im AT (im theokratischem Staat Israel) diese Strafe in der Bibel eingefordert wird. (Quelle: Adventisten heute, 2010) Wurde auch hier die "Ethik einer säkularisierten Gesellschaft" höher gehalten als Gottes Wort?

      Liest man 4. Mose 35 im Zusammenhang dann handelt es sich um Anweisungen zu Rechtsordnungen im beginnenden theokratischen Staat Israel. Bezeichnender Weise wird dabei in diesem Zusammenhang sogar dem Hohepriester eine, wenn auch passive, Funktion (Vers 28 ) zugeteilt, der Dienst dieser Hohepriester ist aber mit dem NT zu Ende. Prinzipiell geht es bei diesem ganzen Kapitel um die Regelung der Blutrache. Historisch gesehen kann die Entwicklung der Todesstrafe durchaus auf ursprünglichen Motive der Blutrache zurückgeführt werden. Matt 5,38 spricht aber eine andere, neue Sprache: „Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn.‘ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir.....
      Das sind mahnende Worte Jesus an das eigene persönliche Verhalten, vielleicht nicht unbedingt eine umsetzbare Rechtsgrundlage für einen Staat. Noch viel weniger sind wohl die Gesetze der Blutrache aus 4. Mose 35 in einem demokratischen Staat anwendbar. (Zudem wurden bekannte Mörder und Ehebrecher wie z.b. ein David nicht nach diesem Gesetz bestraft, er hat Vergebung erfahren).


      mit lieben Grüßen
      conradi
      mit lieben Grüßen
      conradi

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von tricky () aus folgendem Grund: Smiley verbessert

    • Das Opfer Christi und was es bewirkt, so heißt der dieser Thread, wer kann dies bewirken, das wir nicht Rache üben, nicht nach dem Prinzip leben Auge um Auge, Zahn um Zahn leben, die Todesstrafe nicht befürworten, doch nur der der selber Opfer war.
      Einzig Christus in uns.
      Das ist auch kein sich im Kreis drehen, das gehört alles zusammen, Kriegsdienstverweigerung, Menschenrechte, Todesstrafe, alles beginnt in den Gedanken und das nicht nur beim ehebrechen, sondern auch jeder Mord, jede Befürwortung ob positiv oder negativ, hat den Ursprung in unseren Gedanken.
    • conradi schrieb:

      War da nicht auch ein gewisser "Norweger" mit dem Namen Jan Paulsen, der als Präsident der GK besonders intensiv die Werte Toleranz und Menschenrechte betonte? Unter seiner Leitung wurde sogar die geplante Todesstrafe in Uganda für Homosexuelle entgegen einigen Intentionen des lokalen Vorstehers von der GK in offiziellen Stellungnahmen kritisiert, obwohl im AT (im theokratischem Staat Israel) diese Strafe in der Bibel eingefordert wird. (Quelle: Adventisten heute, 2010) Wurde auch hier die "Ethik einer säkularisierten Gesellschaft" höher gehalten als Gottes Wort?
      Mir zeigt das Beispiel von Jan Paulsen, dass wir als Kirche der Siebenten Tags Adventisten nicht einfach Vorgeschriebenes glauben müssen. Die Bibel lässt hier wieder - wie in einigen Fällen - grund verschiedene Meinungen zu. Und immer noch bleibt unsere Erkenntnis "Stückwerk". Daher finde ich es etwas eigenartig, wenn man einen Menschen - weil er an der Spitze in der Struktur steht, als Beispiel nehmen will, was denn nun Adventisten glauben, oder auch nicht.
      Wir müssen einfach lernen, Meinungen und Ansichten anderer Personen - auch Adventisten - als deren Ansicht stehen lassen zu können. Denn wenn hier auch mit großen Lettern geschrieben wird: Du sollst nicht richten ... muss bedacht werden, dass dies auch nichts anderes ist, als eben Richten, wenn man anderer Meinung so vehement an den Pranger stellt, ohne eindeutige biblische Argumente zu bringen. Alle Texte, die bisher angegeben wurden, waren keine 100% anwendbare Argumente. Weil diese Texte verschieden verstanden werden können und wie man hier sehen kann auch werden.

      Meine Meinung: Jan Paulsen versteht die Bibel in dieser Sache eben so, wie beschrieben. Heimo versteht die Bibel in dieser Sache eben so, wie beschrieben. Baptist, Nachtperle, ingeli, conradi ... haben auch ihr biblisches Verständnis zu dieser Sache. Aber ... Wir alle sind mit unserer Meinung noch lange nicht "DIE ADVENTISTEN". Es soll vermieden werden, die Ansicht einiger Adventisten als Ansicht oder gar Lehre "der Adventisten" zu verbreiten.

      Jesus hat der Sünderin verziehen und sie nicht steinigen lassen. Denn sie hat bereut. Daher hat er ihr Vergebung angedeihen lassen und ihr befohlen: Sündige nicht mehr. Wenn ich das aber jetzt umlege auf Breivik. Er hat fast 100 Menschen umgebracht, ermordet. Er bereut nicht! Würde Jesus zu ihm sagen: Sündige fortan nicht, würde das nach Breiviks Verhalten in den Wind gesprochen sein. Er würde die Vergebung - nach seinen eigenen Worten - mit einem neuen Anschlag nutzen.

      Ein Beispiel:

      Ein Terrorist wird nicht zum Tode verurteilt. Die Richter verhielten sich "christlich". Dieser Terrorist wird jetzt von anderen Terroristen frei erpresst. Sie nehmen Geiseln und töten stündlich eine davon. Solange, bis der Terrorist wieder frei geht. Sobald der Terrorist wieder frei gegangen ist, geht er weiter seinem "Job" nach und mordet für seine Ideale weiter. So sterben, weil das Leben eines Mörders verschont wurde eventuell hunderte unschuldige Menschen. Aber der Mörder lebt und "arbeitet". Und das sogar sehr fleißig.

      Kann sich ein Staat, Justiz oder wer dafür zuständig ist, jetzt wirklich von der Schuld dieser Morde freisprechen?

      Das ist zwar eine krasse Geschichte, aber auch eine Reale. Ob DAS so im Sinne Gottes ist?

      Ich will hier weder für oder gegen die Todesstrafe voten. Es soll nur mal alle ein wenig zum Denken geben, die meinen die (menschen) Würde des Mörders muss gewahrt werden. Die menschen (Würde) der unschuldigen Opfer aber wohl nicht? Denn der Staat wusste in meinem beschriebenen Fall ganz genau, wenn er nicht nachgibt, stirbt stündlich ein Mensch. Und das ziemlich Menschen Unwürdig und Unschuldig. Der Terroist aber ist NICHT unschuldig.

      Ich erwarte keine Antwort und möchte auch gar nicht, dass man diese erfundene Geschichte jetzt nach allen Regeln der Kunst zerlegt, ob nicht doch die Opfer rechter Weise sterben sollen, müssen dürfen um den Täter zu schonen. Es soll nur mal von einer anderen Seite beleuchtet werden.

      Gott hat dem Staat die Verantwortung der Rechtsprechung übertragen. Wie sollte also ein Staat mit so einem Mörder umgehen. Der seine Taten nicht nur nicht bereut, sondern sogar ankündigt, dass er sofort weiter macht, sobald er die Möglichkeit dazu findet.

      Und bei den Gedanken kann nicht nur, da soll sogar Gott mit einbezogen werden. Die Verantwortung endet ja nicht mit dem Verschonen des Mörders von der Todesstrafe.

      Nach meinem Verständnis bin ich mir sicher: Das Opfer Jesu Christi bewirkt bei diesem Täter gar nichts. Am Wenigsten Vergebung und Erlösung. Wie Gott dann die Menschen beurteilt, die dem Sterben der unschuldigen Opfer tatenlos zugesehen haben ...?? Wie das Opfer bei solchen Menschen wirkt?

      Ich sehe übrigens die Todesstrafe nicht als Racheakt.

      ***
    • Man muss beachten, in welchem Kontext das Gebot der Todesstrafe gegeben wurde. Damals wurde der Staat - theokratisch - regiert, Gott war die oberste Instanz und sorgte dafür, dass in dem Staat Israel keine Menschen wohnen konnten, die 1) für sich den Glauben an Gott beanspruchten und 2) zugleich aber Seinen Namen missbrauchten und schwere Sünden (z.B. Morden) begingen. Dies hatte schwere Folgen: 1) Missbrauch des Namens Gottes führte dazu, dass sich die Heiden dem Volk Israel nicht anschließen wollte/würden, und 2) die Sünde hätte in Israel zugenommen.

      Gott wollte jedoch einen Staat ohne Menschen, die schwere Sünden begehen (würden). Nicht sündlose Menschen, aber dennoch Menschen, die keine schwere Sünden begehen. Und damit ein solcher Sünder das Volk nicht zur Sünde verleiten konnte, war die Strafe sehr hart: Todesstrafe. Wir müssen dabei im Auge behalten, dass auch der Todesstrafe würdige Sünden durch ehrliche Reue vergeben werden konnten, auch wenn sie bewußt begangen wurden.

      Aus der Geschichte weiß man, dass man in Wirklichkeit dieses Gebot nur sehr "schwach" eingehalten hat. Es wurden nur sehr sehr wenige Menschen mit dem Tod gerichtet. Dies führte dazu, dass die Sünde in Israel immer zunahm und schließlich fast alle Israeliten zur Sünde verleitete. Wir wissen auch, dass ein Sünder, wenn er in seiner Sünde beharrt, das Reich Gottes nicht erben kann. Auch heute gibt es viele Sünder auf der Welt, die Gottes Volk in Sünde verleiten und sie in den ewigen Tod bringen.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)

    • Nachtperle schrieb:

      Jesus hat der Sünderin verziehen und sie nicht steinigen lassen. Denn sie hat bereut. Daher hat er ihr Vergebung angedeihen lassen und ihr befohlen: Sündige nicht mehr.
      Das Thema mit Jesus und der Sünderin, hatten wir auch mal in der Sabbatschule in der Reformergemeinde. Dort war man allerdings nicht der Meinung, dass Jesus sie nicht hat steinigen lassen, weil sie bereut hatte sondern, weil es keine Zeugen gab also nicht die vorgeschriebenen zwei Zeugen, die bestätigen konnten, dass sie Ehebruch begangen hatte. Von daher durfte sie auch nicht zum Tode verurteilt werden.

      Nachtperle schrieb:

      Wenn ich das aber jetzt umlege auf Breivik. Er hat fast 100 Menschen umgebracht, ermordet. Er bereut nicht!
      Jetzt dürfte er aber genug Zeit haben um zu bereuen. Und vieleicht bereut er ja doch noch. Zumindest hat Gott ihm meiner Meinung nach die Möglichkeit dazu gegeben. Und ich bin froh, dass wir so einen liebenden Gott haben, der uns auch die Möglichkeit läßt uns zu ändern.

      Nachtperle schrieb:

      Würde Jesus zu ihm sagen: Sündige fortan nicht, würde das nach Breiviks Verhalten in den Wind gesprochen sein. Er würde die Vergebung - nach seinen eigenen Worten - mit einem neuen Anschlag nutzen.
      Auch, wenn er das so sagte, so kann weder er noch wir wissen, ob er es wirklich noch mal tuen würde!

      Nachtperle schrieb:

      Ein Beispiel:

      Ein Terrorist wird nicht zum Tode verurteilt. Die Richter verhielten sich "christlich". Dieser Terrorist wird jetzt von anderen Terroristen frei erpresst. Sie nehmen Geiseln und töten stündlich eine davon. Solange, bis der Terrorist wieder frei geht. Sobald der Terrorist wieder frei gegangen ist, geht er weiter seinem "Job" nach und mordet für seine Ideale weiter. So sterben, weil das Leben eines Mörders verschont wurde eventuell hunderte unschuldige Menschen. Aber der Mörder lebt und "arbeitet". Und das sogar sehr fleißig.

      Kann sich ein Staat, Justiz oder wer dafür zuständig ist, jetzt wirklich von der Schuld dieser Morde freisprechen?
      Gegenfrage: War es der Staat oder die anderen Terroristen, die diese Geiseln umbrachten? Und jetzt stell dir mal folgendes vor: Angenommen, der Terrorist würde hingerichtet werden, wer würde denn wissen können, ob die anderen Terroristen nicht aus Rache dafür nicht erst Recht Menschen getötet oder sogar als Geiseln gehalten und stündlich eine getötet hätten um z.B. die Herausgabe des Richters zu fordern, der ihn um Tode verurteilte?

      Nachtperle schrieb:

      Ich sehe übrigens die Todesstrafe nicht als Racheakt.
      Ich schon. Wenn wir uns mal die Synonyme für das Wort Rache ansehen, wird klar, das auch die Todesstrafe eine Rache ist:
      Abrechnung, Bestrafung, Gegenangriff, Gegenschlag, Gegenstoß, Heimzahlung, Revanche,Vergeltung; (gehoben) Ahndung, Genugtuung

      duden.de/rechtschreibung/Rache


      Bei der Todesstrafe wegen Morders, wird jemanden (von Menschen) heimgezahlt, dass er oder sie einen anderen Menschen getötet hat. Und das soll keine Rache sein? Gott hat aber ganz eindeutig gesagt, dass wir uns nicht rächen sollen: Röm 12,19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht JHWH«.

      Lg dir.


      Aaron
    • Mein ist die Rache, ich will vergelten, heißt ja, nicht die Menschen sollen vergelten, sondern Gott will es tun und tut es auch, durch sein Gesetz von Ursache und Wirkung. Da verstehe ich, ohne zuwirken von Menschen.
      Ich bin der Herr über Leben und Tod, heißt, nicht die Menschen sollen Richter sein, sondern Gott ganz allein.
    • ingeli schrieb:

      Es wird jemanden die Todesstrafe verhängt, du oder du bist Christ, hast Jesus dein Leben übergeben, gehst mit Jesus durch den Alltag und du müßtest die Todesstrafe ausführen und den Menschen töten. Zum einen bist du dann ein Mörder.
      Nein, denn die Vollstreckung der Todesstrafe ist kein Mord.

      ingeli schrieb:

      Und zum anderen würdest du das ausführen ?
      Nein, Henker wäre kein Beruf, den ich ausüben möchte. Aber ich möchte auch kein Soldat sein. MEin persönliches Wollen hat nichts mit der grundsätzlichen Berechtigung der Todesstrafe zu tun. Vielleicht würde ich mich (der Exekution) verweigern, wie die Ankläger der Ehebrecherin.

      ingeli schrieb:

      Wäre Jesus in dir der Befürworter zur Tat ?
      Ich denke, dass Jesus hinter den Geboten im AT steht, daher auch hinter der Todesstrafe. Auch bei der Ehebrecherin hat er nicht die Berechtigung der Todesstrafe in Zweifel gezogen, sondern die Exekution (in diesem speziellen Einzelfall) indirekt verhindert.

      ingeli schrieb:

      Kann Jesus überhaupt der Befürworter der Todesstrafe sein?
      Ja, denn ER wirkt schon im AT als Gott (siehe oben).
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Zitat von »ingeli«
      Es wird jemanden die Todesstrafe verhängt, du oder du bist Christ, hast Jesus dein Leben übergeben, gehst mit Jesus durch den Alltag und du müßtest die Todesstrafe ausführen und den Menschen töten. Zum einen bist du dann ein Mörder.
      Nein, denn die Vollstreckung der Todesstrafe ist kein Mord.
      Falsch! Denn, wenn jemand unschuldig hingerichtet wird, ist dies sehr wohl Mord! Siehe dazu folgenden Bibelvers:
      2Mo 23,7 Von einer betrügerischen Sache halte dich fern, und den Unschuldigen und Gerechten bringe nicht um; denn ich spreche keinen Gottlosen gerecht.


      Durch die Todesstrafe jedoch wurden schon viele unschuldige Menschen umgebracht! Und da meinst du so eine Strafe wäre kein Mord??? :?: :?: :?: Ich fass es einfach nicht. :(

      HeimoW schrieb:

      Nein, Henker wäre kein Beruf, den ich ausüben möchte. Aber ich möchte auch kein Soldat sein. MEin persönliches Wollen hat nichts mit der grundsätzlichen Berechtigung der Todesstrafe zu tun. Vielleicht würde ich mich (der Exekution) verweigern, wie die Ankläger der Ehebrecherin.
      Vieleicht? Heißt dass, dass du unter Umständen doch dazu bereit wärst?
    • @Aaron,

      ich kann deine Meinung eben als DEINE Meinung unkommentiert stehen lassen, auch wenn ich sie nicht mit dir teile. Ich will dir gar nicht meine Ansicht aufzwingen. Und du mir deine sicher auch nicht.

      Wenn es das Absolute in einer Antwort nicht gibt, kann/soll/muss man sie auch als Meinung des anderen respektieren können.

      Eines bin ich mir sicher und wage auch zu behaupten: Die Theorie ist schön, manchmal unlogisch, manchmal realitätsfremd, aber sie ist und bleibt einfach Theorie. Anders sieht es aus, wenn man Betroffener, Beteiligter oder Leidtragender ist. Auf Grund der Entwicklung werden ja auch immer mehr Menschen betroffende Leidtragende. Und da wendet sich das Blatt dann sehr oft wie von selbst ...

      Ich habe es ja schon erwähnt: Ich will hier weder für oder gegen die Todesstrafe punkten. Aber ein wenig in die Realität gucken, kann ja nicht schaden. Wenn man dann von Millionen von Beispielen eines herausgreifen, wo ein Leidtragender mit seinem Täter Mitleid hat, ist das noch lange nicht die Norm. Und hilft den Verfolgten, Gedemütigten, Ermordeten nicht wirklich weiter in ihrer Situation.

      Für mich unvorstellbar, dass Gott diese Entwicklung möchte, gutheißt und von seinen Kindern handlungslose Akzeptanz erwartet. Aber jeder wie er meint. Und ich meine eben so. Du meinst anders! Ist zur Kenntnis genommen! ;)

      ***
    • Aaron schrieb:

      Durch die Todesstrafe jedoch wurden schon viele unschuldige Menschen umgebracht! Und da meinst du so eine Strafe wäre kein Mord??? :?: :?: :?: Ich fass es einfach nicht. :(
      Ich verstehe Deine unreflektierte Position auch nicht. All das was Du schreibst hat wenig mit der grundsätzlichen Berechtigung der Todesstrafe zu tun.
      Dass die praktische Umsetzung Probleme beinhaltet, die man lösen müsste (bzw. muss, in Ländern wo es die Todesstrafe gibt) ist unbestritten. Wie man den Opfern gegenüber so zynisch sein kann, dass man für jemeanden wie Breivik die Todesstrafe ablehnt, weil er "könnte ja bereuen" finde ich unfassbar!

      Aaron schrieb:

      HeimoW schrieb:

      Nein, Henker wäre kein Beruf, den ich ausüben möchte. Aber ich möchte auch kein Soldat sein. Mein persönliches Wollen hat nichts mit der grundsätzlichen Berechtigung der Todesstrafe zu tun. Vielleicht würde ich mich (der Exekution) verweigern, wie die Ankläger der Ehebrecherin.
      Vieleicht? Heißt dass, dass du unter Umständen doch dazu bereit wärst?
      Ich habe geschrieben (siehe oben) Nein,... (ohne Einschränkung), aber das "wie" überlegt.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ich glaube, hier ist eine sachliche Diskussion derzeit nicht möglich. Wahrscheinlich müssen sich die Gemüter mal etwas beruhigen. Und oft hilft es auch weiter, wenn man versucht, sich in die Situation der Opfer, der Täter und der Folgen von falscher Gerichtsurteile hineinzuversetzen versucht.

      Ich selbst habe z. B. zu Raubüberfall, Handyraub und Krankenhausreif schlagen eine andere Ansicht als bis zu der Zeit, wo es für mich das alles nur in der Theorie gab.

      Ich finde es auch etwas eigen, wenn man einen Massenmörder in der Hoffnung schont, er könnte sich ja bekehren. Viele dieser Opfer haben diese Möglichkeit nicht mehr, weil ein Massenmörder das durch seine Tat verhindert hat.
      Hat man hier eigentlich auch mit den Opfern und den Hinterbliebenen Mitleid? Oder verurteilt man sie nur, weil sie den Täter nicht schonen können oder wollen?

      Ich denke, Gott hat diese Option nicht offen gehalten, wenn jemand durch sein Vergehen, die er nicht bereut hat, die Todesstrafe verdient hat. Oder habe ich diesbezügliche biblische Aufzeichnungen nicht richtig registriert?

      ***