2012/Q2 Nr. 8 - Kann man Evangelisation und Zeugnisgeben lernen?

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    • 2012/Q2 Nr. 8 - Kann man Evangelisation und Zeugnisgeben lernen?

      Hallo zusammen,

      Gestern ging's in der Sabbatschule um den Aspekt des Lernens bei/für Evangelisation und Zeugnisgeben. Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob man zweiteres, also Zeugnisgeben, lernen kann. Damit man es quasi "richtig" macht. Evangelisation kann man lernen, davon bin ich überzeugt. Man kann lernen Bibelstunden zu geben, eine Predigt zu halten, die Bibel richtig auszulegen. Aber beim Zeugnisgeben empfinde ich es so, dass man hier eigentlich nichts falsch machen kann, außer man macht es gar nicht. Was meint ihr, kann/soll man Zeugnisgeben lernen?

      viele Grüße

      Tricky
    • Zeugnis geben braucht man eigentlich nicht zu lernen, weil was verbirgt sich hinter dem großen Wort? Das ich schlicht und ergreifend Erfahrungen die ich mit Gott gemacht habe mündlich weitergebe. Wenn man es vom religiösen Aspekt trennt ist "Zeugnisgeben" eine Sache die jeder pro Tag mehrmals macht wenn er Bekannten, Freunden, Angehörigen erzählt was er so erlebt hat. Der Haken beim Zeugnis geben ist aber: ich brauch natürlich persönliche Erfahrungen mit Gott, ohne Erfahrungen, wovon soll ich dann berichten....

      Evangelisation kann man denke ich schon lernen. Aus dem Großmaul und realen Feigling Petrus ist ein großer Evangelist geworden. Man kann formale Sachen durchaus erlernen auch durch "learning by doing" , Zusehen etc. (die Methode Jesus). Wichtig ist aber, ohne den Heiligen Geist funktionier gar nichts (es hätte dann auch bei Petrus nix funktioniert im Endeffekt). Im Idealfall sollte eine persönliche Erweckung durch den heiligen Geist stattfinden die motiviert und dann eben eine persönliche Ausbildung. Kern ist ein persönliches Verhältnis zu Jesus, aus dem sollte sich dann alles andere ergeben.
    • Zeugnisgeben muß Mann nicht lernen, denn unser Leben ist ein Zeugnis zumindest habe ich das in meinem Leben schon öffter so erlebt. Als ich mein altes Umfeld verlassen habe und Christ geworden bin war dies für meine Leute ein sehr deutliches Zeichen. Die Fragen nach dem warum und wiso kamen nicht sofort aber sie sind irgendwann gekommen. Als ich in eine andere Gegend gezogen bin, merkten die Nachbarn auch sehr schnell das wir anders sind und die Fragen kamen auch, und das Zeugnisgeben ging wie von selbst. Der Erfolg stellte sich auch nicht sofort ein, aber mittlerweile haben wir doch ein zwei Kontakte mit denen wir die Bibel studieren und einer davon geht öffter mit in die Gemeinde.
      LG
      Hardy
    • Also wenn ich Zeugnis gebe, z.b. bei meiner Schwester wird das immer als Zufall hingestellt. Beispiel eins:Ich hatte meiner Schwester vor zwei Jahren Geld geliehen, sie hat es mit 100 € im Monat zurückgezahlt über Monate. Plötzlich hat sie aus ihrer Lebensversicherung, mir das Restgeld ganz überwiesen. Einen Tag später ist das Pferd meiner Tochter auf der Weide verunglückt und musste in die Klinik, das ist ganz schön teuer geworden. Ich muss vorwegnehmen, das ich eine kleine Rente bekomme und meine tochter einen aushilfsjob hatte, also keine Reserven. Mit dem Geld konnte ich dann die Rechnung bezahlen, auch Alisha, meine Tochter hatte aus einem Sattelverkauf 400 € bekommen. Ich weiß, das Gott es so arrangiert hat, das ich nicht verzweifelt bin und ich war wegen des Klinikaufenthaltes ganz ruhig. Als ich meiner Schwester sagte, das gott mir da geholfen hat, meinte sie , sie hätte mir ja das Geld gegeben und lächelte über meine ansicht.
      Das Pferd hatte eine schlimme Wunde am Bein, die Ärztin meinte, das würde nicht gut zusammenheilen und würde monatelang dauern bis das Pferd wieder auf die Weide könnte. Alisha und ich beteten viel, und die Wunde heilte wunderbar, schon in der Klinik konnte man sehen , wie schnell es ging, das verwunderte auch die Ärztin. Ich habe gesagt, das ich gebetet habe und deswegen die wunde so gut verheilt, ich bekam ein mitleidvolles Lächeln. Das Pferd ist 4 Wochen nach dem Unfall auf die Weide. Es geht ihr gut. Als ich meiner Schwester davon erzählte sagte sie diplomatisch, wenn du daran glaubst , glaube ich auch daran, das Muna durch Gottes hilfe geheilt wurde. Aber ich merkte, das sie das nicht ernst nicht.
      Ich gebe trotzdem nicht auf, aber es ist schwierig finde ich.
    • @alisha,
      einen Tip den ich auch immer wieder verwende, gerade in meiner Verwandschaft. Wenn jemand behauptet dies sei alles Zufall sage ich:
      Der Zufall ist das Synonym Gottes, wenn er nicht mit seinem eigenen Namen unterschreiben will
      LG
      Hardy dance_smieybc
    • Hall zusammen

      Auch Zeugnis geben muss man lernen. Ein Beispiel:
      Ein Prediger geht mit seinem BE von Haus zu Haus (beide sind inzwischen gestorben). Natürlich geben sie Zeugnis. An einer Tür sagt die Dame: "Ich glaube nicht an die Auferstehung. Wer tot ist, ist tot. Ich kenne niemanden, der aus dem Tod wieder gekommen ist."
      Darauf der Prediger: "Aber, beste Frau..., es gibt sogar zwei Auferstehungen".
      Hat er gelernt, Zeugnis zu geben?
      Ellen White sagt, dass wir mit unsern Mitmenschen uns über Glaubenspunkte unterhalten sollen, die wir gemeinsam haben. Und erst dann, wenn sie uns nach Unterschieden fragen, sollen wir auf ihre Fragen ein gehen. Ein Beispiel:
      Beim Schriftenverkauf (Gr. Missionsmonat) treffe ich ein Ehepaar. Der Name "Adventisten" war ihnen bekannt, mehr aber nicht. Die Frau fragte: "Worin unterscheiden Sie sich von der evangelischen Kirche?" Ich habe dann eine Reihe von Glaubenspunkten auf gezählt, die wir gemeinsam haben. Jedes Mal sagte sie: "Das glaube ich auch". Dann habe ich die Frage der Taufe angeschnitten. Keine Zwangstaufe von Säuglingen, sondern nur Taufe von Menschen, die sich bewusst für Jesus entscheiden. Den Gedanken fand sie wunderbar und völlig akzeptabel. Mehr wollte sie daraufhin zunächst nicht wissen, und das Ehepaar hat noch viele Schriften gekauft.

      Natürlich kann man nur sagen, was man selbst erlebt hat. Das ist der Sinn eines Zeugnisses. Aber es so zu verpacken, dass das der Andere auch versteht und akzeptiert und und nicht als "Spinner" ab tut, das muss man lernen.

      benSalomo.
    • Ja ich denke auch daß es beides ist. Erfahren und erlernen.

      Trotzdem kannst du den anderen nicht zwingen dein Zeugnis zu akzeptieren.

      Selbst bei uns werden Zeugnisse von wiedergefundenen Schlüsseln nach einem Gebet hinterfragt. War das wirklich Gebetserhörung. Und da wir auch selbst oft nicht an das Zeugnis von Brüdern glauben, wie sollen uns die Menschen draußen glauben?

      Aber vielleicht müssen unsere Brüder auch lernen daß so zu sagen , daß selbst die eigenen Leute das glauben.
    • benSalomo schrieb:

      Auch Zeugnis geben muss man lernen. Ein Beispiel:
      Ein Prediger geht mit seinem BE von Haus zu Haus (beide sind inzwischen gestorben). Natürlich geben sie Zeugnis. An einer Tür sagt die Dame: "Ich glaube nicht an die Auferstehung. Wer tot ist, ist tot. Ich kenne niemanden, der aus dem Tod wieder gekommen ist."

      Mich wundern als Randfigur der Adventisten, als Nicht-Adventist ab und zu adventisten-interne Ausdrücke, vor allem Abkürzungen, die kaum ein Mensch kennt. Das gibt es gelegentlich auch in Wikipedia-Artikeln, wo Abkürzungen benutzt werden, die nur Fachleuten bekannt sind. Wie soll man aber Nicht-Gläubige und Nicht-Adentisten und Nicht-Theologen erreichen, wenn man Sätze sagt oder schreibt wie: "Ein Prediger geht mit seinem BE von Haus zu Haus (beide sind inzwischen gestorben)."?

      Was soll ein unbefangener durchschnittlicher Nicht-Adventist sich unter einem BE vorstellen, der inzwischen gestorben ist?! Ich bin schon ein fortgeschrittener Beobachter der Adventisten und brauchte trotzdem eine Weile um auf eine mögliche Lösung zu kommen; aber mehr als raten kann ich nicht, das heißt ich weiß nicht, ob es stimmt: BE = Bibelevangelist?

      Ansonsten begegnen mir diese esoterischen Insider-Kürzel im STA-Forum vor allem, wenn von Schriften der Ellen White die Rede ist, die dann oft mit Abkürzungen wie EK3 (von mir völlig aus der Luft gegriffen) zitiert werden. Diese kompakte und bequeme Zitierweise ist so sehr zu einer unhinterfragten Gewohnheit geworden, dass mein früherer Vorschlag, wenigstens eine Liste mit der Erklärung der Kürzel in die Links des Forums aufzunehmen, wenn ich mich recht erinnere, nicht einmal beantwortet wurde. Na dann viel Erfolg mit EK3 oder wie auch immer die als nächste zitierte geheime Schrift bei Euch heißen mag!
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Daniels ()

    • hardy schrieb:

      Zeugnisgeben muß Mann nicht lernen, denn unser Leben ist ein Zeugnis zumindest habe ich das in meinem Leben schon öffter so erlebt. [...]


      Pinoy Klaus schrieb:

      Zeugnis geben braucht man eigentlich nicht zu lernen, weil was verbirgt sich hinter dem großen Wort? Das ich schlicht und ergreifend Erfahrungen die ich mit Gott gemacht habe mündlich weitergebe. [...]


      Beide Antworten sind meines Erachtens nur halbwahr. Ein Vergleich: Man braucht rennen nicht lernen, wenn man aber besonders schnell laufen möchte, kann Laufunterricht von einem Sportlehrer helfen. Es kann helfen, wenn man ein wenig davon versteht, wie man jemand anderem etwas erklärt und wie man sich ausdrücken und mitteilen sollte, damit jemand anderes einem folgen kann. Mit anderen Worten grundlegendes rhetorisches Wissen kann helfen. Wenn jemand zum Beispiel permanent nuschelt, dann wird es unter Umständen einfach deswegen nichts mit dem Zeugnisabgeben, weil ihn akustisch nie jemand vollständig versteht. Warnen muss man jedoch vor allen Versuchen nach Rezept, also stur nach einer didaktisch-manipulativen Methode Zeugnis abzulegen. Jeder gute Rhetoriker, also Redelehrer, wird versuchen, die echte und ehrliche Ausdrucksweise und die Stärken und Eigenheiten einer Person zu bewahren und auszubauen, statt seine Schüler zu unglaubwürdigen, künstlich wirkenden Redeautomaten zu machen.
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    • tricky schrieb:

      Evangelisation kann man lernen, davon bin ich überzeugt.

      Dafür habe ich heute einen guten Link. Ein Video, leider in etwas geringer Auflösung. Der Redner ist der evangelische Theologe Matthias Clausen, der Professor für Evangelisation ist und unter anderem als Hochschulevangelist tätig war. Sein Vortrag gefällt mir umso mehr als er immerhin auch Argumente vorträgt, die ich für mich selber schon gedacht und andernen gegenüber vertreten habe. ;)

      Ich halte Clausens 30-minütigen Kurzvortrag für einen hervorragenden Evangelisationsbeitrag: Das ist sehr gut gesprochen, immer wieder holt er die Zuhörer bei ihren vermutlichen Vorbehalten ab, er ist sehr zugewandt, offen in der Ausdrucksweise und seiner Körpersprache. Dieser werbende Vortrag besticht durch eine außergewöhnliche Kombination aus Lockerheit und Klarheit, die ich in dieser Weise noch nie an einem Evangelisten bemerkt habe.

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      das behaltet. Aber was böse ist,
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      5. Mose 30, 19

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    • tricky schrieb:

      Hallo zusammen,

      Gestern ging's in der Sabbatschule um den Aspekt des Lernens bei/für Evangelisation und Zeugnisgeben. Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob man zweiteres, also Zeugnisgeben, lernen kann. Damit man es quasi "richtig" macht. Evangelisation kann man lernen, davon bin ich überzeugt. Man kann lernen Bibelstunden zu geben, eine Predigt zu halten, die Bibel richtig auszulegen. Aber beim Zeugnisgeben empfinde ich es so, dass man hier eigentlich nichts falsch machen kann, außer man macht es gar nicht. Was meint ihr, kann/soll man Zeugnisgeben lernen?

      viele Grüße

      Tricky
      Ich meine, daß Jesus jedem seinen individuellen Weg dazu zeigt. Ich meine: Wer mehr extrovertiert ist und leicht auf andere zugehen kann, der kann sicher durch Predigten und Straßenevangelisation viele Menschen erreichen. Wer dagegen mehr der schüchterne introvertierte Typ ist, für den ist vielleicht eher die kreative Art der Verteilaktionen von christlichen Schriften oder Postkarten (an kreativen Orten liegen lassen meine ich) angesagt. ;) Und wer gesundheitlich gar nicht unter Leute gehen kann, für den ist vielleicht eher Fürbitte oder im Inet bei Gelegenheit mailen angesagt. Und manchmal schickt Jesus uns auch die Leute über den Weg, die offen sind. Nicht die bösen Nachbarn oder Kollegen sondern vielleicht eigene Freunde oder bei Frührentnern die eigenen Behördenleute. ;)
      Man kann sich evtl. insoweit vorbereiten, daß man vorher für die Leute betet, die man erreichen möchte und daß man Bibelarbeiten macht nach dem Motto: Was sagt die Bibel zu Thema XY. Dann kanns sein, daß der Heilige Geist einen IN der Situation wieder an die Stellen oder gute Argumente erinnert.
      Aber selbst, wenns geschieht, daß uns die guten Argumente erst kommen, wenns scheinbar zu spät ist (auch mir ist das schon mehrmals passiert, gerade auch zu Beginn meines Glaubenslebens), so gilt, daß Jesus auch aus unserem Versagen noch was Gutes machen kann bzw. mit der Person ans Ziel kommen, um die wir uns gekümmert haben. ;)
    • Eigentlich muss man Zeugnisgeben nicht lernen.
      Wenn man bereit und offen ist,der Führung des Heiligen Geistes zu folgen.

      Aber .... es kann auch sehr hilfreich sein, sich dabei von erfahreneren Christen anleiten zu lassen und zu üben.
      Besonders wenn man ein schüchterner und unsicherer Mensch ist - wie ich es war und zT auch noch bin.

      Mir fiel es nicht leicht, fremden Menschen gegenüber von meinem Glauben zu sprechen und ich schämte mich dieser Schwäche - was es natürlich nicht leichter machte.
      Und als in meiner Heimatstadt von Campus für Christus ein Kurs für persönliche Evangelisation angeboten wurde, habe ich mich zusammen mit einer Freundin dort angemeldet. Und es hat mir viel gebracht.

      Erst mal eine Anleitung, wie man ein solches Gespräch überhaupt beginnen kann, wie man fremde Menschen anspricht, ohne aufdringlich zu wirken. Wie man mit ganz einfachen, klaren Worten (und Bildchen ^^ ) ganz Grundlegendes vermitteln und darüber ins Gespräch kommen kann.

      Aber das Wichtigste war wohl, dass wir (einige Hundert Teilnehmer) am letzten Tag auf die Stadt losgelassen wurden (immer zu zweit), um das gleich in der Praxis auszuprobieren. Und ich war so überrascht, wie offen die Menschen für die Botschaft waren, wie viele gute Gespräche sich ergaben. Direkte Ablehnung oder gar Spott gab es nur ganz selten (es ist zwar schon vorgekommen, dass die Leute uns nicht anhören wollten, wenn sie uns mit unserem Materialumschlag auf sich zukommen sahen mit den Worten: "Danke, wir hatten schon ein Gespräch " :D .... kein Wunder bei so einem Masseneinsatz). Aber die Erfahrungen dieses Tages haben mir und meiner Freundin so viel Freude daran und Zuversicht gegeben, dass wir uns danach öfter spontan verabredet haben, um das weiter zu führen.

      Ohne diese Schulung wäre es mir wohl viel schwerer gefallen, meine Hemmschwelle zu überwinden.

      Aber da ist ja auch nicht jeder gleich; manch einer tut sich ganz leicht damit, selbstverständlich von seinem Glauben zu erzählen;
      Aber wer eher so schüchtern ist wie ich, dem kann ich so etwas nur wärmstens empfehlen. Es sind wirklich sehr schöne Erfahrungen, die man so machen kann, sowohl was das Überwinden der eigenen Schwäche betrifft als auch das Wirken Gottes hautnah zu erleben, wie er andere Menschen berührt und wie man selbst dabei Werkzeug sein darf.