Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen

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    • @Seele1986, ich glaube nicht, dass Adam für seine Entscheidung den "Apfel" zu essen einen halben Tag brauchte. Es war eine rel. sehr schnelle Entscheidung. Keine Diskussion vorher, kein Philosophieren, wie wir es hier tun.

      Aus der Begebenheit, wie Gott mit Adam und Eva spricht, können wir sehen, dass ein "Untersuchungs- Gericht" äußerst fair und gerecht ist....denn Gott musste Adam gar nichts fragen, Er wusste genau, wie es sich zugetragen hatte. ER tat es aber wegen allen anderen.

      Ich behaupte nach wie vor, dass Adam sich aus Liebe zu Eva entschieden hatte, ihr Schicksal zu tragen (zu dem Zeitpunkt hatte er offensichtlich keine so große Vorstellung, was Schmerz und was Tod bedeuten). Er hatte natürlich Ausreden gesucht, die aber die Wahrheit waren. Gott gibt durch eine Untersuchung jedem eine Chance die Sünde zu erkennen und sie vor allem zu bereuen.

      Übrigens war die von Gott geschaffene Schlange damals im Paradies das schönste Tier von allen. Ein SCHÖNER Drache mit Beinen und Flügel zum Beispiel. Der teufel würde niemals ein ekliges, unsympathisches Tier zur Versuchung wählen....

      .
    • Wir sind es gewohnt, seit der Reformation, Glauben/Unglauben als individuelle Angelegenheit zu betrachten.

      Ich denke, der Mann war dabei., als Gott "sprach: ... von allen Bäumen im Garten, aber vom Baum der Erkenntnis... sollst du nicht essen..."

      D. h. Gott hatte beide zusammen aufgeklärt, also hatten beide ihren Unglauben zu verantworten.
    • Stofi schrieb:

      ich glaube nicht, dass Adam für seine Entscheidung den "Apfel" zu essen einen halben Tag brauchte. Es war eine rel. sehr schnelle Entscheidung. Keine Diskussion vorher, kein Philosophieren, wie wir es hier tun.
      Ja, das ist auch meine Ansicht.

      Stofi schrieb:

      Ich behaupte nach wie vor, dass Adam sich aus Liebe zu Eva entschieden hatte, ihr Schicksal zu tragen
      Das kannst du dir ja so vorstellen, Stofi. Aus der Schrift geht es mir nicht hervor.
      Was mir dort sichtbar ist ist das, was Menschen bis heute tun.

      Stofi schrieb:

      Übrigens war die von Gott geschaffene Schlange damals im Paradies das schönste Tier von allen. Ein SCHÖNER Drache mit Beinen und Flügel zum Beispiel. Der teufel würde niemals ein ekliges, unsympathisches Tier zur Versuchung wählen....
      Darum ging es mir weniger.
      Es wird von einer Schlange gesprochen. Und der Leser hat eine Schlange vor Augen, und das hat seinen Sinn.
      Wie dieses Wesen aussah ist eigentlich unwichtig und für mich spielt dies Figürliche für die Szene keine Rolle.

      Das Hebräische sagt in etwa "Schlangerich"; also ein Schlangenmensch, Schlangenwesen, wie auch immer.
      Worum es ja geht ist, dass hier keine Lichtgestalt, kein Wesen auftritt, wie beispielsweise die Engel beschrieben werden, sondern dieser Engel tritt als Tier auf, noch dazu als ein Tier, das bis heute für etwas Ur-animalisches steht und Gift trägt oder erwürgt.
      Dass sie schön war, daran zweifle ich nicht. Ich finde Schlangen auch heute noch sehr schön.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Ein "ihr habt euch ja gegen mich entschieden" kommt nicht vor.
      Was dort vorkommt ist ein Menschenpaar, das vollkommen desillusioniert ist und versucht, sich rauszuwinden, wie es seither die Art des Menschen ist.
      Der Geist ändert sich. Die Bibel nennt es Verfinsterung; ferner dann Verkehrung des Sinnes, Verstockung der Herzen, Augen und Leib ohne Licht, und dergleichen.

      Er war das Licht der Welt und die Welt hat es nicht erkannt, wird es später zu Jesus heißen.

      Das Nachgeben des eigenen Herzens, des bösen Willens (wider besseres Wissen), das kommt später erst bei Kain.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:



      Stofi schrieb:

      Übrigens war die von Gott geschaffene Schlange damals im Paradies das schönste Tier von allen. Ein SCHÖNER Drache mit Beinen und Flügel zum Beispiel. Der teufel würde niemals ein ekliges, unsympathisches Tier zur Versuchung wählen....
      Darum ging es mir weniger.Es wird von einer Schlange gesprochen. Und der Leser hat eine Schlange vor Augen, und das hat seinen Sinn.
      Wie dieses Wesen aussah ist eigentlich unwichtig und für mich spielt dies Figürliche für die Szene keine Rolle.


      Das stimmt nicht ganz. Als Gott die Schlange verfluchte, sagte Er zu ihr: (zur Strafe) ....du wirst auf deinem Bauch kriechen, .....
      Das heißt also, sie wurde nicht so geschaffen, wie wir sie heute kennen. Genauso, wie Adam und Eva auch nicht so geschaffen wurden, wie wir heute Menschen kennen.

      .
    • Stofi schrieb:

      ....du wirst auf deinem Bauch kriechen, .....
      Auch hier lege ich es sinnhaft aus und sehe die Erniedrigung Luzifers beschrieben und nicht, dass aus einem Waran oder Drachen eine Schlange gemacht wird.
      Es sind unterschiedliche Verständnisse der Textbedeutung.

      Du gehst von der Physik, der Gestalt der Schlange aus.
      Ich halte diese Lesart für irreführend, weil der Text uns etwas ganz anderes sagen will, denke ich.

      Das gleiche findet sich zur Schöpfung, die uns mitteilt, dass es eine Ordnung im Kosmos gibt, Leute sich aber drum streiten, ob das nun sieben 24h-Tage waren und eine kreationistische Wissenschaft betreiben wollen.
      Ich finde das unwichtig und nicht zielführend; es geht an dem vorbei, was uns die Schrift sagen will. Meiner Meinung nach.

      Materielle Leseweise oder geistliche.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Beides, seele, beide. Der Kontext und die Logik entscheiden. Alles um herum ist Physikalisch (Schweiß des Angesichts, unter Schmerzen gebären, usw.)... so glaube ich fest und überzeugt, dass auch die Schlange einfach auf dem Bauch kriechen sollte. Die Schlange war, übrigens, nicht satan selbst, sondern nur das Tier, dem satan seine Stimme verliehen hatte. Denke: es kriechen ALLE Schlangen der Welt seit dem auf dem Bauch, nicht nur diese eine.

      Aber du hast ja richtig gesagt: "denke ich" und "meiner Meinung nach". ;)

      .
    • freudenboten schrieb:

      Wir sind es gewohnt, seit der Reformation, Glauben/Unglauben als individuelle Angelegenheit zu betrachten.
      Faszinierend ist doch, dass die Szene im Garten Eden und ferner die ganze Schrift uns den ganzen Menschen erklärt.
      Da ist in schlichten Sätzen drin, woran Philosophie und Psychologie, Ethnologie und Anthropologie, und was weiß ich, sich seit Jahrtausenden die Zähne dran ausbeißen, "was denn nun der Mensch sei".

      Wo die katholische Lehre, bzw. die alexandrinische Schule sich vor allem dieser Philosophien bediente und sie mit der Schrift zu verkitten suchte,
      wurde Luther sehr extrem und nannte den Menschen grundlegend und von Natur aus verdorben und böse, um die Rechtfertigung aus Gnade und Glauben zu bestärken (was gar nicht nötig gewesen wäre);
      bei Luther sind wir nachher nur noch "entweder von Gott oder vom Teufel geritten", was schon finstere Ansichten sind. [Ich habe diese Ansichten auch mal vertreten, wie einige hier sicher noch wissen]
      Calvin wird noch extremer und dogmatisiert die Vorbestimmung zum Heil wie zur Verdammnis, die dann sozusagen "rückwirkend" festgestellt wird aus den Segnungen des Lebens, dem Erfolg und dem Glaubensstand.

      Die Bibel schildert etwas anderes: der Mensch ist seiner Erschaffung nach gut und diese Sicht behält Gott durchaus auch bei.
      Er ist aber auch "böse von Jugend auf", sagt Gott, und David wird später sagen, er sei in dieser Sünde auch als Sünder geboren; auch das kennt die Schrift.
      Es gibt eine Trennung von Gott, die sich fortsetzt durch die Menschheit: das wird darin angezeigt, dass die Menschen nach dem Paradies immer jünger sterben; sie entfernen sich vom Leben (ein interessanter Gedanke, wenn man mal darüber nachsinnt. Heute versuchen wir, es künstlich wieder hochzupeitschen, was man aber nicht wirklich "Leben" nennen kann)

      Auch sagt die Schrift, der Mensch erschaffe den Menschen; denn es heißt: Und Adam zeugte den Set, seinen Sohn, ihm gleich, nach seinem Bilde (Gen 5,3)
      Die Bibel kennt die katholische und protestantische "Erbsünde" nicht, aber sie nennt es Verfinsterung, Nichtwissen, Nichterkennen (Agnostik), Verkehrung des Sinnes, Verschließung des Herzens, usw., was seither auf der Menschheit liegt.
      Das ist etwas anderes als "Makel & Makellosigkeit", "Fehler & Perfektion",
      sondern: Finsternis & Licht, Blindheit & Sehen, Verborgenheit & Offenbarung, Krankheit & Heilung, Mangel & Erfüllung, Tod & Leben ...

      Und in unsere Dunkelheit kam das Licht und das Leben.
      Gelobt sei Gott!
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Adam und Eva hatten das negative Gefühl(Neid!) bereits in sich - oder etwa nicht ?

      Seele1986 schrieb:

      Das Nachgeben des eigenen Herzens, des bösen Willens (wider besseres Wissen), das kommt später erst bei Kain.
      Aber, indem Adam und Eva dem guten Worte Gottes( "nicht von der verbotenen Frucht essen!") nicht folgten, sondern ihren negativen Gefühlen - Neid ("Wir wollen sein, wie Gott!") haben sie doch beide damit auch ihrem eigenen Herzen nachgegeben! Insofern könnte man anführen, dass - weil Adam und Eva dieses negative Gefühl des Neides bereits in sich hatten - ihnen bereits die "Neigung zur Sünde" (=Konkupiszenz) von Gott eingegeben wurde. Oder , was meinst Du, zu dieser meiner Argumentation, lieber Simon?

      Stofi schrieb:

      Genauso, wie Adam und Eva auch nicht so geschaffen wurden, wie wir heute Menschen kennen.
      Du hattest - in Anlehnung an Ellen Gould White - ja geschrieben, dass die ersten beiden Menschen noch mit einem Lichtkleid umgeben waren .- ähnlich den Engeln; ich halte dies - obwohl es explizit so nicht in der Bibel steht - durchaus für möglich; als sie von der verbotenen Frucht aßen, ist dieses "Lichtkleid" sekundenschnell von ihnen abgefallen, weil sie "ekannten, dass sie nackt waren."

      Seele1986 schrieb:

      Die Bibel kennt die katholische und protestantische "Erbsünde" nicht
      Doch - diese sogenannte "Erbsünde" halte ich durchaus für biblisch - ---> siehe Psalm 51, 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. - zumindest wird diese rein körperlich physikalisch-chemisch wegen der >Mendelschen Regeln< und wegen der menschl. DNA / RNS "von Mensch zu Mensch" weitergegeben.