Lehre erkennen -> töten durch Hass -> Zuflucht bei Gott suchen?

    • Lehre erkennen -> töten durch Hass -> Zuflucht bei Gott suchen?

      Folgende Annahme:
      Jemand hat schweres Leid erfahren müssen, wodurch diese Person seit langem mit sich hadert, die Peiniger zu töten. Die Person erkennt mit dem Verstand die biblische Lehre und empfindet diese als sinnvoll.

      Kann dieser Mensch dann seinen Mordgelüsten nachgeben und anschließend durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben erlangen? Mit gottgerechtes Leben ist gemeint, dass jemand alles macht, was dazu notwendig ist, um als Sünder errettet zu werden.
    • SchallundRauch schrieb:

      Folgende Annahme:
      Jemand hat schweres Leid erfahren müssen, wodurch diese Person seit langem mit sich hadert, die Peiniger zu töten. Die Person erkennt mit dem Verstand die biblische Lehre und empfindet diese als sinnvoll.
      Wenn dem so ist, dann hat er keine Mordgelüste mehr! Weil wenn die Person auch nur mit dem Verstand die biblische Lehre versteht, ist ihm klar, dass Mord nicht in Ordnung ist. Genau genommen müsste bei jedem "normalen" Menschen das Gewissen schmerzhaft anschlagen, wenn er solche Gedanken hegt. Solche Gedanken pflegt man nicht bis zum "Anschlag".


      SchallundRauch schrieb:

      Kann dieser Mensch dann seinen Mordgelüsten nachgeben und anschließend durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben erlangen? Mit gottgerechtes Leben ist gemeint, dass jemand alles macht, was dazu notwendig ist, um als Sünder errettet zu werden.
      Da muss ich noch mal nachfragen, was genau du meinst. So nach dem Motto: Lieber Gott, den bring ich noch um, und dann führe ich ein Leben, dass dir gefällt? Aber vorher.... ja da wird noch schnell ein oder mehrere Leben ausgelöscht?

      Diese Frage scheint mir sehr eigenartig.....

      ***
    • SchallundRauch schrieb:

      Kann dieser Mensch dann seinen Mordgelüsten nachgeben und anschließend durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben erlangen? Mit gottgerechtes Leben ist gemeint, dass jemand alles macht, was dazu notwendig ist, um als Sünder errettet zu werden.

      Wenn ich die Frage richtig verstehe, dann sage ich dazu ein klares Nein. Aber nicht weil es nicht möglich wäre für den Sünder, dass er zu Gott umkehrt, sondern weil es generell nicht möglich ist durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben zu erlangen. Man kann nichts tun um als Sünder errettet zu werden, weil es die Tat von Jesus ist, die man annehmen kann. Jesus erlöst, niemals der Mensch.
    • Wenn ich die Frage richtig verstehe, dann sage ich dazu ein klares Nein. Aber nicht weil es nicht möglich wäre für den Sünder, dass er zu Gott umkehrt, sondern weil es generell nicht möglich ist durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben zu erlangen. Man kann nichts tun um als Sünder errettet zu werden, weil es die Tat von Jesus ist, die man annehmen kann. Jesus erlöst, niemals der Mensch.
      Ich wollte nicht darauf hinaus, dass diese Person versucht, nur durch Werke gerecht zu werden. Sondern ich meine alle Schritte die nach der Bibel notwendig sind, um das ewige Leben zu erlangen. Also auch, dass man auf Christus vertraut, seine Sünden ihm bekennt etc...

      Aber aus dem was du schreibst lässt sich ja auch ein Umkehrschluss ziehen. Wenn ich durch Werke nicht gerecht werden kann, kann ich mir durch schlechte Taten nicht den Weg zum ewigen Leben verbauen. Ich glaube das bringt die Sache sogar genauer auf den Punkt. Das ist im Grunde genommen, worum es mir geht.

      Mein Beispiel ist in etwa so, als wenn ich bewusst Alkohol trinke, um nach dem Mord eine Strafmilderung zu erhalten. Der Unterschied ist, dass das Erlösende hier nicht vor der Tat, sondern nach der Tat kommt und sogar die Strafe komplett aufhebt.
    • SchallundRauch schrieb:

      Wenn ich durch Werke nicht gerecht werden kann, kann ich mir durch schlechte Taten nicht den Weg zum ewigen Leben verbauen.

      in diesem Punkt kann ich dir aus meinem derzeitigen Verständnis Recht geben. Niemand, der lebt, muss befürchten, dass seine Sünden nicht vergeben werden können.

      Die Formulierung ist dennoch unscharf. Man müsste es so ausdrücken:

      Wenn ich durch Werke nicht gerecht werden kann, kann ich mir durch schlechte Taten nicht den Weg zum ewigen Leben endgültig verbauen.


      Mich würde die Motivation interessieren, warum du diese Frage stellst?
    • @SchallundRauch

      Deine Frage ist schwierig. Wer schon mal in einer solchen Situation gewesen ist, wo ihm etwas ganz Böses widerfahren ist, der möchte sich rächen, was aus seiner Sicht eine gerechte Vergeltung ist. Gott hat schon im alten Israel erkannt, dass diese Situation ein Problem darstellt. Wenn jemand einen anderen aus Versehen getötet hat, befand sich in der Gefahr, von den Betroffenen umgebracht zu werden. Damit dies nicht passiert, gab es spezielle Städte, Zufluchsorte für diese Menschen. Dort konnten sie weiter leben, ohne die Angst zu haben, dass sich jemand über sie rächen wird.

      Gott will nicht, dass jemand einen anderen tötet, aber Gott hat das Verständnis für die Gefühle, die ein Betroffener erlebt. Gott hat nicht gesagt: du darfst denjenigen, der deinen Bruder versehentlich getötet hat, nicht anfassen. Sondern Gott sah, dass die Racheaktion inadequat ist und diese würde der Rächer später sogar bereuen, aber zu dem Zeitpunkt, wo die Emotionen auf dem Höhepunkt sind, hilft hier kein Verbot.

      Ich kann dir zu deiner Situation nur so antworten. Wir sind alle Sünder. Und wir sind auch Mörder. Wir haben schon genug Böses im Leben getan, andere böse Worte gesprochen, wodurch die Menschen krank wurden. Und all dieses, was wir getan haben, ist dennoch nicht so groß, dass Gott uns nicht vergeben könnte. Obwohl wir viele schlimme Sachen im Leben machen und gemacht haben, vergibt uns Gott trotzdem. Aus diesem Grund sagt Gott, dass wir auch anderen Menschen ihre Verfehlungen und Sünden verzeihen müssen, so wie Gott unsere vergibt. Denn wo wir anderen Menschen nicht vergeben werden, wird auch Gott uns unsere Sünden nicht vergeben.

      Ob Gott einen solchen Menschen verzeihen wird, nachdem er seinen Hass losgeworden ist, kann man theoretisch nicht beantworten. Wir können darüber gar nicht urteilen. Wir können nur sagen, dass Gott es verbietet. Was Gott danach machen würde, weiß Gott allein.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Jesus und das Evangelium nur mit dem Verstand zu erkennen und für richtig zu finden reicht keinesfalls aus (auch die Dämonen glauben an Gott...) man muss es auch mit dem Herzen glauben und verinnerlichen und persönlich für sich annehmen. Wenn man das wirklich tut dann ist für Hass irgendwann keinerlei Platz mehr. Um vom Haß dahin zu kommen bedarf es eines schweren Weges den man gehn muß obwohl er eigentlich auch wieder leicht ist, denn Gott wartet nicht nur auf jemand er läuft ihm entgegen...
    • Ich glaube selbst, wenn man den Hass gege eine Person nicht loswerden kann, kann man das ewige Leben erlangen. Nämlich dann wenn man mit ganzem Herzen und ganzer Seele versucht Gott und Jesus nachzueifern. Dann hat man die richtige Einstellung und selbst, wenn man jemanden hasst und es nicht loswerden kann, obwohl man möchte, wird man das ewige Leben erlangen.

      Gruss
      DonDomi
    • RE: Lehre erkennen -> töten durch Hass -> Zuflucht bei Gott suchen?

      SchallundRauch schrieb:

      Folgende Annahme:
      Jemand hat schweres Leid erfahren müssen, wodurch diese Person seit langem mit sich hadert, die Peiniger zu töten. Die Person erkennt mit dem Verstand die biblische Lehre und empfindet diese als sinnvoll.

      Kann dieser Mensch dann seinen Mordgelüsten nachgeben und anschließend durch ein gottgerechtes Leben das ewige Leben erlangen? Mit gottgerechtes Leben ist gemeint, dass jemand alles macht, was dazu notwendig ist, um als Sünder errettet zu werden.




      Das ist eine tyische Frage, auf die es nur "falsche" Antworten geben kann.

      Aber einige Denkanstösse:


      1. "durch ein gottgerechtes Leben" erlangt NIEMAND das Ewige Leben. Durch "machen" wird man nicht als Sünder errettet
      2. Wer "mordet" hat die biblische Lehre vielleicht intellektuell verarbeitet und hält sie für "sinnvoll", aber er hat sie nicht "erkannt" im biblischen Sinn
      3. Was ist der Sinn solcher absurder Konstrukte? Erlösung ist kein "Denkmodell" und keine Philosophie, sondern Gottes Gnade
      4. Unsere Einschätzung ist irrelevant - GOTT ist der Richter

      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Selbst wenn der Hass berechtigt und nachvollziehbar ist (wenn das Leid, das durch diese Person verursacht wurde sehr groß ist) kann sich jemand der Jesus erkannt hat eigentlich nicht mehr rächen. Der andere rächt sich wieder ... und dann sind wir schnell bei der Blutrache die es gab und vereinzelt wohl immer nocht gibt. Deshalb gibt es das Gebot der Feindesliebe und das befreit innerlich mindest ebenso wie die Rache.

      Trotzdem denke ich das Gott auch das vergeben kann, wenn der betreffende ernsthaft darum bittet und zukünftig solche Gedanken von sich weist.

      Gruß Wartende
    • ingeli schrieb:

      Mit Hass kannst du nicht ins ewige Leben eingehen, das glaube ich nicht, das glauben Hassprediger....
      Man kann mit Hass nicht von ganzen Herzen Gott und Jesus nacheifern, das wird und kann nicht funktionieren. Jesus nacheifern, heißt auch nicht Jesus nach zufolgen.

      Das ist meiner Meinung nach menschliches Denken. Wenn jemand den Hass gegen eine Person nicht überwinden kann, heisst das noch lange nicht, dass er deswegen nicht das ewige Leben erlangen kann. Ich glaube fast jeder von uns hat etwas mit dem er das ganze Leben kämpft und es trotzdem nicht schafft und trotzdem kann ein jeder von uns das ewige Leben erlangen.

      Gruss
      DonDomi