Der Tag des Herrn

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    • Der Tag des Herrn

      Habe heute in meiner Guten Nachricht Bibel folgende Bemerkung durchgelesen.

      Sonntag

      Die Übersetzung gebraucht unsere Wochentagsbezeichnung, wo es nach jüdischem Brauch wörtlich heißt »der Tag nach dem Sabbat« bzw. »der erste Tag der Woche« (Mt 28,1; Mk 16,2; Lk 24,1; Joh 20,1; .19Apg 20,7). Dieser Tag ist der Tag der Entdeckung des leeren Grabes und – nach Lukas und Johannes – auch des ersten Erscheinens des Auferstandenen. Die Christen nannten ihn den »Tag des Herrn«, d.h. des auferstandenen Herrn Jesus Christus (Offb 1,10), und feierten an ihm das Mahl des Herrn (Apg 20,7)


      (genauso steht auch in der Hoffnung für Alle unter Offenbarung 1,10 anstatt "Tag des Herrn" direkt "Sonntag")

      Mich erstaunt in der Guten Nachricht Bibel nur die Kaltschnäuzigkeit mit der hier in ein Paar Zeilen in meinen Augen bewusst gelogen wird. Hier wird dem unkundigen Bibelleser eine absolut unbewiesene Theorie unterbreitet.

      Nach Offenbarung 1,10 wollen sie hier nachweisen dass die Christen den Sonntag den Tag des Herrn nannten.

      Auch die Elberfelder (Revidierte 2006) spricht unter dem Punkt Sabbat folgendes aus.

      Sabbat:
      ............Die christliche Gemeinde hat den ersten Tag der Woche, den Auferstehungstag Jesu, als Ruhetag gewählt(Apostelg. 20,7), versteht ihn aber nach der Einschätzung des Sabbats durch Jesus Christus (Matth. 12,1-13) nicht als Gesetz, sondern als Geschenk Gottes, das von formaler Terminierung frei ist.



      Ok das ganze Thema hat ein Adventist ja schon zig Male durchgekaut. Meine Frage nur an euch. Wie argumentiert ihr wenn euch Menschen mit wenig Erfahrung darauf ansprechen?

      Bei welchen Übersetzungen ist euch diese Vorgehensweise des "lügenden" Anhangs noch aufgefallen?
      Ich möchte nicht generell auf eine gute Übersetzung des Textes eingehen sondern lediglich auf die bewussten Fußnoten die den Sonntag betreffen.

      daaaaannnnkkkeeeesmiley
      ....das Vermögen des Einen sind die Schulden des Anderen.
    • Ich weise bei allen Übersetzungen immer darauf hin, dass jeder Übersetzer auch eine eigene religiöse Meinung vertritt, die manchmal in der Wortwahl, fast immer aber auch in den Anmerkungen zum Ausdruck kommt. Deshalb darf ja ein Katholik auch nur eine Bibel mit katholischen Anmerkungen lesen..

      Die Übersetzung von Offb. 1:10 mit "Sonntag" ist tatsächlich ziemlich dreist. Denn die Anwendung dieses Begriffs in der Christenheit auf den Sonntag erfolgte erst 200 Jahre später, historisch gesehen.. Da war Johannes schon längst to.

      Auf einer Konferenz sagte mal ein Redner: "Jede Bibelübersetzung ist wie ein Stück Fisch-Filet: Es ist immer mal eine Gräte darin."

      Man muss einfach wissen, wer hinter einer Übersetzung steht:
      Hinter der Elberfelder stehen die Darbysten,
      Hinter der Konkordanten die Allversöhner,
      hinter dem Mühlheimer NT die alten Pfingstler (vor 1914)
      Hinter MacArthur, Thompson und ähnlichen die Darbysten,
      Hinter der Stuttgarter die historisch.kritische Forschung
      usw., usw.

      Am besten für Bibelgespräche eine Bibel ohne Anmerkungen verwenden. Möglichst eine mit breitem Rand, wo man selbst Anmerkungen machen kann. Oder Blätter von Durchschlagpapier einkleben, aber nicht zuviel, damit der Einband nicht beschädigt wird.

      benSalomo.
    • Ich denke mal jeder Bibelleser sollte soviel Verstand haben, dass Gottes Meinung allein Gottes Wort in der Bibel wiedergibt und sämtliche Konkordanzen und Anmerkungen in jedem Fall die persönliche Meinung bzw. religiöse Überzeugung des menschlichen Verfassers zumindestens zum Teil wiedergibt. Ich vermute mal eine "neutrale", rein 100%ig vorurteilslose und untendenziöse Übersetzung oder Kommentierung gibts gar nicht. Es muss nicht gleich so katastrophal wie die Neue Welt Übersetzung oder Volxbibel sein, aber selbst Luther musste sich bei manchem Wort, Begriff oder Satz entscheiden wie er was übersetzt.
    • Hallo,
      mein Senf dazu:

      "Tag des Herrn" in Offb. 1,1o meint die Wiederkunft des Herrn! - das geht aus dem gesamten Kontext ziemlich eindeutig hervor, zB deshalb, weil die Gemeinde ab Kap. 4 KEINE Erwähnung mehr findet. In seiner Vision war Johannes am Tage des Herrn, also am tage seiner Wiederkunft und schaute die Dinge, die diesem Tag (also der Wiederkunft) vorausgingen, bzw was an diesem Tag und (unmittelbar?) danach geschah....

      ... dass sich viele, v.a. Judenchristen Sonntags zu Versammlungen trafen, ist allerdings außerbiblisch belegt und auch logisch, denn am Sabbat wurde geruht und nicht das Herrenmahl gehalten oder gar Kollekten durchgeführt- die konnten sich da gar nicht versammeln- deshalb die predigt des Paulus in Apg am Sonntag-auch Maria und andere ruhten nach Jesu Begräbnis am sabbat und gingen dann am Sabbatende bzw frühen Sonntagmorgen zum Grab...

      Gruss
    • Hallo ben,

      benSalomo schrieb:

      Man muss einfach wissen, wer hinter einer Übersetzung steht:
      Hinter der Elberfelder stehen die Darbysten,
      Hinter der Konkordanten die Allversöhner,
      hinter dem Mühlheimer NT die alten Pfingstler (vor 1914)
      Hinter MacArthur, Thompson und ähnlichen die Darbysten,
      Hinter der Stuttgarter die historisch.kritische Forschung
      usw., usw.


      Ich muss gestehen, dass ich allein von der Bibelübersetzung (Elberfelder, Schlachter, ...) noch nicht auf eine darbystischen Lehre oder einer Lehre der Allversöhnung gekommen wäre.

      Für mich macht es der Mix aus Bibelüberstzungen aus, der vor Irrtum bewahrt bzw. Irrtum erschwert.

      Genauso ist es mit Bibelkommentaren. Es sind nur Kommentare, nicht mehr nicht weniger. Vielfalt bewahrt auch hier vor Einfältigkeit.
    • Steven schrieb:

      Schlachter 2000 ist ja nach Textus Receptus Übersetzt! sta_hisf


      Den gibt es in Wirklichkeit als einheitlichen Text nicht!

      Bitte informiere dich ein wenig bei Fachleuten, bevor Du mit Begriffen herumwirfst!
      Das ist nur so eine obskure Theorie (dass das der "bessere" Text wäre), die z.B. von unseren Bibellehrern in Bogenhofen - wo Du ja hingehen willst - nicht geteilt wird. Ganz im Gegenteil!
      Liebe Grüße, Heimo
    • Bibelübersetzungen

      Die Bibel ist in drei Sprachen geschrieben: Hebräisch, aramäisch und koime-griechisch.
      Alle drei Sprachen sind heute tot.
      Eine ganze Reihe von Worten kommen nur ein einziges Mal in der Bibel vor. Deren Übersetzung fällt besonders schwer.

      Wer z. B. englisch lesen kann und es in deutsch übersetzen möchte, merkt ganz schnell, dass man für einen englischen Begriff mehrere deutsche Begriffe verwenden kann. Das gibt es bei jeder Sprache.

      Ein zusätzliches Problem sind die Kulturkreise, aus denen die Bibel stammt, und andererseits, der Kulturkreis, in dem wir leben.

      Übersetze mal einem Eskimo den Begriff. Lamm Gottes. Der Mann hat noch nie in seinem Leben ein Lamm gesehen. Und so gibt es viele Worte der Bibel, die, wörtlich übersetzt, für uns keinen Sinn machen. Das Gleiche gilt für Sitten Gebräuche, Gewohnheiten, Regeln usw., usw.

      Die alte Elberfelder nahm für sich in Anspruch, möglichst wörtlich übersetzt worden zu sein (was aber nicht stimmt). Sie war ganz schwer zu lesen. Wäre sie rein wörtlich übersetzt worden, wäre sie für uns unlesbar und an vielen Stellen auch total unverständlich.

      So ist jede Bibelübersetzung immer ein Stück Übersetzung und ein Stück Interpretation. Deshalb ist es schon gut, mehrere Übersetzungen zur Hand zu haben. Auf "bibleserver.com" werden diese kostenlos angeboten. Man sollte sicjh den Link in die Adress-Leiste setzen.

      Einen untauglichen Weg geht die Konkordante Übersetzung der Allversöhnung. Sie übersetzen immer ein bestimmtes griechisches Wort mit dem gleichen deutschen Wort. Doch das verzerrt viele Aussagen der Bibel. Ich habe sie aber trotzdem, denn manchmal ist sie auch hilfreich.

      Bei unsern Kinder ist die "Hoffnung für alle" derzeit die Nr. 1. Die können sie erst mal verstehen. Aber manchmal müssen Erwachsene auch nach helfen. Dadurch merken die Kinder, dass man auch beim Bibellesen immer seinen Verstand gebrauchen muss.

      Bei der Verwendung von Kommentaren muss man wissen, wer dahinter steht. Sonst wird man verwirrt. Und es ist gut, sich für einen als die Nr. 1 zu entscheiden. Für mich ist das der ABC. Er zeigt mir die Ansicht meiner Kirche. Aber ich schaue auch in andere. Bei Internet.Kommentaren muss man wissen, dass die meisten darbystisch sind oder historisch-kritisch. Wobei letztere auch viel wissenschaftliches Material bieten, erstere aber fast nur Weltanschauung.

      benSalomo
    • Die von DKM unter der Nr. 4 gemachte Aussage über Offb. 1:10 ist eine mögliche Deutung, die Einiges für sich hat. Die Deutung von "Tag des Herr" auf den Sabbat ist aber ebenfalls möglich, denn dieser Name wird in der Bibel ausschließlich für den Sabbat verwendet.

      Sonntagsfeier bei Christen ist aber erst ab Mitte / Ende des 2. Jahrhunderts außer biblisch nachweisbar. Und zwar nur als Feier des Herrenmahles vor Sonnenaufgang. Darnach ging man an seine Arbeit. Arbeitsruhe war am Sabbat. Erst unter den Machtansprüchen des römischen Bischofs begann man dann im westliche Teil des Reiches, also im Einflussbereich des römischen Bischofs, hier und da mit der Sonntagsfeier. Problematisch wurde die ganze Sache erst unter Konstantins Gesetz, da er am Sonntag die Arbeit verbot. An dem Tag sollten alle seinen Untertanen den Gott Mithras anbeten. Nun hatten die Christen ein großes Problem. Für sie gab es nun zwei Arbeits freie Tage. Und das hielt kaum einer wirtschaftlich durch. Hier hakte dann der römische Bischof ein und versuchte, durch viele Konzilsbeschlüsse über alle Jahrhunderte hinweg die Sabbatfeier aus zu rotten.

      Die Behauptung, ab Offb. 4 käme die Gemeinde nicht mehr vor, ist eine darbystische Irr- oder Sonderlehre, die dazu dient, weitere Irr- oder Sonderlehren zu stützen.

      benSalomo