Christliche Anspiele

    • Christliche Anspiele

      Huhu,

      ich wollte ich mal meine Anspiele, die ich bis jetzt geschrieben habe, zeigen und würd gern mal Eure Meinungen dazu hören, falls ihr die habt. ^^

      Wichtig: Das Urheberrecht unterliegt allein mir!

      Ein Weihnachtsanspiel

      Das Weihnachtsgeschenk
      nach einer Kurzgeschichte von O. Henry


      Personen:
      Erzähler
      Della
      Jim
      Madame Sofronie
      Mr. Ben Smith
      Fam. Sneider – Mr., Mrs. Kind

      Della zählt Geld
      80...81...82...83...84..85...86...87... 1 Doller, 87ct .. seufzt Und morgen ist schon Weihnachten.

      Erzähler Das war es also. Ihr ganzes Vermögen. 1 Dollar, 87ct. Davon 60ct in Pennystücken – alles mühsam zusammengekratzt und erspart. Und morgen war Weihnachten. Nichts blieb übrig, als sich auf die kleine, schäbige Couch zu werfen und zu heulen. Das tat Della denn auch, und es beweist uns, daß sich das Leben eigentlich aus Schluchzen, Seufzen und Lächeln zusammensetzt, wobei das Seufzen unbedingt vorherrscht.

      Della Weihnachten.... das Fest der Liebe, das Fest der Freude, das Fest der Geschenke. Und ich habe nichts, um Jim ein Geschenk zu kaufen. Wirkt betrübt – Blick fällt auf den Spiegel mit dem Sprung in der Wand Oh ja, das könnte es sein. Wenn wir etwas wertvolles haben, dann das. Löst ihr Haar

      Erzähler Im Besitze des jungen Paares gab es zwei Dinge, in die sie ihren ganzen Stolz setzten. Das eine war Jims goldene Uhr, die vor ihm seinem Vater und seinem Großvater gehört hatte. Das andere war Dellas Haar.

      Della Ich muss mich beeilen, damit ich noch rechtzeitig alles schaffe. Schnell mein Mantel, wo ist er doch h gleich? Ah, und dort ist auch der Hut. Nun schnell die paar Straßen weiter, zu Madame Sofronie.
      Steht vor einem Geschäft
      Madame, kaufen Sie mein Haar?

      Madame Sofronie Na, dann zeigen Sie mal, was sie haben. Den Hut können Sie dort ablegen!

      Della legt den Hut ab und löst abermals ihr Haar

      Madame Sofronie Oh, das ist aber eine tolle Haarpracht, darauf können Sie stolz sein! Das wird sich gut verkaufen lassen. Hm.... 20 Dollar bekommen Sie dafür.

      Della In Ordnung, nur machen Sie bitte schnell. Ich muss noch ein Geschenk für meinen Jim kaufen. Sonst überleg ich es mir noch anders...

      Madame Sofronie schneidet die Haarpracht ab Bei diesem tollen Haar würd' ich es mir auch zweimal überlegen, ob ich es verkaufen möchte, Miss. Es zeugt von großer Liebe, dass Sie es für ihren Jim abgeben. Lächelt Aber es wächst ja wieder nach.

      Della Ja, Madame, das ist mein einziger Trost dabei. Aber für meinen Jim ist es mir das wert!

      Madame Sofronie So, das wars auch schon. Schöne Festtage wünsche ich Ihnen.

      Della Vielen Dank! Ihnen auch eine frohe Weihnachtszeit
      in einem weiteren Laden
      Was nur wäre das perfekte Geschenk für Jim? Dieser Hut vielleicht? Zeigt hoch Nein, seiner ist zwar abgetragen, aber erfüllt noch gut seinen Zweck. Oh, oder diese warmen Fäustlinge? Hält hoch Die könnte er sehr gut gebrauchen. Und was ist das da hinten? Dreht sich um Oh, Wein, ein guter Jahrgang. Ja, das würde Jim gefallen. Aber das ist so vergänglich, davon hat er nichts Dauerhaftes. Nein, Jim soll etwas bekommen, was er als Mann mit Stolz tragen kann, wovon er lange etwas hat. Was wäre das nur? Geht unschlüssig im Laden herum – kramt in einer Wühlkiste... ihr Blick fällt in ein Regal, etwas abseits, schnell geht sie darauf zu
      Oh, wie wundervoll. Hält eine zarte Kette hoch Eine Platin-Uhrenkette. Die ist wie für Jim gemacht. Damit kann er endlich seine Uhr befestigen. Ich seh ja immer, wie peinlich ihm das alte Lederband ist, und wie ungern er deswegen in der Öffentlichkeit darauf schaut. Aber damit müsste ihm nichts mehr peinlich sein. Endlich käme der richtige Glanz der Uhr zum Vorschein. Ja, das ist das richtige Geschenk für Jim. Geht zum Tresen

      Mr. Ben Smith Guten Abend, Mrs. Haben Sie sich entschieden? Ah, ich sehe schon, diese Uhrenkette. Ein sehr schönes Stück, damit haben Sie eine gute Wahl getroffen, das ist echte Qualitätsware. Das macht 21 Dollar, bitte.

      Della Bitteschön, 21 Dollar. Könnten Sie mir die Kette noch einwickeln?

      Mr. Ben Smith Natürlich. Hier, bitte sehr und frohe Weihnachten.

      Della Danke, Ihnen auch.
      Eilt heim – stellt sich vor den Spiegel, versucht die kurzen Haare ansehnlich zu gestalten
      Oh, was hab ich da nur angerichtet? Diese Fransen, wie ein Lausbub schau ich aus. Gar nicht mehr wie eine Dame. Aber, ach, das war mir Jim wert. Hm... naja, so muss es reichen, mehr kann ich da nicht mehr rausholen. Wenn Jim mich nicht tötet bevor er mich ein zweites Mal anschaut, so wird er sagen, ich sehe aus wie ein Chormädchen von Coney Island. Aber was konnte ich tun - oh, was konnte ich tun mit 1 Dollar und 87 Cent?
      So, nun muss ich mich aber sputen, bald kommt Jim nach Hause. Schnell die Koteletts auf den Herd, das Brot schneiden, und ja, heute ist heilig abend, da wollte ich eine schöne Soße machen. So, fertig. Nun muss Jim aber auch bald heimkommen, sonst brennt es alles an. Ah ja, ich hör ihn schon, er kommt. Klar, pünktlich wie immer. Hm... wie mach ichs? Ich setz mich hier einfach auf den Tisch an der Tür, vielleicht sieht er aus den Augenwinkeln nicht gleich, dass die Haare fehlen.

      Jim Kommt rein, bleibt stehen, schaut entsetzt auf Della

      Della springt vom Tisch, rennt weinend auf ihn zu Jim, Lieber schau mich nicht so an. Ich ließ mein Haar abschneiden und verkaufte es, weil ich es nicht ausgehalten hätte, ohne dir ein Geschenk zu Weihnachten zu geben. Es wird wieder nachwachsen. Du bist nicht böse, nicht wahr? Ich mußte es einfach tun. Mein Haar wächst unheimlich schnell. Sag >Fröhliche Weihnachten<, Jim, und laß uns glücklich sein. Du weißt ja gar nicht, welch schönes - wunderbar schönes Geschenk ich für dich habe."

      Jim Du hast Dein Haar abgeschnitten?

      Della Nein, abschneiden lassen und verkauft, an Madame Sofronie. Verkauft ist es, sag' ich dir, verkauft und fort. Heute ist doch Heiliger Abend, du. Sei lieb, es ist doch für dich. Sei lieb, ich gab es ja für dich weg. Es kann ja sein, daß die Haare auf meinem Kopf gezählt waren plötzlich ernster aber niemand könnte je meine Liebe zu dir zählen. Soll ich jetzt die Koteletts auftun, Jim?

      Erzähler Nun schien Jim rasch aus seinem Trancezustand zu erwachen. Er nahm Della in seine Arme. Für zehn Sekunden wollen wir mit diskreter Genauigkeit irgendeinen belanglosen Gegenstand in entgegengesetzter Richtung eingehend betrachten. Acht Dollar in der Woche oder eine Million im Jahr - was ist der Unterschied? Ein Witzbold und ein Mathematiker würden uns beide eine falsche Antwort geben.

      Jim zieht ein Päckchen aus der Tasche und wirft es auf den Tisch Du mußt dir über mich nichts Falsches vorstellen, Della. Ich glaube, da gäbe es kein Haarschneiden, Dauerwellen oder Waschen in der Welt, das mich dazu brächte, mein Frauchen weniger zu lieben. Aber wenn du das Paket da auspackst, wirst du sehen, warum ich mich zuerst eine Weile nicht erholen konnte.

      Della packt fahrig das Päckchen aus als sie den Inhalt sieht, Oh Jim, wie schön! klagend, weinend Oh nein, nein, Jim, warum nur? Diese tollen Kämme, aber mein Haar.... ich hab doch mein Haar nicht mehr... Jim, die können wir uns doch nicht leisten, wieso hast Du so viel Geld ausgegeben, für meine Haare, die ich ja gar nicht mehr hab. Warum hab ich nur meine Haare verkauft?

      Jim beruhigend Ruhig Della, ruhig. Es ist doch alles gut. Man kann die Kämme doch umtauschen. Und Deine Haare wachsen doch wieder. Ruhig Della, ruhig. Es ist doch Weihnachten, da wirst Du doch wohl nicht so trübselig sein, ruhig, alles gut, Della.
      Du hast diese Kämme doch immer wieder im Schaufenster bewundert, schon seit Wochen, da musste ich sie Dir einfach schenken, es ist doch Weihnachten, Della. Komm, das wird schon wieder.

      Della ruhiger, lächelnd. Ja, mein Haar wächst ja so schnell, Jim. Plötzlich Oh, oh Jim, Du hast ja noch gar nicht das Geschenk gesehen, oh, es wird wundervoll zu Dir passen, schau es Dir an, schau nur, schau, was ich für Dich gefunden habe!

      Jim packt aus – schaut verdattert auf den Inhalt

      Della Ist es nicht großartig - das einzig Wahre? Ich habe danach gejagt, bis ich es fand. Du wirst jetzt jeden Tag hundertmal sehen müssen, wieviel Uhr es ist. Gib mir deine Uhr, ich muß sehen, wie die Kette daran aussieht.


      Gleich gehts weiter.
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von sanfterengel ()

    • Erzähler An dieser Stelle möchten wir die Zeit ein paar Stunden zurück drehen. Wir sehen Jim, wie er von der Arbeit kommt, und trübsinnig die Straße entlang geht.

      Jim Weihnachten.... morgen ist Weihnachten... was schenke ich nur Della? Hm.... ich hab meinen Weihnachtslohn bekommen, 3 Dollar, was kann ich ihr nur dafür kaufen? Hach, wie gerne würd ich ihr diese Kämme schenken, die sie schon so lange bewundert...
      Oh, guten Tag Mr. Sneider, Mrs. Und hallo, kleiner Tommy. Na? Freust Du Dich schon auf Weihnachten?

      Tommy Oh ja, Mr. Ich wünsch mir so sehr eine Eisenbahn. Meinst Du, dass ich die bekomme?

      Jim Das weiß ich nicht, Tommy. Da wirst Du noch etwas warten müssen.
      An die Eltern gewandt Na, haben Sie bereits alles geschafft?

      Mr. Sneider Größtenteils ja, wir müssen nur noch die letzten Besorgungen machen. Und Sie? Haben Sie schon ein passendes Geschenk für Ihre Frau?

      Jim Leider nein. Ich würd ihr so gern die Kämme kaufen, die sie im Schaufenster des Ladens an der Ecke erblickt hat, doch das Geld fehlt mir.

      Mrs. Sneider Oh, die habe ich auch gesehen, die würden so perfekt zu ihrer Haarfarbe passen und so toll an ihr aussehen. Die wären sicher das passende. Aber ja, teuer sind sie ja. Hm... sie haben doch diese Goldene Uhr, auf die haben doch schon viele ein Auge geworfen, wie wäre es, sie vorne am An- und Verkauf anzubieten? Dann hätten Sie sicherlich das Geld für die Kämme.

      Jim Das ist eine gute Idee, danke, Mrs. Sneider! Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest, nun muss ich mich beeilen!

      Erzähler tritt vor die Szenen Die Weisen waren, wie ihr wisst, weise Männer – wunderbar weise Männer -, die dem Kind in der Krippe Geschenke brachten. Sie haben die Kunst erfunden, Weihnachtsgeschenke zu machen. Da sie weise waren, waren natürlich auch ihre Geschenke weise und hatten vielleicht den Vorzug, umgetauscht werden zu können, falls es Dubletten gab. Und hier habe ich euch nun schlecht und recht die ereignislose Geschichte zwei törichter Kinder in einer möblierten Wohnung erzählt, die höchst unweise die größten Schätze ihres Hauses füreinander opferten. Doch mit einem letzten Wort sei den heutigen Weisen gesagt, dass diese beiden die weisesten aller Schenkenden waren. Von allen, die Geschenke geben und empfangen, sind sie die weisesten. Überall sind sie die weisesten. Sie sind die wahren weisen.
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Das hier hab ich zur Taufe meines Bruders geschrieben. Wir haben dann nen Film draus gemacht. War cht lustig. :D

      Die Engel und Teufel sind diese lustigen kleinen Figuren, die in Trickfilmen das Gewissen dastellen. :D Stellkt Euch also winzige Figuren auf den Schulter sitzend vor. ^^


      Personen Ort
      Freimut Bushaltestelle
      Gertrude
      Engelchen F Requisiten
      Teufelchen F Bank, Bushaltestellenschild, Gepäck
      Engelchen G
      Teufelchen G

      Gertrude Geht in den Himmel schauend und über Gottes Größe sinnierend über den Busbahnhof und rennt dabei in Freimuts Rucksack
      Sieh nur die Sterne. Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkst? Wie wunderbar hat Gott die Wet gemacht, wie groß ist seine Güte, uns sie zu …. AUTSCH!
      Rappelt sich wieder auf
      Freimut wütend Hey, kannst Du nicht gucken, wohin Du latschst?
      Engelchen F Beruhig Dich, Freimut, es ist ja nichts passiert.
      Teufelchen F Nichts passiert?!? Gertrude ist Dir in Deine Sachen gerannt. Los, schups sie dafür!
      Engelchen F Nicht, Freimut, so was kommt vor, sie war halt in Gedanken!
      Freimut schaut auf seinen Rucksack Sie nur, jetzt ist mein Shirt zerknorkelt. Wie blöd bist Du denn? Rempelt sie an
      Engelchen G Bitte bleib ruhig, Gertrude!
      Teufelchen G Ruhig bleiben? Er hat Dich angerempelt. Gibs ihm!
      Engelchen G Nur, weil Freimut unbeherrscht ist, musst Du es nicht auch sein!
      Teufelchen G Doch, gleiches Recht für alle, kneif ihn in den Arm, Gertrude!
      Gertrude kneif So, das hast Du davon!
      Freimut Autsch, sag mal, piepst Du?
      Teufelchen F Richtig so, Freimut, lass Dir das nicht gefallen.
      Engelchen F weinerlich Bitte, bitte, beruhig Dich. Sie ist doch nicht absichtlich in Deinen Rucksack gerannt.
      Teufelchen F Na und? Schau Dir an, was sie mit Deinem Shirt gemacht hat. Soetwas gehört gerächt! Auge um Auge, Zahn um Zahn!
      Freimut Aetsch Gertrude, Du verknitterst mir mein Shirt nicht noch mal. Zieht ihr an den Haaren
      Gertrude weint Aua. Es tut mir doch leid, dass ich über Deinen Rucksack gestolpert bin. Hör doch bitte auf.
      Teufelchen F Kein Mitleid zeigen, mach sie fertig, sie hat es verdient!
      Engelchen F Freimut, denk daran, der Klügere gibt nach.
      Teufelchen F So ein Schmarn, nur der Stärkste überlebt!
      Engelchen F zum Teufelchen Nu hör doch auf, siehst Du nicht, was Du mit Deinem Anstacheln anrichtest? Nur wegen eines Versehens weint Gertrude. An Freimut gewandt Freimut, bitte, hör auf.
      Teufelchen F Hör nicht auf sie. Los, verpass ihr endlich eine Ohrfeige für ihre Frechheit.
      Freimut hebt die Hand zum Schlag
      Engelchen F Du sollst Die ne Feinde lieben, Freimut. Verzeih ihr. Lass Gnade vor Recht gehen.
      Freimut Steht mit erhobener Hand zur Ohrfeige bereit und schaut unschlüssig zwischen dem Engelchen und dem Teufelchen hin und her.
      Vorhang zu!


      Das coolste war, als Gertrude Freimuts Rucksack weggeschmissen hat, das war im Video einfach genial!
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • sanfterengel schrieb:

      Wichtig: Das Urheberrecht unterliegt allein mir!
      sagt jemand der Story und Charaktere von O.Henry "ausborgt "
      das ist eine sehr Schöne Geschichte die alle Jahre wieder jemand zur Weihnachtszeit raus holt
      Ich mochte nur mit ungetrübten blick die Wahrheit sehen
      Ashitaka
      Prinzessin Mononoke
    • Für das Anspiel liegt das Recht bei mir. Niht fr die Geschichte, aber eben fürs Anspiel.

      Hab wieder eins geschrieben, Thema Freiheit. Achtung, es ist sehr drastisch, um die Konseuenzen entsprechend darzustellen.


      Anspiel – Konstraktualismus
      „Freiheit durch Gesetze“



      Personen Orte
      Vater Paolo Wald (Szene I)
      Mutter Paola Straße vor den Häusern (Szene II und III)
      Sohn Paul
      Tochter Paula
      Sandro Wagner
      Vater Pedro
      Mutter Petrarka
      Sohn Peter
      Tochter Petra



      Szene I

      Paul & Paula spielen im Wald

      Paul Du kriegst mich nicht, Paula, Du bist viel zu langsam.

      Paula Nun warte doch, Paul, ich kann nicht mehr.
      tritt mit einem Fuß in eine Falle
      ruft entsetzt Paul. Hilf mir.

      Paul Verarsch mich nicht, das ist doch nur ein Trick, damit Du mich fangen kannst.

      Paula Paaaaaaauuuuuuullllllll....

      Sandro tritt hervor Na, was haben wir denn da? Das ist mal ein toller Fang. Nicht das, was ich erwartete... aber nicht schlecht. Na, kleine. Was meinst Du? Wir werden doch sicherlich Spaß miteinander haben. Sei schön brav, hörst Du?

      Paula kreischt

      Paul Paula? Wo bist Du? Sucht sie Hey, Paula, wo versteckst Du dich? Findet sie Ey, Sandro! Lass sofort Paula frei! Wirft mit Steinchen nach Sandro

      Sandro Warum sollte ich auf einen Knirps wie Dich hören?

      Paolo Weil ich ihn unterstütze. Lass Paula runter. Droht mit Keule

      Sandro Ähm... lass mich darüber nachdenken, Paolo. Was spräche denn dafür? Hm... Dein Stöckchen... ähm... ok, ich glaube damit käme ich klar. Und dagegen? Mein Spaß wäre weg, mein Mittagessen auch, und mein erarbeiteter Respekt im Ort. Ähm... ein klares „nein“. Das ist mein Fang, ich bin stärker, also behalte ich sie.

      Paolo Sandro, ein letztes Mal, lass sie runter, oder ich vergesse mich.

      Sandro hämisch „oder ich vergesse mich“ lacht böse

      Paolo -vergisst sich – erschlägt Sandro mit der Keule, befreit Paula

      Paula Danke, Papa.

      Paolo Gerne, und nun passt besser auf beim Spielen. Pedro ist hier auch irgendwo, und ihr wisst, dass ihr bei ihm aufpassen müsst.

      Szene II

      Petra spielt mit ein paar Murmeln

      Peter kommt dazu Hey, Petra, ich will mitspielen.

      Petra grummelt Wenns sein muss...
      Ey, die Murmel gehört mir, gib sie zurück.

      Peter Wenn Du sie haben willst, musst Du sie Dir holen.

      Petra Du bist unfair, Du weißt, dass ich schwächer bin. Ich dachte, Geschwister stehen zueinander... spielt weiter, Peter gesellt sich wieder friedlich dazu, behält die Murmel allerdings

      Paul & Paula kommen aus dem Wald zurück

      Paula Schau mal, Paul. Wollen wir mit den beiden spielen?

      Paul Au ja, tolle Sache, ich mag Murmeln. Petra, lass uns mitspielen, ja?

      Petra Nein, wir wollen allein spielen.

      Paula Ach, bitte...

      Paul Warte, ich kläre das. Zertritt das Spiel, nimmt die Murmeln weg, gibt sie Paula
      so, Paula, hier sind die Murmen, nun kannst Du spielen.

      Paula Danke, Paul.

      Petra Genau so stelle ich mir einen Bruder vor, Peter, der für seine Schwester eintritt und ihr hilft. Ich will meine Murmeln wieder haben!

      Peter Paul, gibt Petra ihre Murmeln wieder.

      Paul Warum sollte ich? Ich hab sie Paula geschenkt.

      Peter greift Paul an, prügeln sich, Paul gewinnt
      Geht gleich weiter
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • ßene III

      abends auf der Straße vor dem Haus

      Petrarka Endlich sind die Kinder im Bett und es ist etwas Ruhe. Der Himmel ist so schön. Es ist so schlimm, ständig muss man sich Sorgen machen. Heute haben die Flegel von nebenan Petra die Murmeln weggenommen und als Peter sie verteidigen wollte, ihn verprügelt.

      Pedro Ja, Du hast recht. Und vor allen Dingen ist es einfach nur peinlich. Unsere Kinder sind Schwächlinge und lassen sich verprügeln. Wie sollen die nur durchs Leben kommen?

      Petrarka Sag mal, kannst Du niht auch mal an was anderes denken? Es kann dch nicht richtig sein, dass man sich alles nehmen kann, nur, weil man stärker ist.

      Pedro Natürlich ist das so. wie soll man Beseitz und recht denn sonst regeln? Etwa auslosen?

      Petrarka Ja, du hast recht, so geht es natürlich auch nicht. Aber ständig Angst zu haben, dass einn stärkerer um die Ecke kommt und einen beraubt oder erschlägt, ist doch auch nicht das Wahre.

      Pedro Du denkst zu viel, Frau. Es darf einfach keiner stärker als Du sein, und fertig.

      Petrarka Ja, aber es kann doch nicht jeder am stärksten sein. Irgendwer muss doch so mmer Angst haben, unterlegen zu sein.

      Pedro Mensch, es geht um Dich. Sei am stärksten und schon hast Du keine Probleme mehr. Die nderen können Dir doch egal sein.

      Petrarka Wie kannst Du nur so herzlos sein. Stell dir vor, Du wirst krank und musst nur einen kurzen Moment angst haben, dass diese Schwäche ausgenutzt wird. Oder jemand beschließt, stärker zu werden als Du und rächt sich dann für irgendwas an Dir. Da hast Du dann Pech gehabt. Diese Angst ist doch dann immer da.

      Pedro so ist das halt. Damit musst Du Dich abfinden. Das ist das Risiko des Lebens. Aber wir können ja mal zu den Nachbarn gehen, vllt. Haben die eine Lösung, bzw. rücken Dir den Kopf zurecht, dass Du verstehst, dass das nun mal so ist.

      Pedro&Petrarka klopfen bei den Nachbarn

      Paolo Ja?

      Petrarka Ihr Sohn hat heute unseren Peter verprügelt.

      Paolo Ja, wissen wir. Was hat das mit uns zu tun?

      Pedro Meine Frau findet es ungerecht, wenn sich jeder alles nehmen kann, wenn man nur stärker ist.

      Petrarka Ist es ja auch. Außerdem ist es eine Gefahr für sich selbst, ständig Angst, im nächsten Moment niedergeschlagen zu werden, ist doch blöd. Man kann nichts wirklich in Frieden machen, aus Angst, dass jemand hinter der nächsten Ecke lauert.

      Paola Hm... da ist schon was dran. Heute hat Sandro Paula gefangen genommen, zum Glück konnte Paolo sie befreien. Ich lass die Kinder auch kaum mehr aus den Augen, aus Angst, das was passiert.

      Paolo Frauen...

      Pedro Stimmt. Wie soll man denn Recht und Besitz regeln? Auswürfeln? Du behältst die Murmeln, aber Du darfst niemanden niederschlagen, das darf nur der, der ne 6 würfelt? Diese Willkür ist doch dämlich. Dann müsste man sich alles gefallen lassen, weil der andere es ja darf, ich aber möglicherweise nicht und könnte mich so nicht mal verteidigen.

      Paolo Eben, das wäre doch absolute Willkür und unnötig. Außerdem würde es nur zu mehr Probleme und Frust führen.

      Paola Natürlich wäre auslosen dumm. Das zweifelt doch auch niemand an. Aber man muss doch auch eine vernünftige Lösung finden können. Wie wäre es … hm … wenn wir … ähm … einfach allgemeingültige Regeln einführten?

      allgemeines Entsetzen

      Paolo Bist du nun völlig durchgedreht? Gesetze?!?

      Pedro Damit wäre doch unsere Freiheit völlig dahin! Gesetze beschränken unsere Freiheit, auf die wir hier doch so stolz sind.

      Petrarka Aber überlegt mal. Sind wir denn wirklich frei? Sind wir nicht Gefangener unserer selbst? Unserer – falsch verstandenen? - Freiheitsvorstellung? Unsere Angst? Wären wir nicht viel freier, wenn wir Sicherheit in einem Gesetz hätten?

      Pedro Angst habt doch nur ihr Frauen, da braucht ihr das doch nicht auf alle zu übertragen. Ich brauche keine Angst vor einem anderen Mann zu habe. Ich bin stark genug.

      Paola Und wenn Dich ein anderer überlistet?

      Petrarka Paolo, überleg mal. Als Sandro heute Deine Paula fing, hattest Du da keine Angst um sie? Keine Sorge?

      Paolo Mm... grummelt Und wie sollte da Gesetze schützen?...

      Petrarka Naja, überleg mal, wenn Du ein allgemeingültiges Gesetz hast, in dem z.B. steht, dass niemand andere Kinder fangen darf, müsstest Du Dir nie mehr Gedanken darüber machen, dass Deinen Kinder sowas passiert, weil ja alle unter diesem Gesetz stehen.

      Pedro Und wenn jemand nicht einwilligt und sich an diese Gesetze nicht hält? Die Angst ist doch immernoch da, weil wir doch niemanden Zwingen können, sich an unsere Gesetze zu halten.

      Petrarka Wir legen das fest, bringen die anderen dazu, ebenfalls zuzustimmen, indem wir ihnen die Vorteile darlegen und wenn dann einer such nicht daran hält, muss es Sanktionen geben.

      Paolo Aber ist das dann nicht wieder eine große Willkür?

      Petrarka Die Sanktionen für die Vergehen müssen natürlich an die Größe des Vergehens angepasst werden und festgelegt sein.

      Paolo Puh, das wird aber eine Menge Arbeit.

      Pedro Ja, aber ich denke, das könnte sich lohnen. Wollen wir das gemeinsam ausarbeiten und dann dem Konzil vorlegen?

      Petrarka Das hört sich gut an. Seht ihr wie gut Gesetze sein können, dass sie existieren und wir trotzdem – nein, erst dann – richtig frei sein können? Das nun eine angstfreie Entfaltung und ein sicheres Leben möglich sein kann?


      ENDE
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Obige anspiel passte einigen nicht. Also musste ein neues her. Die Grundidee für das folgende stammt von meiner Schwester (die sie, glaube ich, aus der Schule hat), das Anspiel habe ich daraus geschrieben.

      Anspiel
      „Stadt ohne Regeln“


      Personen Orte
      Tabea Straße
      Herr Kleinlich (Polizist) bei Tabean
      Klaus - Jonathan Park
      Coco - Marlen
      Brjuster
      Wilson - Tobias
      Bürgermeister
      Hannelore
      Kordula
      Sophie
      Klaus-Dieter-Heinz-Dietrich (KlaDiHaDie)



      Szene I – Straße und bei Tabean

      Tabea Hach, was ein wunderschöner Tag. Ich denke, ich werde mich mit ein paar Freunden im Park treffen und ein kleines Picknick veranstalten. Schreibt SMS an Freunde So, dann will ich mal ein bisschen Zeug zusammensuchen.

      Herr Kleinlich Guten Tag. Bitte zeigen Sie mir doch mal ihr Handy, werte Dame.

      Tabea Warum denn? Was hab ich denn gemacht?

      Herr Kleinlich Ich habe eben gesehen, wie Sie einige SMS verschickten. Dürfte ich bitte einmal einen Blick auf ihr Guthaben werfen?

      Tabea Aber natürlich. Gibt ihm das Handy

      Herr Kleinlich tippt Aha, hab ichs mir doch gedacht. Das macht eine Strafe von 25€.

      Tabea Wie bitte? Wie kann das denn sein?

      Herr Kleinlich Ihr Guthaben beträgt nur noch 2,99€. Laut SGB §2258 Absatz 55b müssen Bürger unserer Stadt immer mindestens 3€ Guthaben auf ihrem Handy haben, um im Notfall jemanden erreichen zu können.

      Tabea Aber wie sinnlos ist das denn? Das habe ich noch nie gehört. Und wenn ich dann im Notfall telefoniere, und das Geld dann weniger ist, muss ich Strafe zahlen?!? Blöder geht’s doch echt nicht.

      Herr Kleinlich Und das sind dann nochmals 10€ für Infragestellung unseres SGB. Macht 35€. Ich rate Ihnen, jetzt besser zu schweigen, bevor Sie noch mehr Strafen anhäufen. Schreibt einen Strafzettel aus

      Tabea Na klasse, weil ich mein Geld ja auch im Backofen backen kann... nimmt den Zettel und geht ärgerlich weiter

      Herr Kleinlich Darf ich Sie an das Gesetz erinnern, sich immer zu verabschieden? Das werden nun 3 Wochen soziale Arbeit, die Sie verrichten dürfen. Kinderheim oder Krankenhaus?

      Tabea Langsam reichts mir aber, was soll denn der Mist? Kinderheim. Darf ich jetzt gehen?

      Herr Kleinlich Ja. Auf Wiedersehen.

      Tabea Ciao.
      So, nun aber schnell. Was brauchen wir denn alles fürs Picknick? Sandwiches, 'nen Salat, Getränke. Man, das schaffe ich doch alles gar nicht mehr. Mal sehen, vielleicht kann ja Klaus zum Helfen kommen. Ruft an Hallo Klaus? Herr Kleinlich hat mich heute wieder auf der Straße angehalten und ich schaffe nun nicht mehr, alles fürs Picknick vorzubereiten. Kannst du vielleicht kommen und mir helfen? ….... Ok, danke Dir! Bis gleich.
      Schneidet Zeug für 'nen Salat

      Klaus Hallo Tabea. Wie kann ich Dir denn helfen?

      Tabea Hallo Klaus. Danke Dir, dass Du gekommen bist. Könntest Du bitte die Getränke aus dem Lager schon'mal auf den Bollerwagen laden? Und wenn Du fertig bist, die Sandwiches belegen?

      Klaus Klar.

      Tabea Danke Dir! Mensch, das war schon blöd, wegen dieser dämlich kleinkarierten Gesetze bin ich heute wieder 35€ losgeworden und hab 3 Wochen Sozialarbeit aufgebrummt bekommen. Wie soll man da nur genug Geld verdienen? Die ganzen Gesetze kann man doch gar nicht alle kennen. Ich frag mich, wie die Polizisten das machen. Ich wette, Herr Kleinlich denkt sich das alles nur aus....

      Klaus Das denke ich jetzt nicht unbedingt, aber blöd sind diese vielen Gesetze schon. Ich hab 10€ zahlen müssen, weil ich zu schnell zu dir gerannt bin.

      Tabea Oh, das tut mir leid. So, mein Salat ist fertig. Packen wir noch schnell die Sandwiches ein, und dann geht’s los. Hoffentlich bringen die anderen Decken mit, meine sind in der Wäscherei.

      Tabea & Klaus gehen zur Parkwiese
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Szene II – Im Park

      Brjuster Hallo Tabea, hallo Klaus. Da seid ihr ja. Wir haben schon gewartet. Der Grill ist auch schon aufgebaut. Dann können wir ja anfangen.

      Coco Ja, das war eine tolle Idee von Dir, Tabea. Das Wetter ist perfekt für eine Parkparty!

      Wilson Stimmt. Danke Dir für die Einladung. Ich habe noch ein paar Spiele eingepackt.

      Tabea Super, dann lasst uns loslegen. Brjuster, hast Du auch Grillzeugs da?

      Brjuster Ja, habe ich. Würstchen, Quietschkäse, Toast und Gemüse.

      Tabea Perfekt, dann lasst uns loslegen. Zündet jemand den Grill bitte an? Wo setzen wir uns hin? Hat von Euch zufällig jemand Decken mitgebracht?

      Coco Nein, ich nicht.

      Wilson Ich hab sie auch vergessen.

      Brjuster So ein Mist, hoffentlich kommt Herr Kleinlich nicht. Dann muss es jetzt so gehen.

      Alle setzen sich im Kreis auf die Wiese

      Herr Kleinlich Ich soll nicht kommen? Warum denn nicht? Weil ihr Grillt, oder weil ihr ohne Decke auf der Wiese sitzt? Lasst mal schauen, hier hab ich ein Außenthermometer. Exakt 28,1°C. Darf ich daran erinnern, dass Grillen nur bis 28°C erlaubt ist? Ihr wisst ja, die Brandgefahr. Also, bitte den Grill ausmachen und eine Strafe von 50€ wird auch fällig. Und da ihr keine Decken habt, werdet ihr eine Woche den Rasen pflegen. Ich denke, das ist angemessen. So. Und nun viel Spaß Euch noch!

      Brjuster Sagen Sie mal, glauben Sie eigentlich den Dung, den Sie da von sich geben? Sie wünschen uns allen Ernstes Spaß? Nachdem sie gerade alles kaputt gemacht haben? Wer hat denn bitte diese Gesetze erfunden? Die sind doch sowas von kleinkariert. Wozu ist das denn bitte nötig? Und wie kann man sich freiwillig derart erniedrigen, diese achsotollen Gesetze durchzuführen? Das ist doch Zwang und Unterdrückung ohne Ende!

      Herr Kleinlich Bitte was?!?

      Tabea Brjuster hat Recht. Diese Gesetze sind doch völlig sinnlos. Warum muss man denn bitte immer eine Decke zum Picknicken nutzen? Das Gras wird doch viel mehr geschohnt, wenn man nur gewisse Plätze mit seinem Sitzfleisch bedeckt, und nicht eine große Fläche abdeckt. Und von kurzzeitigem Sitzen geht das Gras doch eh nicht kaputt. Oder genauso bescheuert: Immer ein Taschentuch dabei haben. Warum sollte man das machen? Wer kein Taschentuch dabei hat, hat halt Pech gehabt und ist selbst schuld. Aber das ist doch nichts, was man zum Gesetz machen und unter Strafe stellen ...

      Herr Kleinlich Meint ihr nicht auch, dass ihr etwas übertreibt? Das Gesetz hat doch seinen Sinn, es soll Euch und alle schützen und lehren, zu …

      Brjuster Sie scheinen tatsächlich zu glauben, was Sie da von sich geben! Meinen Sie nicht auch, dass man durch eigene Erfahrungen viel mehr lernt, als durch erzwungene Strafen? Wenn ich mein Taschentuch vergessen habe, werde ich doch merken, wie ungemütlich das werden kann, und zukünftig besser daran denken. So wie es jetzt ist, wird den Bürgern unserer Stadt doch jede Autonomie aberkannt. Sollte es nicht viel mehr Aufgabe der Stadt sein, seine Einwohner zu mündigen Bürgern zu erziehen, statt sie zu dummen Nachplapperern und Nachahmern zu machen, die nichts mehr hinterfragen und alles so hinnehmen, weil es die Obrigkeit befielt?

      Herr Kleinlich Verstehst Du eigentlich, was Du da von dir gibst, Junge? Die Bürger sind doch gar nicht mehr in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Die brauchen konsequente Führung, um vor sich selbst geschützt zu werden. Um sich selbst vor solchen Gedanken wie den deinigen zu schützen.

      Bürgermeister tritt aus dem Hintergrund hervor Lass gut sein, Kleinlich. Der Junge hat Recht. Wir nehmen unseren Bürgern tatsächlich jede Entscheidungsfreiheit und erziehen sie zu nachplappernden Weicheiern statt zu Menschen, die selbst nachdenken und kritisch hinterfragen können. Wir werden unser Städtisches Gesetzbuch mit sofortiger Wirkung abschaffen. Grillt ihr nun ruhig weiter, Kinder. Es gibt keine Gesetze mehr, an die ihr Euch halten müsst. Die Bürger werden nun anhand ihrer Erfahrungen lernen müssen, wie Sie sorgsam und verantwortungsbewusst mit sich und ihrer Umgebung umgehen. Ihr seid die ersten, die das damit nun ausprobieren. Passt auf Euer Grillfeuer auf. Geht ohne einen Gruß von dannen

      Herr Kleinlich schaut sehr perplex, murmelt Diese Jugend heutzutage und geht von der Bühne.

      Coco Wow, das habt ihr gut gemacht, Tabea und Brjuster. Nun lasst uns Spaß haben!

      Klaus Au ja, wisst ihr was? Ich habe eine Idee. Wenn wir jetzt alles dürfen... lasst uns ein öffentliches Skatturnier auf der Hauptstraße machen. Das wird sicherlich lustig!
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Szene III – auf der Hauptstraße
      (alle aus der Jugend [bis auf Herrn Kleinlich, Klaus-Dieter-Heinz-Dietrich und den Bürgermeister] kommen mit nach vorne, wer keine spezielle Rolle hat, sitzt nur da und spielt Skat!)

      Brjuster & Klaus tragen ein Sofa auf die Straße

      andere JugedlicheNehmen sich Stühle auf die Straße

      Alle spielen Skat

      Hannelore Hey, Klaus, die Idee war genial! Das macht echt Spaß!

      Kordula Ja, und das Wetter ist einfach perfekt. So ists gleich viel besser als früher nur drinnen zu spielen.

      Tabea Meint ihr nicht, dass das etwas zu gefährlich ist, hier auf der Hauptstraße Skat zu spielen?

      Sophie Ach was, ihr wisst doch, was Brjuster und der Bürgermeister vorhin gesagt haben. Wir sollen autonom werden und vernünftig handeln. Die Autos werden schon bremsen. Die Bremsen sind schließlich nicht eingebaut worden, um sie zu schonen, sondern sie zu nutzen. Lacht

      Tabea Aber widerspricht das nicht gerade dem, was Du da sagst? Schließlich ist es doch eher gefährlich, auf der Straße rumzusitzen.

      Kordula Sollen die Autos halt auf den Fußweg ausweichen.

      Brjuster Und die Fußgänger dort umfahren?

      Hannelore Ach Leute, macht Euch nicht solch einen Kopf, bis jetzt ist doch nichts passiert, kam ja nicht mal ein Auto.

      Sophie Liegt wohl daran, dass alle sich über die neuen Freiheiten freuen und entweder mit uns Skat spielen, oder sich anderweitig gegen alte Gesetze aufbringen. Lasst uns doch einfach mal den Tag und den Erfolg genießen. Wir können ja immer noch von der Straße, wenn wir jemandem im Weg sind.

      Alle spielen weiter Skat, einige reizen.

      KlaDiHaDi kommt auf seinem Roller angebraust, ruft kurz vor dem Sofa ACHTUNG! Versucht zu bremsen und kracht in das Sofa und trifft Sophie

      Brjuster KlaDi! Steh auf. Ist Dir was passiert?

      Tabea Sophie, geht’s Dir gut? Ist alles in Ordnung?

      Sophie Ja, geht alles. Nur ein blauer Fleck.

      KlaDiHaDi Puh, was macht ihr denn hier mitten auf der Straße? Das ist doch gefährlich. Könnt ihr nicht mal mitdenken?

      Kordula Wir machen ein Skatturnier. Willst Du mitmachen?

      KlaDiHaDi Nein, ganz sicher nicht! Beim nächsten mal kommt nicht nur ein Roller, sondern ein Auto, und dann liegen wir drunter. Nein, danke! Das Risiko gehe ich sicher nicht ein.

      Tabea KlaDiHaDi hat Recht, jetzt, wo's nochmal glimpflich ausgegangen ist, müssen wir doch nicht das Schicksal noch herausfordern, sondern sollten endlich vernünftig werden und von der Straße gehen.

      KlaDiHaDi Wie kommt ihr überhaupt auf die hirnverbrannte Idee, auf der Straße Skat zu spielen? Sowas gehört verboten. Steht das etwa nicht in unserem SGB?

      Hannelore Es gibt kein SGB mehr. Tabea und Brjuster haben so gut argumentiert, dass der Bürgermeister es mit sofortiger Wirkung für ungültig erklärt hat!

      Brjuster Ja, schade nur, dass wir mit unserer Prognose wohl Unrecht hatten. Einige hier scheinen das selbst Denken wohl doch verlernt zu haben, und selbst Tabea und ich, die wir anfangs gegen dieses auf der Straße sitzen waren, haben uns dem Gruppendruck gebeugt und uns hier auf der Straße niedergelassen. Gewisse Gesetze könnten vielleicht doch ganz nützlich sein.

      Sophie Was?!? Wir sind diese lästigen Dinger doch gerade erst losgeworden, und Du willst sie schon nach ein paar Stunden zurück?

      Tabea Du missverstehst Brjuster, Sophie. Natürlich will er nicht diese kleinkarierten Gesetze wieder haben, aber eine Grundstruktur wäre schon hilfreich, nach der sich alle richten sollten. Darin sollte dann bspw. stehen, dass man andere durch sein Verhalten nicht gefährden sollte. Wenn wir das so allgemein halten würden, bräuchte man nicht jede Kleinigkeit in ein Gesetz packen, die Mündigkeit der Bürger könnte sich so entwickeln; man hat die Freiheit, sich in diesem sicheren Rahmen zu entscheiden und zu entfalten, und hat es auch so für jeden einfach
      und übersichtlich gehalten.

      Wilson Ah, verstehe...

      Klaus Macht Sinn...

      Bürgermeister tritt wieder aus dem Hintergrund hervor Ah, ich sehe, ihr habt eure Lektion gelernt. Ohne Gesetze, die einen schützen, geht es einfach nicht. Und auch ich
      habe durch Euch gelernt. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen und Fehler machen und daraus lernen dürfen. Darum wird es dabei bleiben, dass das SGB abgeschafft ist. Aber eine Art Generalgesetz, in dem das Wichtigste steht, wird es ersetzen. Tabeas Vorschlag, weder sich noch andere zu gefährden, wird dabei das erste Gesetz werden. Was meint ihr, ist sonst noch wichtig?

      Kordula Vielleicht anderen zu helfen, wenn sie denn Hilfe benötigen?

      KlaDiHaDi Sehr gute Idee, Kordula! Das finde ich gut!

      Bürgermeister Ich auch. Ich mache Euch einen Vorschlag. Wir werden die nächsten Tage darüber nachdenken, was wir wirklich als Grundlage für das Zusammenleben in unserer Stadt brauchen und dann gemeinsam mit allen Bürgern darüber beratschlagen, welche Vorschläge wichtig sind und umgesetzt werden sollten. Abgemacht?

      Brjuster Abgemacht!
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )