Standhaftigkeit bei Spott, Hohn, Erniedrigung

    • Standhaftigkeit bei Spott, Hohn, Erniedrigung

      hallo,

      Ingeli hatte heute einen interessanten Satz geschrieben, der mich dazu veranlasst, dazu einen thread zu eröffnen, ich hoffe, Ingeli hat nichts dagegen?!

      sie schrieb:
      wenn wir in Christus sind, so können wir auch Anschuldigungen,
      Beschimpfungen, Verleumdungen, Erniedrigungen, Spott und Hohn unserer
      Mitmenschen ertragen, weil er in uns die Kraft und die Standhaftigkeit
      ist, dies zu ertragen, weil er es siegreich überstanden und überwunden
      hat.
      Meine Frage dazu ist: können wir das wirklich? Habt ihr an euch derartige Veränderungen gespürt? Wie geht ihr jetzt, da ihr euch ausgiebig mit dem Glauben, mit Christus beschäftigt, mit solchen alltäglichen Situationen, die Ingeli hier beschreibt, um? Hat der eine oder andere von euch dazu entsprechende Ratschläge und Erfahrungen dazu.

      Ich bin ganz "Ohr", denn ich selbst merke, dass ich irgendwie zugleich sensibler und empfindsamer geworden bin...

      Lieben Gruß
      Seeadler
    • Also auf den Alltag bezogen, ist es nicht immer leicht still zu sein, wenn der andere dich beschimpft oder erniedrigt usw. Es ist ganz normal, dass sich jeder rechtfertigen und verteidigen will. Aber ich bewundere wirklich Jesus, wie er das damals ausgehalten hat und das ging nur durch die innige Beziehung zu Gott.

      Leider merke ich immer wieder, dass meine Beziehung zu Gott nicht so ist, wie sie eigentlich sein sollte, aber daran muss jeder selber arbeiten, die anderen können einen nur ermutigen nicht aufzugeben, denn wie wir wissen ist Glaube nicht vererbar :!:
      Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand! Jesaja 41, 10 adventistslogosmiley142
    • @Seeadler, freue mich das du das aufgegriffen hast dieses Thema, ich habe es schon oft erlebt das ich angegriffen wurde, wo ich merke wie auch Satan über Menschen wirken kann. Wo ich mir sage, was habe ich getan, warum geht der mit mir so um. Man wird sensibel dafür, oft hat man auch eigene Anteile daran, das spürt man dann sehr wohl.

      Christus weiß um die Situation und er ist die Kraft und Stärke in uns, wenn ich einen Anteil daran habe, läßt er es mir bewußt werden, wenn ich angegriffen werde wo ich keinen Anteil daran habe, keine Regung in mir, dann ist seine Kraft spürbar, er gibt uns die Sicherheit und Geborgenheit, ich werde ganz ruhig und fühle mich getragen in der Situation.

      Bin ich nicht in Christus, dann kann es auch sein das sich ein Streit ergibt, ein Wort ergibt das andere, auch das habe ich erlebt und zum Schluss darf ich erkennen bzw. es wird mir bewußt, ich war nicht ausgerichtet auf den Herrn, weil mir was wichtiger war und das nützt Satan aus. Man muß immer wachsam sein.
      Das sind meine Erfahrungen dazu.
    • Wenn mich jemand erniedrigt, der mir ein Außenseiter ist, fühle ich eine Verunehrung der eigenen Persönlichkeit. Dabei bin ich auf mich selbst fixiert. Wenn mich aber jemand erniedrigt, den ich sehr liebe, fühle ich nur noch Schmerz, dass dieser Mensch sowas tut. Die Gedanken sind voll auf diesen Menschen fixiert. Ich denke deshalb, es fehlt uns die Nächstenliebe, damit wir jede Art von Spott überwinden können.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • ingeli schrieb:

      man kann das auch nicht pauschalieren, es gibt verschiedene Situationen, Begegnungen und Umstände, jeder macht seine Erfahrung. Wir wollen geliebt werden oder erwarten Liebe und können keine Liebe den Nächsten geben. Jesus sagte in der Bergpredigt : <>

      ich denke, es liegt wohl weniger daran, dass wir keine Liebe geben können - das ist ein sicherlich rein subjektives empfinden aufgrund oftmaliger abwehrender oder ablehnender Haltung anderer - es liegt also mehr daran, dass andere "unsere Liebe" nicht haben wollen oder nichts damit anfangen können, sie missdeuten, missverstehen und daraus dann letztendlich etwas ganz anderes machen. So zumindest geht es mir sehr oft.
      Denn ich habe hin und wieder das Gefühl, ich könnte die ganze Welt umarmen, bin in diesem Augenblick sehr glücklich und zufrieden ohne einen Anlass, denn diesen braucht man manchmal überhaupt nicht, wenn man sich geborgen fühlt. Es überkommt einen eine gewisse Euphorie, die man nicht beschreiben kann - und genau dies wird nicht immer so angenommen und gewertet, wie man es selbst empfindet.

      Und hier setzt dann wiederum augenblicklich manchmal der Verstand ein, man fängt an, darüber nachzudenken, warum man gerade diese Freude empfindet - und schon ist es nicht mehr ganz so frei, wie wenn ich nicht darüber nachdenke. Denn hier mischt sich dann das "satanische" Gefühl ein, "Uups, warum lächelst du diese Person an, warum bist du freundlich zu ihr - willst du was von ihr, willst du was erreichen?" Und schon hat ein der zweifel wieder im Würgegriff. (es ist manchmal echt zum Kotzen, was man selbst daraus macht)

      Gruß
      Seeadler

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Seeadler ()

    • Wenn mich jemand erniedrigt, der mir ein Außenseiter ist, fühle ich eine
      Verunehrung der eigenen Persönlichkeit. Dabei bin ich auf mich selbst
      fixiert. Wenn mich aber jemand erniedrigt, den ich sehr liebe, fühle ich
      nur noch Schmerz, dass dieser Mensch sowas tut.
      ich denke, Jakob, dies liegt sicherlich auch an unserer mit der Liebe gegebenen Erwartungshaltung. Denn einfach nur Liebe geben, dies fällt einem manchmal doch schon schwer. Dabei ist es genau das, was uns auszeichnen sollte?! Doch instinktiv oder unbewusst hegen wir eine gewisse Erwartung, wenn wir jemanden Liebe schenken. Und wenn dieser dann nicht so reagiert, wie erwartet, dann kann auch mal die liebe in Frustration umschlagen - schlimmstenfalls in Zorn und Wut.... nur dann war es keine wahre selbstlose Liebe, die man dem anderen gegenüber gezeigt hat.

      Gruß
      Seeadler
    • ich bewundere wirklich Jesus, wie er das damals ausgehalten hat und das ging nur durch die innige Beziehung zu Gott.
      Daniele, eben hier bin ich mir nicht so sicher, ob wir hier mehr hinein legen und herauslesen, als wirklich gegeben ist. ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass Jesus bei seinen Anfeindungen trotzdem so bedingungslos Liebe ausstrahlt. Er konnte auch sehr bissig werden, wenn er merkte, dass hier falsches Spiel mit ihm getrieben wurde. Und selbst gegenüber seinen Jüngern und Weggefährten war er oftmals sehr ungehalten, wenn diese nicht mit ihm zogen im Verständnis.... was sagte er einmal, worüber meine Frau und ich hin und wieder lachen, wenn wir auf diesen Text stoßen: "... warum rede ich überhaupt noch mit euch!" und ähnliche Sätze. Dies zeigt doch für mich einen sehr menschlichen Jesus, der auch mal durchaus genauso wie wir empfand und reagierte.

      Gruß
      seeadler
    • Jesus machte keine Unterschiede, für ihn waren bzw. sind alle Menschen gleich. Wir lieben Menschen weil..... Wir mögen Menschen nicht weil.....und so wie Jesus eine innige Beziehung zu Gott hatte, sollen wir eine innige Beziehung zu Christus haben, der uns zur Liebe Gottes hin führt.
      Manchmal hat man das Gefühl, das ganz aus der Tiefe Kommt, das man alle Menschen umarmen möchte oder jemand sagen will, du ich mag dich und das ist ein ganz tiefes Gefühl das aus unseren Herzen kommt.
      Und dann steht wieder unser Ego im Weg, weil wir Menschen ab oder aufwerten, oder kritisieren, oder wir glauben besser sein, als der andere.
      Die menschliche Liebe will immer was zurück, unter den Motto, gibst du mir, so geb ich dir, Gottes Liebe gibt, und beschenkt alle gleich.