Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens

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    • Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens

      ich habe diese Feststellung von mir aus einem anderen thread herausgenommen und möchte sie separat betrachten, weil ich denke, dass uns hier das Verstehen über das "Wesen" des Baumes der Erkenntnis und des Baumes des Lebens doch eine ganze Menge zu sagen hat.

      Das "Essen vom Baum der Erkenntnis" ist für mich eine Schlüsselfrage,
      die mich näher interessiert, weil ich nach wie vor der Meinung bin, hier
      gibt es zwei duale Komponenten, die gleichzeitig in Gang gesetzt
      wurden. Wobei die eine Komponente wesentlich mehr in die Waagschale
      gelegt wurde, nämlich der "Gehorsamsaspekt" - den unter anderem Yokurt
      schon in einem anderen thread als Antwort an mich als die Sünde
      schlechthin bezeichnete. Während die Frucht vom Baum der Erkenntnis
      offenbar überhaupt keine Bedeutung für ihn hat.



      Daher meine Frage, wenn wir überhaupt von einer Art "Vererbung" im
      weitesten sinne der Sünde sprechen können, von mir aus auch
      "Erbverderben", wie auch immer, so denke ich, sollte man sich darüber
      Gedanken machen, wie das denn zustande kam. Ist es möglich, dass hier
      das ESSEN der "verderblichen" Frucht, die NICHT für uns gedacht war,
      eine Kettenreaktion aulöste, die dann erst das Eingreifen Jesu Christi
      erforderlich machte, weil die Sünde dadurch, durch die Frucht "IN DEN
      MENSCHEN GEDRUNGEN IST"?



      Denn ehrlich gesagt, dieser Gehorsamsaspekt ist mir ein wenig zu
      dürftig, hier eine solche elementare weiterreichende Kettenreaktion
      auszulösen, die letztendlich den Tod des Menschen nach sich zog. Ich
      denke, es war nicht der Gehorsamsaspekt alleine, sondern vielmehr die
      Frucht selbst, die von Adam und Eva aufgenommen wurde , die IN UNS eine
      unaufhörliche Kettenreaktion verursachte; So etwa, wie wenn wir dadurch
      ein GIFT oder einen VIRUS zu uns genommen hätten, der auf jeden Fall zum
      Tode führte, weil der Mensch nicht dafür geeignet war, die Frucht vom
      Baum des Menschen in sich wirken zu lassen, ohne dass sie ihn zerstörte,
      auf Raten tötete.



      Für mich stellt sich deshalb die Frage, was genau soll man unter der
      Frucht des Baumes der Erkenntnis verstehen. Was symbolisiert sie, was
      stellt sie dar? welche verheerende Wirkung wurde durch sie ausgelöst. In
      diesem Fall kann man dann auch von einer Beeinflussung der menschlichen
      Struktur ausgehen, bis hin zu einer Beeinflussung der Gene....



      Seeadler
    • Für mich stellt sich deshalb die Frage, was genau soll man unter der
      Frucht des Baumes der Erkenntnis verstehen. Was symbolisiert sie, was
      stellt sie dar?

      Ich denke den einen Teil des Aspekts, eben die Glaubensprüfung Gottes: "davon darfst du nicht essen" können wir ganz klar erkennen und begreifen. Adam+Eva hielten sich nicht daran, damit trat dann das ein, was Gott ihnen im Fall des Ungehorsams verheißen hatte.

      Ist es möglich, dass hier
      das ESSEN der "verderblichen" Frucht, die NICHT für uns gedacht war,
      eine Kettenreaktion aulöste, die dann erst das Eingreifen Jesu Christi
      erforderlich machte, weil die Sünde dadurch, durch die Frucht "IN DEN
      MENSCHEN GEDRUNGEN IST"?

      Den zweiten Aspekt der Veränderung/Verwandlung des Menschen und seiner Natur, das ist für uns weniger gut begreiflich, mMn. Dass es eine Veränderung gegeben hat, das ist mir klar, denn die Natur hat sich ja auch verändert (Fleischfressende Tiere wurden erst danach zu dem, was sie heute sind). Inwieweit das auch auf den Menschen umgeschlagen hat, das kann ich zwar vermuten, aber nicht genau verstehen.
      Der Erlösungsplan war schon vor der Grundlegung der Welt, also vor ihrer Erschaffung gelegt:
      1 Ptr 1/20 Er ist zwar im voraus vor Grundlegung der Welt erkannt, aber am Ende der Zeiten geoffenbart worden um euretwillen,
      Eph 1/4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe
      Mt 25/34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an;

      Ich denke, dass die Bezeichnung "vor Grundlegung der Welt" eben darauf hinweist, dass das alles im Vornhinein schon klar war.
    • Hallo Tricky!

      Wenn GOTT die Sünde grundsätzlich und natürlich dann auch die von Adam und Eva im absoluten Sinne vorhersah, warum hat ER dann den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ (1.Mo 2,9.16.17) in den Garten Eden gepflanzt?

      War die Pflanzung des Baumes dann nicht etwa eine bewusste Verführung zur Sünde, indem GOTT genauestens wusste, was passieren wird? Können wir da noch von einer heilsamen Prüfung sprechen, wenn GOTT der Sünde und somit dem Bösen wissentlich Tür und Tor zum Einzug auf unseren Planeten Erde öffnete?

      Gleicht das nicht etwa dem, wenn ich von meinem Kind ohnehin schon weiß, dass es gerne mit dem Feuer spielt, sozusagen eine Vorliebe zum "Zündeln" hat, und ich ihm dann auch noch ein Feuerzeug bereitstelle, offen liegend und jederzeit erreichbar, dass es das Feuerzeug nehmen und das Haus anzünden kann? Kann ich so mein Kind, das eben einen Hang zum "Zündeln" hat, prüfen, indem ich es auf das Feuerzeug hinweise und davor warne? Wenn das Haus nun in Flammen steht, wäre das nicht etwa eine strafbare Handlung, fahrlässige Tötung, wenn eine Person dadurch zu Tode kommt, fahrlässige Körperverletzung, wenn jemand verletzt wird, oder fahrlässige Sachbeschädigung, wenn dadurch mein eigenes bzw. ein anderes Gut zerstört wird?

      Oder wurde GOTT etwa vom Satan und seinen sympathisierenden Engelswesen dazu gezwungen, den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ in den Garten Eden zu pflanzen, damit der Widersacher Gottes seine verkehrte Gesinnung auch auf die Geschöpfe des Planeten Erde ausbreiten konnte? Selbst das musste der Schöpfer dann ja auch schon im absoluten Sinne seit ewigen Zeiten gewusst haben, ohne der Ausbreitung der Sünde entgegengewirkt zu haben.

      Wenn es aber doch eine von GOTT eingesetzte Prüfung war, wer sollte dann geprüft werden, die sündlosen, ungefallenen Menschen in ihrer ursprünglichen Reinheit etwa? Benötigten etwa diese unbefleckten, ersten Erdenbewohner diese Prüfung? Oder wollte GOTT etwa für sich selbst wissen, ob nach dem Sündenfall durch die ersten Geschöpfe, den Engeln im Himmel, die weiteren erschaffenen Wesen auf der Erde ihm vertrauen und an ihm glauben würden? Wie passt das dann mit der herkömmlich-christlichen Ansicht zum absoluten, hundertprozentigen Vorherwissen Gottes zusammen? Wie kann der Schöpfer, der alles im absoluten Sinne bis ins letzte Detail weiß, seine Geschöpfe noch in Bezug auf ihre Entscheidungsfindung prüfen?

      Oder hoffte der liebevolle Schöpfer vielleicht darauf, dass Adam und Eva die Prüfung bestehen und GOTT dauerhaft ihr ungeteiltes Vertrauen schenken würden, um der gefallenen himmlischen Welt ein erstes sühnendes Schauspiel bzw. eine wunderbare Demonstration der absoluten Treue und harmonischen Beziehung der Erdengeschöpfe zu ihrem Schöpfer zu schenken, damit sich die gefallenen Engelswesen und letztendlich auch der Satan wieder zu GOTT bekehrten und die Sünde somit im gesamten Universum ein für alle Mal beendet werden würde?

      Gruß Suchender
    • Hallo Suchender,

      Wenn GOTT die Sünde grundsätzlich und natürlich dann auch die von Adam und Eva im absoluten Sinne vorhersah, warum hat ER dann den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ (1.Mo 2,9.16.17) in den Garten Eden gepflanzt?


      Das ist meine eigene Theorie zum Baum der Erkenntnis und es lenkt unseren Blick weg von den Menschen, hin zu Gott.

      Satan war ja zum Zeitpunkt der Erschaffung der Welt bzw. der Erschaffung der Menschen schon gefallen. Für ihn war bereits klar, er ist gegen Gott. Satan wußte das, Gott wußte das. Wie ist es jedoch mit dem restlichen Universum? Wußten alle Geschöpfe Gottes, also die Engel und auch andere Welten (? nichts konkretes weiß ich, wann oder wie die erschaffen wurden) was da jetzt abgelaufen ist? Ein Drittel der Engel ging ja mit Satan. Der Vorwurf Satans war und ist: "Gott ist nicht gerecht". Wie räumt man einen solchen Vorwurf aus? Indem man zeigt, wie es richtig geht, und indem man zeigt, dass der freie Wille dazu führt, dass die Menschen Gott nachfolgen, oder eben nicht. Es braucht eine Möglichkeit sich gegen Gott zu entscheiden, ansonsten wär's ja von vornherein klar.
      Der Baum der Erkenntnis ist die sichtbare Möglichkeit für Gott sich vor dem Universum zu rechtfertigen. Und versteht mich nicht falsch, Gott hat das nicht nötig, er "braucht" es eigentlich nicht sich vor seinen Geschöpfen rechtzufertigen, aber er tut es, weil er allen verständlich und begreiflich machen will, dass sein Gesetz und seine Führung richtig ist.

      Das ist meine persönliche Ansicht darüber. Kein Absolutheitsanspruch :)
    • tricky schrieb:

      Satan war ja zum Zeitpunkt der Erschaffung der Welt bzw. der Erschaffung der Menschen schon gefallen. Für ihn war bereits klar, er ist gegen Gott. Satan wußte das, Gott wußte das. Wie ist es jedoch mit dem restlichen Universum? Wußten alle Geschöpfe Gottes, also die Engel und auch andere Welten (? nichts konkretes weiß ich, wann oder wie die erschaffen wurden) was da jetzt abgelaufen ist? Ein Drittel der Engel ging ja mit Satan. Der Vorwurf Satans war und ist: "Gott ist nicht gerecht". Wie räumt man einen solchen Vorwurf aus? Indem man zeigt, wie es richtig geht, und indem man zeigt, dass der freie Wille dazu führt, dass die Menschen Gott nachfolgen, oder eben nicht. Es braucht eine Möglichkeit sich gegen Gott zu entscheiden, ansonsten wär's ja von vornherein klar.
      Hallo Tricky!

      Danke für deine Stellungnahme, die ich großteils mit dir teile und für gut durchdacht finde.

      tricky schrieb:

      Der Baum der Erkenntnis ist die sichtbare Möglichkeit für Gott sich vor dem Universum zu rechtfertigen. Und versteht mich nicht falsch, Gott hat das nicht nötig, er "braucht" es eigentlich nicht sich vor seinen Geschöpfen rechtzufertigen, aber er tut es, weil er allen verständlich und begreiflich machen will, dass sein Gesetz und seine Führung richtig ist.

      Ich glaube auch, dass Gott durch die Prüfung des Menschen am "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" sein Wesen und Handeln rechtfertigen wollte, jedoch wenn Gott im absoluten Sinne schon vorherwußte, dass Adam und Eva in dieser Prüfung scheitern würden, dann bedeutet das ja genau das Gegenteil, da der Teufel als Sieger hervorging und Gottes Rechtfertigung ins Gegenteil verkehrt wurde. Neben dem Himmel, war dann auch noch die Erde vom Satan erobert und mit dem Virus Sünde verseucht bzw. infiziert worden. Der Wiedersacher Gottes behauptete nun wahscheinlich noch vehementer, dass Gott ungerecht sei und seine Gebote und Ordnungen eine Überforderung der Geschöpfe Gottes darstellten - mit jeder Sünde des Menschen wurde Satan sicher noch mehr in seinem Vorhaben bestärkt, bis er sogar soweit ging und behauptete, dass selbst Gott, wenn er Mensch werden und auf der Erde unter seinen Geschöpfen leben würde, seine eingenen Gebote und Ordnungen nicht untadelig einhalten könnte. Das führte mitunter zur Menschwerdung Jesu, da Gott den Gegenbeweis für diese dreiste Behauptung nicht schuldig bleiben wollte und somit Jesus im sündigen Menschenfleisch den Gegenbeweis antrat und auch erfolgreich erbrachte - Gott sein gedankt!

      Wenn nun Gott im absoluten Sinne schon vorherwußte, dass, wenn er die Erde samt Menschen erschaffen würde, und diese neue Spezies Mensch auch, wie viele Engel durch den Wiedersacher verblendet, in Sünde fallen würden, wäre es ehrlich gesagt besser gewesen, die Erschaffung der Erde auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen und zuerst im Himmel für Recht und Ordnung zu sorgen, anstatt wissentlich das riesige Problem auch auf die Erde zu verlagern und eine Vielzahl von Menschen dem ewigen Tod Preis zu geben. Wenn Gott das alles 100%-ig wußte, hat er durch das alles nur noch mehr Kaos und Verderben herbeigeführt, und das dann eben im vollen Bewußtsein, dass dies auch so kommen müßte.

      Man könnte natürlich noch ein Stück weiter in der Geschichte des Universums zurückgehen und sich die wesentliche Frage stellen, ob Gott auch schon wußte, dass der herrliche Engel "Luzifer" einmal ohne Grund zum Teufel werden würde und als Erfinder bzw. Urheber der Sünde Verderben und ewige Vernichtung in die Welt bringen würde, ja sogar das geliebte Schöpfungswerk Gottes zerstören würde? Kurz gefragt: Hat der Schöpfer sich im absoluten, 100%-igen Vorherwissen einen werdenden Zerstörer seines Schöpfungswerkes erschaffen, der wissentlich gegen seinen Schöpfer arbeitet? Dann mußte Gott ja logischer Weise auch absolut und 100%-ig gewußt haben, dass die treuen Engel ihm eben nicht untreu würden und in Sünde fallen. Warum hat er dann nicht auf die Erschaffung des "Luzifer" als werdender Teufel verzichtet und nur die treuen Engel erschaffen, von denen er absolut und 100%-ig vorherwußte, dass sie niemals gegen ihren Schöpfer rebellieren würden und so das Aufkommen der Sünde und des Bösen überhaupt verhindert?

      Hast du da eine Lösung für mich? Ich hoffe du kannst mein Anliegen verstehen und nachvollziehen. :)

      Gruß Suchender
    • Hallo Suchender,

      Suchender schrieb:

      Ich glaube auch, dass Gott durch die Prüfung des Menschen am "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" sein Wesen und Handeln rechtfertigen wollte, jedoch wenn Gott im absoluten Sinne schon vorherwußte, dass Adam und Eva in dieser Prüfung scheitern würden, dann bedeutet das ja genau das Gegenteil, da der Teufel als Sieger hervorging und Gottes Rechtfertigung ins Gegenteil verkehrt wurde. Neben dem Himmel, war dann auch noch die Erde vom Satan erobert und mit dem Virus Sünde verseucht bzw. infiziert worden.

      Natürlich war der Sündenfall für Satan ein Sieg. Ein Etappensieg, aber immerhin. Die Erde und die darauf lebenden Menschen haben Satan zu ihrem Gott gemacht. Und die ganze Erde zeigt uns heute noch viel drastischer als jemals vorher, dass die Sünde schwer auf ihr lastet. Paulus deutet das auch an:

      1 Kor 15/55 `Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?


      Und meine Ansicht ist, dass Gott das alles schon im absoluten Sinn vorherwußte. Natürlich, sonst wäre er ja nicht allmächtig. Oder nicht so allmächtig, wie ich ihn sehe. Interessant, ich hatte genau diese Diskussion schon mal. Damals trieb ich es damit auf die Spitze indem ich fragte: "Wer hat die Zeit erschaffen?". Wer hat das Raum-Zeit Kontinuum (Trekkie Fans werden jubeln) so wie wir es jetzt immer noch als Naturgesetz haben, erfunden? Natürlich war das Gott. Und als Schöpfer all dieser Dinge, sind ihm diese Naturgesetze natürlich genauso untertan wie alles Geschaffene. Gott kann die Zeit falten wie ein Buch. Unvorstellbar für uns, aber so ist er, in meinen Augen. Denn der Schöpfer der Zeit ist der Herr der Zeit und der Zeit nicht untertan. Gott ist niemandem und nichts unterworfen.
      Wenn wir da keine Übereinstimmung finden ist das schon ok, jeder sei sich seiner Sache gewiß. Ich zähle auf deinen Respekt davor.


      Suchender schrieb:

      Hast du da eine Lösung für mich? Ich hoffe du kannst mein Anliegen verstehen und nachvollziehen.

      Wenn du mich hier jetzt nach dem Geheimnis des Bösen fragen willst, dann muss ich dir leider sagen, ich weiß nicht Warum Satan das tat. Aber ich glaube, dass Gott wußte was er tat als er Luzifer geschaffen hat. Diese Annahme beruht allerdings auf der Prämisse eines durchgehenden Zeitflußes schon vor Erschaffung der Welt, also im Himmel und auch zur "Zeit" des Aufstandes Satans. Hier müsste eines ins andere übergegangen sein, nacheinander.
      Möglicherweise gibt's aber auch vor der Erschaffung der Welt gar keine Zeit. Ich kann mir ein Existieren ohne Zeit zwar nicht vorstellen, aber warum soll so etwas bei Gott nicht möglich sein?
    • Hallo Tricky!

      Offensichtlich hast du mich nicht bzw. falsch verstanden, was ich an deinen Antworten erkenne - aber trotzdem einen schönen Dank für dein Bemühen!

      Meine Frage war weder nach dem unergründlichen Geheimnis des Bösen, noch ob es eine Zeit vor der Erschaffung der Welt gab, sondern ... #5

      @alle:

      Aber vielleicht kann mir ja jemand von den anderen Forumsfreunden weiterhelfen und mir einen Lösungsvorschlag anbieten!?

      Gruß Suchender
    • Tricky und Suchender,

      euer Dialog ist ja recht anregend und interessant.... ich frage mich jedoch, habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, warum diese ominöse Figur Satan als ein gefallenes Geschöpf in einem in sich geschlossenen paradiesischen und somit auch vollkommenen Bereich hineingelassen wurde. warum hatte Gott dies erlaubt, und warum hat er zunächst das Paradies geschaffen und dann erst Adam da hineingesetzt... wo sich bereits Satan aufhielt (will man dies wörtlich verstehen) ? Denn durch und mit der Gegenwart Satan war die Umgebung keinesfalls vollkommen, in die Adam gesetzt wurde.

      ist für mich nicht unbedingt logisch!

      Noch dazu durfte Satan an den Baum, an den der Mensch nicht durfte... welche Beziehung besteht also zwischen der Figur Satan und dem Baum der Erkenntnis? Ebenfalls eine Frage, die ich in diesem thread auf dem Grund gehen möchte. Oder war es gar nicht Satan, der hier Eva verführt hatte???

      Seeadler
    • Die Lösung ist, dass es keinen gefallenen Engel namens Luzifer gibt

      Das Böse ist die Gesetzlosigkeit (1. Johannes 3,4), und die wird da, wo es kein Gesetz gibt, nicht angerechnet (Römer 5,13), denn durch das Gesetz kommt nur die Erkenntnis der Sünde (Römer 3,20).
      Adam hatte von Gott nur ein Gebot bekommen, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Das Essen vom Baum löste eine Kettenreaktion aus. Durch den Verstoß erlangte er Erkenntnis über Gut und Böse.
      Das bedeutet, dass er jetzt im vollem Maße anklagbar und verantwortlich für seine Taten war.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Hallo Seeadler,
      wenn ich das richtig verstehe, sind wir mal einer Meinung :)

      Vielleicht kann ich aber noch was ergänzen. Es wird ja immer gesagt, dass Satan ein Geschöpf Gottes war. Gerade das ist er aber nicht. Ich würde ihn mal einfach als Anti-Geschöpf bezeichnen, weil er 1. Geist ist (kein Geistwesen, an sowas glaube ich nicht), und zweitens seine Daseinsform einfach durch den Mangel an göttlichem definiert wird. Das heisst, Personen die im Geist Satans wirken, sind das Gegenteil der Kinder (Söhne) Gottes, welche wiederum vom heiligen Geist geleitet werden (Römer 8,14). Satan war auch nicht erst gut geschaffen und wurde dann böse, sonder war von Anfang an böse (Johannes 8,44 ; 1. Johannes 3,7).
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • so nebenbei, es wäre vielleicht wichtig, darauf hinzuweisen, dass dein genannter Gedankengang, den du zuvor offenbartest keine Folge meines postings war, welches mehr oder weniger gleichzeitig entstand, sondern unabhängig von meiner Bemerkung - die du noch gar nicht gelesen haben konntest. ich finde dies bemerkenswert.

      Gruß
      seeadler
    • tricky:
      Die Erde und die darauf lebenden Menschen haben Satan zu ihrem Gott gemacht.
      wie wäre es mit folgender Alternative: Die Menschen haben sich selbst zu Gott gemacht! Und alles, was sie nicht wirklich verstehen konnten, gaben sie ein menschliches Bewusstsein, welches dann als ein Bild des Menschen für den Menschen wider Gott auftrat.?.

      Seeadler
    • Hi

      Ob Satan ein gefallener Engel ist oder einfach sonst da war, können wir hier glaube ich kaum beantworten, dazu gibt die Bibel einfach zu wenig Fakten her, vielleicht ist die ganze Sache auch so schlimm, dass wir alle straucheln würden, wenn wir die Wahrheit wissen würden.

      Zurück aber zum Baum der Erkenntnis. Ich glaube nicht, dass Gott das den Menschen nur verbot, weil er den Gehorsam der Menschen prüfen wollte. Ich glaube viel mehr, dass er damit die Menschen vor etwas bewahren wollte. Bevor Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis assen wussten sie ja gar nicht wirklich, was gut und was böse ist. Sie kannten ja nur das Gute, das Böse und den Tod hatten sie vorher gar nicht kennen gelernt. Etwas dessen Existenz man weder kennt noch erahnen kann, das übt auch keinen Reiz aus. Es gibt ja den Spruch, alles was man sich vorstellen kann ist eigentlich auch möglich. Wenn aber etwas nicht einmal in unserer Vorstellung interessiert, so wird ein Mensch auch kein Interesse daran haben. Adam und Eva wären von sich aus gar nicht auf die Idee gekommen vom Baum der Erkenntnis zu essen, es gab ja keinen Grund dazu. Erst Satan hat es geschafft Zweifel in Ihnen zu säen und sie damit zu verführen. Und erst durch die Erkenntnis das es neben dem Guten auch das Böse gibt, hat die Sündhaftigkeit des Menschen möglich gemacht. Vorher waren es so, wie es bei Gott ist, alles war einfach nur gut. Und sobald das nicht mehr der Fall ist, dann ist man eben nicht mehr bei Gott, man hat sich von ihm getrennt. Das ist so, wie wenn Du in weisse Farbe etwas schwarz hineinmischst, die Farbe wird niemals mehr so weiss werden, wie sie am Anfang einmal war, es ist eine optische Trennung zum Ursprungszustand vorhanden.

      So, soviel mal von mir dazu, ich hoffe ihr konntet mir einigemassen folgen.

      Gruss
      DonDomi
    • dies war ein sehr guter und interessanter Beitrag, DonDomi !

      Wobei ich denke, dass der Reiz schon vorher irgendwie ausgelöst wurde. In diesem Beispiel, für mich ein bildhaftes Darstellen des Problems, was da in der Bibel verwendet wurde, wird der Reiz ja durch "Satan" selbst ausgeübt - der so zusagen mit dieser verbotenen Frucht in Beziehung stand. Darum ist ja auch eines meiner Schlüsselfragen: Warum konnte er da sein, sich also am Baum der Erkenntnis zu schaffen machen, während für den Menschen aber ein absolutes Verbot bestand?

      ich glaube, dass alles, was hier in bildhafter und symbolträchtiger Weise verwendet und erwähnt wird, alles, was sich unmittelbar im "Paradies" befand auch zugleich in einer ebenso unmittelbaren Beziehung zum Menschen stand, also ein Teil der menschlichen Natur ausmacht. Der Baum der Erkenntnis ist hierin ebenso Bestandteil des Menschen wie der Baum des Lebens. Nur was ist es in ihm? Und darum wird auch hier die Gestalt Satan zu einem Wesenszug des Menschen - genauso wie ja bereits die gemachte aussage, dass Satan Gott sein wollte... so kann ich darauf antworten, der Mensch wollte Gott sein, will Gott sein.

      Wenn ich im Rahmen der psychologischen Therapie einem Menschen helfen möchte, ein ursächliches, also tiefgründiges Problem zu lösen, so hilft es oftmals sich selbst in einer "dritten Person" zu erheben, zu manifestieren. Über sich selbst als einer anderen Person nachzudenken, der ich in diesem Fall folgerichtig den Namen Satan gebe. Denn es ist ja "Etwas", was ich gerne loswerden möchte, was ich nicht als mein "Eigen" betrachten möchte, woran ich quasi arbeite. denn nur auf diese Weise, indem ich dem anderen "negativen Ich" meinerseits, etwas, was ich nicht will, aber trotzdem tue, eine Figur gebe, ein Erscheinungsbild, so kann ich es erst bekämpfen - vorher nicht. Das Böse in mir muß Gestalt annehmen, damit es von mir entfernt werden kann, damit ich es aus mir heraus lassen kann und es von mir genommen werden kann - in diesem Fall durch Jesus Christus, im Rahmen der Tiefenpsychologie durch den Psychotherapeuten, der dies aber nicht wirklich tut, sondern "wir selbst" sind es, die dies dann tun. Der Therapeut ist hier nur "Wegbegleiter" und "Stütze", mehr nicht, aber auch nicht weniger.
      Gruß
      Seeadler

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Seeadler ()

    • @Seeadler,

      finde Deine Gedanken über den Baum der Erkenntnis nachdenkenswert, vor allem weil sich ja auch die Psychologie, besonders seid Freud und auch die Philosophie seit der Aufklärung mit dieser Frage des Sündenfalls, dem Baum der Erkenntnis und auch der Gestalt der Schlange dort im Paradies sehr auseinandergesetzt hat. Neuerdings hat sich ja auch der viel umstrittene Theologe Drewemann diesem Thema auf seine Weise genähert. Was aber allen sehr eigen ist und sie miteinander verbindet, dass ist der Versuch, nicht nur die Realität des Sündenfalls mit allen dortigen Gestalten zu vergeistigen, sondern dasselbe auch mit dem Garten Eden selbst zu tun.

      Prinzipiell glaube ich auch, dass diese gesamte Geschichte tiefe geistliche Wahrheiten vermittelt, aber besteht bei solchen Vergeistigungen nicht das Risiko, die Realität dieser Geschichte zu leugnen? Eine solche Realität der Sündenfallgeschichte passt ja auch in das gesamte Konzept der Evolutionstheorie nicht hinein.

      So werden ja heute jene Gläubigen, die noch an der Realität eines Teufels, der als vollkommener Engel geschaffen war, und sich dort im Garten Eden durch das Medium eine Schlange am Baum der Erkenntnis dem Menschen näherte, und dass dies von Gott - aus welchen Gründen dann auch immer - auch so zugelassen wurde, nähern konnte, von solchen Auslegern der Schrift als völlig naiv und fundamentalistisch bezeichnet.

      Ich stehe gerade mit einem an sich sehr bibleorientierten protestantischen Theologieprofessor in Berlin über E-mail in Kontakt und da kamen wir vor einigen Wochen auf eine Bergwanderung hier in Österreich auf dieses Thema zu sprechen, und da verwies er mich ebenfalls besonders auf Drewermann und meinte dabei, dass ihm diese Interpretation einer solchen Vergeistigung des Sündenfalls sehr gut gefalle, und dass meine Vorstellung, die auch diese Geschichte als historische Schilderung sieht, eher in den Bereich fundamentalistischer Auslegung der Bibel gehört, wo man die Dinge eben zu buchstäblich und historisch versteht.

      Wie denkst Du über die Thesen von Drewermann - sind sie Dir vertraut?

      Mit Grüßen, Armin
    • Seeadler schrieb:

      Warum konnte er da sein, sich also am Baum der Erkenntnis zu schaffen machen, während für den Menschen aber ein absolutes Verbot bestand?


      weil gott satan auf die erde (garten eden) geworfen hat, darum konnte er im garten sein. für die menschen bestand nur das verbot, nicht von den früchten dieses baumes zu essen und nicht zu berühren, nicht aber sich in seiner nähe aufzuhalten.
    • stephan, der Mensch darf auch inmitten eines Paradieses neben einem Pornoschuppen stehen, irgendwelche Dirnen ansehen, protzige Autos begutachten, lesen, dass er mit einem einzigen Euro Millionär werden kann.....

      ....durch die Gegenwart Satans war das Paradies kein Paradies mehr, es war nicht mehr vollkommen. (Wenn man dies alles wörtlich verstehen will, was in der Bibel steht.)

      Darum frage ich mich, was hatte Satan inmitten eines vollkommenen Gartens zu suchen?

      Gruß
      Seeadler